Anzeige
7. Juni 2013, 13:17
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Wende auf den Schifffahrtsmärkten?

Hermann Ebel, Chef der Hansa Treuhand aus Hamburg, sieht erste Erholungstendenzen im Chartermarkt für Containerschiffe. Die Schifffahrtsmärkte würden aber bis Ende 2014 schwierig bleiben und die Charterraten insbesondere für kleinere Schiffe seien bei weitem noch nicht wieder auskömmlich.

Hermann-Ebel-Hansa-Treuhand-255x300 in Wende auf den Schifffahrtsmärkten?

Hermann Ebel, Hansa Treuhand

Die Zahl beschäftigungsloser Schiffe sei aber nach der Erhebung des Research-Dienstes Alphaliner seit Anfang des Jahres von weltweit 297 um ein Drittel auf 199 Einheiten deutlich zurückgegangen, berichtete Ebel vor Journalisten in Hamburg. Zudem habe die Verschrottungsaktivität nochmals zugenommen und es stünden weiterhin nur wenige Neubauten in den Orderbüchern der Werften.

Einen deutlichen Anstieg verzeichneten in den vergangenen Monaten vor allem die Raten für große Frachter, die nicht durch den Panama-Kanal passen („Post-Panamax“). Sie hätten bereits wieder ein Niveau erreicht, das die Schiffsbetriebskosten und den Kapitaldienst decke und wiesen eine weiter steigende Tendenz auf. So habe Hansa Treuhand jüngst einen Neubau mit 7.000 Containerstellplätzen (TEU), der 2014 abgeliefert werden soll (bestellt 2007), für 29.750 US-Dollar pro Tag verchartert, sagte Ebel.

Bei den kleineren Schiffen ist die Entwicklung hingegen weitaus verhaltener. Zwar seien auch in diesen Größenklassen – besonders bei Frachtern mit eigenem Ladegeschirr – die Raten in den letzten Wochen etwas angestiegen, aber noch immer auf einem sehr niedrigen Niveau. Eine positive Tendenz sieht Ebel insofern, als seine Schiffe nach dem Ablauf von Charterverträgen wieder ohne lange Wartezeiten eine Anschlussbeschäftigung finden. „Das ist viel wichtiger als eine um 100 Dollar höhere Charterrate“, so Ebel.

Das Jahr 2012 bezeichnete Ebel als „anstrengend“. Nur drei der Hansa-Treuhand-Schiffsfonds hätten geringe Ausschüttungen leisten können. Bei 25 Schiffen seien hingegen Fortführungskonzepte beschlossen oder Ausschüttungen zurückgefordert worden. Sechs ältere Schiffe wurden verkauft. Seit Januar 2013 habe Hansa Treuhand vier weitere Containerschiffe und einen Tanker verkauft, zudem hätten die Gesellschafter von sieben Schiffen den Verkauf beschlossen. Bei neun Fonds werden 2013 und teilweise 2014 noch Ausschüttungen zurückgefordert, so die vorgelegte Leistungsbilanz 2012 (Kurzversion).

Im vergangenen Jahr konnte die Hansa-Treuhand-Flotte demnach immerhin 65 Millionen US-Dollar der Plantilgungen von rund 86 Millionen US-Dollar tatsächlich leisten. Zum Teil sei weiterhin die Verrechnung mit Tilgungsvorsprüngen möglich gewesen und insgesamt bestehe noch immer ein Tilgungsvorsprung von gut einem halben Jahr. Kein Fonds habe bislang Insolvenz anmelden müssen, betonte Ebel. Zudem sehe sich Hansa Treuhand mit keiner einzigen Anlegerklage wegen Prospekthaftung konfrontiert.

Neue Schiffsfonds plant Hansa Treuhand zunächst nicht. „Hier muss erst wieder Vertrauen aufgebaut werden“, sagte Ebel. Einen weiteren Flugzeugfonds, der ursprünglich für das erste Halbjahr 2013 angekündigt war, plant er nun erst nach dem Inkrafttreten des Kapitalanlagegesetzbuches (KAGB) am 22. Juli. Hansa Treuhand strebt eine Zulassung als Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) nach dem neuen Gesetz an. Die Tochtergesellschaft Hansa Treuhand Finance ist bereits seit längerem als Finanzdienstleistungsinstitut BaFin-reguliert. „Damit haben wir 75 Prozent des Weges schon hinter uns“, so Ebel. Von der Regulierung hält er ansonsten nicht viel: „Das ist überwiegend nur Bürokratie“, sagte er. (sl)

Foto: Hansa Treuhand

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

bAV-Reform vor allem für Niedrigverdiener attraktiv

Bundessozialministerin Andrea Nahles (SPD) sieht in der Einigung der Koalitionsfraktionen auf eine Stärkung der Betriebsrente vor allen Dingen Vorteile für Niedrigverdiener sowie kleine und mittlere Unternehmen.

mehr ...

Immobilien

Bank of America stößt Vonovia ab

Aktien von Vonovia sind nicht mehr Teil des Portfolios der Bank of America, wie aus einer Stimmrechtsmitteilung hervorgeht. Zuvor war die Bank einer der größten Aktionäre des Immobilienunternehmens.

mehr ...

Investmentfonds

BNP Paribas bündelt Privatkunden- und institutionelles Geschäft

Unter der Marke BNP Paribas Asset Management (BNPP AM) führt der Assetmanager der BNP Paribas Gruppe ab dem 1. Juni 2017 seine Investmentlösungen für institutionelle und private Investoren zusammen.

mehr ...

Berater

Mehr Durchblick bei vermögensverwaltenden Fonds

Die MMD Multi Manager GmbH hat sich seit Jahren den Themen Transparenz und Vergleichbarkeit für Vermögensverwaltende (VV) Produkte verschrieben. Die MMD-Indexfamilie wird mit Hilfe des IT-Dienstleisters Cleversoft erweitert und vertieft.

mehr ...

Sachwertanlagen

Prospekthaftung: BaFin gibt Entwarnung – ein wenig

Die BaFin hat gegenüber Cash. zu einem BGH-Urteil Stellung genommen, das einen von ihr geprüften Fondsprospekt mit deutlichen Worten kassiert hatte und damit auch Fragen zur Rechtssicherheit aktueller Emissionen aufwirft.

mehr ...

Recht

Kfz-Schadenregulierung: Vorsicht bei Verjährung

Wer Leistungen gegen einen Kfz-Haftpflichtversicherer geltend macht, sollte berücksichtigen, dass eine Verjährungsfrist von drei Jahren gilt. In einem aktuellen Urteil verlor ein Kläger vor dem Bundesgerichtshof, der sich mit der Verjährung verkalkuliert hatte.

mehr ...