Helaba: Deutlicher Aufschwung am Wohnungsmarkt der USA

Laut aktuellem Immobilienreport der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) in Frankfurt/Main ist der Aufschwung für vermietete Apartments in den USA nun auch auf dem Markt für Eigenheime angekommen. Die Researcher erwarten, dass dieser Trend zumindest bis Anfang 2014 anhält.

Die realen Wohnungsbauinvestitionen in den USA seien im vergangenen Jahr um etwa 13 Prozent gestiegen, nach einer Stagnation im Jahr 2011 und einer Schrumpfung in den fünf Jahren zuvor. Trotz hoher Schwankungen im Monatsvergleich deuten wichtige Indikatoren wie Baugenehmigungen, Baubeginne sowie Verkäufe bestehender und neuer Häuser auf eine fortgesetzt dynamische Entwicklung.

Bei den Eigenheimpreisen wurde die Hoffnung auf eine nachhaltige Besserung zwar in den letzten Jahren mehrmals enttäuscht. Seit Frühjahr 2012 aber verzeichnet der Case-Shiller Composite Index, der die Preisentwicklung in insgesamt 20 Ballungsräumen erfasst einen spürbaren Anstieg. Der Gesamtindex liegt noch fast 23 Prozent unter dem Höchststand des Jahres 2006. Mit Denver und Dallas übertrafen aber schon im Mai die ersten beiden Großstädte den Vorkrisenstand.

Die Helaba-Analysten registrierten zwischen Juni 2012 und Juni 2013 einen durchschnittlich Anstieg der Hauspreise um 12,1 Prozent. Die höchsten Zuwächse aller US-Metropolen verzeichnete San Francisco (24,5 Prozent) und Los Angeles (19,9 Prozent), während New York mit 3,3 Prozent das Schlusslicht des Rankings bildet.

Wie die Helaba weiter mitteilt, hat die Bautätigkeit im vergangenen Jahr auch im Einfamilienhaussegment angezogen, während sie im volumenmäßig viel kleineren Segment der Wohngebäude mit fünf und mehr Einheiten schon etwa zwei Jahre zuvor zulegte. Impulse erhielt der Vermietungsmarkt von privaten Haushalten, die aufgrund von Überschuldung ihre Eigenheime verloren hatten. Dabei werden nicht nur Apartments, sondern auch Einfamilienhäuser häufiger vermietet. Insgesamt ist so die Wohneigentumsquote seit den Spitzenwerten um 2005 um mehr als vier Prozentpunkte auf 65 Prozent gesunken. Angesichts der jüngsten Erfahrungen am Häusermarkt fällt offensichtlich die Entscheidung „kaufen oder mieten“ häufiger zugunsten des Mietwohnungsmarktes aus, so dass sich der Anteil der Wohneigentümer unter den privaten Haushalten in Richtung des Niveaus der 80er Jahre um 64 Prozent entwickelt.

Die positive Tendenz am US-Wohnungsmarkt werde sowohl im Eigenheim- als auch im Mietwohnungssegment mindestens bis ins nächste Jahr hinein anhalten. Ein Grund sei das gestiegene Engagement von Finanzinvestoren, das die Preise in Teilmärkten zusätzlich treibt, so die die Helaba-Researcher. (af)

Foto: Shutterstock

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