Anzeige
12. Oktober 2012, 14:54
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

VDR-Chef fordert KfW-Unterstützung

Der maritime Wirtschaftsstandort Deutschland kann nach Einschätzung von Ralf Nagel, Chef des Hamburger Verbands Deutscher Reeder (VDR), ohne staatliche Hilfe nicht erhalten werden. „Die KfW muss den deutschen Reedern in der Doppelkrise mit begrenzten, befristeten und rückzahlbaren Engagements helfen“, forderte Nagel, anlässlich des 16. Harener Seeschiffahrtstags im Emsland.

Nagel Online-127x150 in VDR-Chef fordert KfW-Unterstützung

VDR-Chef Ralf Nagel

 

Zu der Veranstaltung, die in diesem Jahr unter dem Motto „Deutsche Reeder in akuter Seenot“ stand, kamen auch hochrangige Politiker aus Berlin: Die beiden Bundestagsabgeordneten Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, und Eckhardt Rehberg, Berichterstatter für maritime Wirtschaft im Ausschuss für Wirtschaft und Technologie.

Sogar Bundeswirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler war ins Emsland gereist und kritisierte den Rückzug der Commerzbank aus der Schiffsfinanzierung, da dadurch ein großer volkswirtschaftlicher Schaden entstünde. Dazu sagte Nagel: „In seiner Analyse ist sich Bundesminister Rösler zwar mit uns einig. Unerwähnt lässt er aber das zentrale Instrument, mit dem der Staat unverschuldet in die Krise geratenen Unternehmen helfen kann ­– die KfW.“

In einem Thesenpapier an den Maritimen Koordinator der Bundesregierung, Hans-Joachim Otto, schlägt der VDR jetzt drei konkrete Ansätze für die Einbindung der staatlichen Förderbank vor. Erstens könnte die KfW den in die Klemme geratenen Reedereien eine Überbrückungsfinanzierung bereitstellen. Basis wäre die erstrangige Besicherung der KfW am Schiff. Dies verbessere nicht nur das Rating der schiffsfinanzierenden Bank sondern würde der Reederei erlauben, das Schiff weiter zu betreiben und den Kapitaldienst bei der bestehenden Finanzierung leisten zu können. Zweitens komme eine Übernahme von bestehenden Schiffsfinanzierungen von Geschäftsbanken in Betracht, bei denen eine ausreichende Besicherung der KfW sichergestellt ist. Dadurch könnte das Portfolio der Geschäftsbanken entlastet und der Druck auf die Reedereien zur Veräußerung von Schiffen mit guter Zukunftsprognose reduziert werden. Drittens plädiert der VDR für ein eigenständiges KfW-Finanzierungsprogramm „Green Shipping“. Die Antrags- und Förderkriterien des bereits bestehenden ERP-Umwelt- und Energieeffizienzprogramms seien nicht auf die Schifffahrtsbranche zugeschnitten.

Der VDR versucht, den Druck auf Otto zu erhöhen: Er soll bei der Staatsbank kurzfristig eine Expertenrunde aus Vertretern der KfW, der schiffsfinanzierenden Banken, der Bundesregierung sowie dem VDR einsetzen, die sich mit den Vorschlägen befassen soll. „Wir brauchen noch in diesem Jahr eine politische Grundsatzentscheidung zum befristeten und begrenzen Einsatz der KfW im Zusammenwirkung mit den schiffsfinanzierenden Banken“, fordert Nagel. (af)

Foto: VDR

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

xbAV Beratungssoftware mit neuem Geschäftsführer

Boris Haggenmüller verantwortet als Geschäftsführer seit September 2017 das operative Geschäft der xbAV Beratungssoftware GmbH. Zuvor war er der verantwortliche Prokurist des Tochterunternehmens der xbAV AG.

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierung: Die Service-Champions

Welche Banken bieten deutschen Kunden den besten Kundenservice bei der Baufinanzierung? Die Kölner Beratungsgesellschaft Servicevalue hat Kunden der Banken hierzu befragt. Eine Bank konnte besonders überzeugen und sicherte sich einen “Gold-Rang”.

mehr ...

Investmentfonds

Finanzbranche befürchtet Blasenbildung an Märkten

Die Politik der Europäischen Zentralbank hat bereits zur Blasenbildung an den Finanzmärkten geführt, oder wird dies noch tun. Dessen ist sich die Finanzbranche sicher. Die Mehrheit wünscht sich den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik, hält dies jedoch gleichzeitig für unwahrscheinlich.

mehr ...

Berater

Insurtechs: Die fairsten digitalen Versicherungsmakler aus Kundensicht

Welche digitalen Versicherungsmakler werden von ihren Kunden als besonders fair wahrgenommen? Das Kölner Analysehaus Servicevalue hat gemeinsam mit Focus-Money die Kunden von 24 Anbietern befragt. Neun von ihnen erhielten die Note “sehr gut”.

mehr ...

Sachwertanlagen

IPP-Fonds der Deutschen Finance schütten aus

Der Asset Manager Deutsche Finance aus München kündigt für seine beiden Fonds IPP Institutional Property Partners Fund I und Fund II Auszahlungen für das Geschäftsjahr 2016 an die Privatanleger an.

mehr ...

Recht

IDD: Umsetzung könnte in Teilen verschoben werden

Wie der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. mitteilt, könnte sich der Umsetzungstermin von Teilen der europäischen Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verschieben. Die delegierten Rechtsakte sollen nach dem Willen des europäischen Parlaments demnach erst im Oktober 2018 in Kraft treten.

mehr ...