HIH setzt Privatkundengeschäft bis zum Regulierungsstichtag aus

Die HIH Hamburgische Immobilien Handlung, Emissionshaus im Verbund der Warburg-Gruppe, will das Privatkundengeschäft vorübergehend aussetzen. Wenn die künftigen Rahmenbedingungen nach dem Regulierungsstichtag 22. Juli 2013 klar sind, sollen erneut Publikumsfonds aufgelegt werden. 

Torsten Doyen, HIH Vertriebs GmbH

Erst vor gut zwei Wochen hatte mit Nordcapital ein Emissionshaus von Marktbedeutung aufgrund der aktuell schwachen Platzierungsdynamik, krisenbehafteter Schifffahrtsmärkte und der anstehenden Regulierung bis auf weiteres seinen Rückzug aus dem Retailgeschäft angekündigt. Davon sei man bei dem Hamburger Spezialisten für Immobilienfonds weit entfernt, wie Torsten Doyen, Geschäftsführer HIH Vertriebs GmbH im Gespräch mit Cash.Online deutlich macht.

Von der im Mai gegenüber Cash. angekündigten Maßgabe dem Retailmarkt treu zu bleiben, weiche man keinesfalls ab: „Wir werden das Retailgeschäft definitiv nicht einstellen und bauen hier auch keine Kapazitäten ab“, gibt er Entwarnung. „Der Geschäftszweig ist und bleibt eine wichtige Säule des Geschäftsmodells der HIH. Nach dem 22. Juli, wenn klar ist wie das KAGB aussieht, werden wir wieder Publikumsfonds auflegen“, so Doyen weiter.

Zunächst war geplant, dem Wien-Fonds ein weiteres Publikumsprodukt folgen zu lassen. „Es haben sich jedoch bisher keine geeigneten Core-Objekte mit den entsprechenden Parametern gefunden“, berichtet Doyen.

Die Zeit bis dahin wolle man nutzen, um sich auf die neuen Anforderungen, die sich aus der Umsetzung der AIFM-Richtlinie im Kapitalanlagegesetzbuch ergeben, vorzubereiten. Grundsätzlich sieht sich die HIH mit Blick auf die künftigen Rahmenbedingungen gut positioniert. „Wir sind ja traditionell in der Investmentwelt zu Hause. Mit den Erfahrungen und dem weiteren Unternehmen im Warburg-Verbund, wie beispielsweise der Service-KAG Intreal, sind wir auch in Zeiten strengerer Regulierung bestens aufgestellt.“

Der Intreal, einer Tochter der Warburg-Henderson-KAG, soll künftig eine wichtige Rolle zukommen: „Wir werden zukünftig mit der Plattform enger zusammenarbeiten und deren Dienstleistung als Service-AIFM nutzen. Sicherlich wird dieses Angebot auch Dritten zugänglich sein.“

Mit Blick auf die bereits vollzogene Regulierung im Banken-, respektive anstehende Regulierung im freien Vertrieb, gibt sich Doyen zuversichtlich: „Ich habe den Eindruck, dass der freie Vertrieb gezielter aber auch entspannter mit dem Thema Regulierung umgeht, als der Bankenvertrieb.“ (te)

Foto: HIH

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