Bouwfonds bringt Immobilien-Spezialfonds für studentisches Wohnen

Bouwfonds REIM will mit dem „European Student Housing Fund“ Kürze einen Spezialfonds auflegen, der europaweit in studentische Wohnformen investieren soll. Das Anlagevehikel für institutionelle Investoren, von denen erste bereits gezeichnet haben, soll das Risikoprofil „Core“ tragen und überwiegend in Deutschland und Frankreich anlegen. 

Das Unternehmen der niederländischen Rabo Real Estate Group, das hierzulande auch als Emissionshaus geschlossener Fonds aktiv ist, will beim Ankauf strategisch in „etablierte, europäische Universitätsstandorte“ investieren. Neben den rheinischen Nachbarn stehen Großbritannien, die Niederlanden und Skandinavien im Investitionsfokus Das angestrebte Fondsvolumen liegt zwischen 200 und 300 Millionen Euro. Als Renditeziel nennt Bouwfonds eine jährliche Ausschüttung oberhalb von vier Prozent (IRR von 5,5 bis 6,5 Prozent). Die maximale Fremdfinanzierungsquote soll 40 Prozent betragen.

Der Investment-Manager konnte eigenen Angaben zufolge bereits Erfahrungen im Ankauf und beim Management von Studentenwohnungen sammeln. In dem im Jahr 2007 ebenfalls für deutsche institutionelle Investoren aufgelegten „Bouwfonds European Residential Fund“ befinden sich derzeit sechs Wohnanlagen für Studenten, die sich in Deutschland und Frankreich befinden, darunter Stuttgart, Marburg und Toulouse. „m Vergleich der direkten Renditen mit üblichen Wohnimmobilien, sind diese Studentenwohnheime trotz eines größeren Managementaufwands Outperformer“, begründet Xavier Jongen, Fondsmanager von Bouwfonds REIM, den Investitionsfokus.

Eigene Marktstudie untermauert Perspektiven

Da seitens einiger Marktteilnehmer durchaus auch Bedenken hinsichtlich eines durch Sondereffekte (Abschluss zweier Abiturjahrgänge, Aussetzung der Wehrpflicht) ausgelösten „Hypes“ beim Thema studentisches Wohnen bestehen, hat Bouwfonds eine Studie über die langfristige Profitabilität der größten europäischen Märkte für studentisches Wohnen in Auftrag gegeben. Die Untersuchung „Investing in European Student Housing“ hat sich mit den entsprechenden Märkten in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden beschäftigt.

Wenig überraschend kommt die Studie zu einem positiven Ergebnis hinsichtlich der möglichen vergleichsweise attraktiven Renditen. Zudem weist sie auf weitere positive Effekte bei einem Investment in die Assetklasse hin:. So wird – aufgrund der Bedeutung des Themas Bildung für den individuellen und gesellschaftlichen Wohlstand – ein langfristiger stabiler Bedarf an studentischem Wohnraum prognostiziert. Dies gelte insbesondere für Europa, dessen wirtschaftlicher Erfolg zunehmend von der Qualifikation seiner Bürger abhänge.

Die Nachfrage werde laut der Untersuchung vor allem durch eine wachsende Zahl von ausländischen Studierenden von außerhalb Europas getrieben werden. „Europa profitiert von der zunehmenden Tendenz unter asiatischen Studenten im Ausland zu studieren. Grund sind zum Beispiel die vielerorts in Europa niedrigen Studiengebühren, höhere Anzahl von Studienfächern, die in englischer Sprache unterrichtet werden und natürlich die kulturellen und historischen attraktiven Städte Europas“, erläutert Jaap Gillis, CEO von Bouwfonds REIM.

Laut den Studienergebnissen reagiert die Nachfrage im Bereich studentisches Wohnen im Unterschied zu klassischen Immobiliensegmenten zudem antizyklisch. In wirtschaftlich schwachen Zeiten und fehlenden Jobperspektiven würden die Attraktivität des Hochschulstudiums und die Verweildauer ansteigen. Ein weiterer Positiv-Faktor sei das limitierte Risiko für Investoren. Die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage in den universitären Großstädten und den Standorten der Spitzenuniversitäten sei groß – und sollte das Leerstandsrisiko bei Studentenwohnheimen nachhaltig reduzieren. Den derzeit bestehenden professionellen Investmentmarkt für studentisches Wohnen in Europa schätzt die Studie auf rund 20 Milliarden Euro. (te)

Foto: shutterstock.com

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