Sonnenkönig Asbeck kämpft um sein Reich

Der Gründer und Vorstandschef der Bonner Solarworld AG, Dr. Frank Asbeck, hat auf der außerordentlichen Hauptversammlung gestern bei den Aktionären für seinen Rettungsplan in Form eines scharfen Schulden- und Kapitalschnittes geworben.

Dr. Frank Asbeck, Vorstandsvorsitzender der Solarworld AG

Die außerordentliche Hauptversammlung war nötig geworden, weil der Solarmodulhersteller sein Eigenkapital aufgezehrt hat. Das Unternehmen hat einen Schuldenberg aus mehr als 900 Millionen Euro angehäuft. Die Aktionäre hätten auf Asbecks Rede sehr unterschiedlich reagiert, teils mit Kritik, aber auch mit Verständnis, berichteten Teilnehmer.

Über den Rettungsplan soll am 7. August 2013 abgestimmt werden. Zunächst müssen die Gläubiger zweier millionenschwerer Solarworld-Anleihen dem Verlust von 55 Prozent ihrer Forderungen zustimmen. Lehnt eine dieser für den 5. und 6. August 2013 terminierten Versammlungen ab oder kommt das Teilnahmequorum von jeweils 25 Prozent nicht zustande, dürfte die Insolvenz nach Einschätzung aus Branchenkreisen kaum noch abzuwenden sein.

Die Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) steht den Rettungsversuchen positiv gegenüber. „Das ist immer besser als eine Insolvenz, die für die Aktionäre meist Totalverlust heißt“, sagte ein Sprecher. Allerdings müssten alle Aktionäre die Möglichkeit bekommen, bei der geplanten Kapitalerhöhung von zehn Millionen Euro nachzukaufen. Daneben soll ein Großinvestor aus dem Emirat Katar dem angeschlagenen Unternehmen unter die Arme greifen. Wie anderen Modulherstellern der westlichen Welt, macht die weitaus billigere Konkurrenz aus China zu schaffen. (af)

Foto: Solarworld AG

 

 

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