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29. August 2013, 12:30
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Windenergie-Ausbau bleibt im ersten Halbjahr stabil

Im ersten Halbjahr 2013 wurden nach Angaben des Berliner Bundesverbandes Wind Energie e.V. (BWE) deutschlandweit Windenergieanlagen mit einer Leistung von insgesamt rund 1.143 Megawatt neu installiert. Das entspricht dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

Bundesverband Windenergie-255x300 in Windenergie-Ausbau bleibt im ersten Halbjahr stabil

BWE-Präsidentin Sylvia Pilarsky-Grosch

In ihrer vom BWE beauftragten Studie haben die Unternehmen Deutsche Wind Guard und VDMA Power Systems ermittelt, dass 1.038 Megawatt an Land und 105 Megawatt im Meer installiert wurden. Der Ausbau der Windenergie im ersten Halbjahr 2013 entspricht in etwa dem Vorjahresniveau. Aufgrund der verunsichernden Signale aus der Politik zur Absenkung der Förderung ist das Ergebnis aus Sicht von BWE-Präsidentin Sylvia Pilarsky-Grosch positiv: „Der Zubau im ersten Halbjahr liegt an Land mit 80 Megawatt oder etwa acht Prozent über dem Wert des Vergleichszeitraums 2012. Unsere Annahme für den Ausbau der Windenergie an Land in 2013 in Höhe von 2.700 bis 2.900 Megawatt bestätigt sich mit diesem Wert. Es ist ein erfreulich stabiles Wachstum, wenn man die richtungslose politische Debatte im Frühjahr über Änderungen am EEG berücksichtigt. Während die Bevölkerung und die Industrie an der Energiewende hart arbeiten, hat die Bundesregierung hier noch Nachholbedarf. Politik und Bürokratie behindern nach wie vor eine zügige Energiewende.“

Thorsten Herdan, Geschäftsführer VDMA Power Systems, betont, dass sich das Investitionsklima verschlechtert habe: „Die positiven Zahlen des ersten Halbjahres dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich das Investitionsklima in Deutschland verschlechtert hat. Wir brauchen nach der Wahl schnellstmöglich Klarheit über die politischen Rahmenbedingungen. Ein möglichst eng verzahntes EEG 2.0 und Strommarktdesign 2.0 müssen prioritäre Aufgaben der Energiepolitik der neuen Bundesregierung sein.“

Immer noch verhalten zeigt sich die Entwicklung der Windenergie auf See: Hier gingen im ersten Halbjahr 2013 nur 21 Offshore-Windenergieanlagen mit 105 Megawatt ans deutsche Netz – europaweit waren es 1.045 Megawatt. Allerdings verbesserten sich die Aussichten auf ein stärkeres Wachstum der Windenergie auf See, so die Einschätzung des BWE. Im Jahr 2012 wurden über 109 Fundamente und in diesem Jahr bereits im ersten Halbjahr weitere 155 Fundamente aufgestellt. Bei einem Durchschnitt von vier Megawatt pro Fundament sind das nach Installation und Netzanschluss der Turbinen zusammen rund 1.000 Megawatt. 38 Turbinen mit zusammen knapp 200 Megawatt waren im ersten Halbjahr installiert aber noch nicht am Netz. Einige davon und weitere, die in der zweiten Jahreshälfte installiert werden, werden noch in diesem Jahr ans Netz gehen und ersten Strom einspeisen. Insgesamt wird mit etwa 200 Megawatt für 2013 und über 1.000 Megawatt für 2014 und für 2015 gerechnet.

„Die Zahlen zeigen, dass die in Bau befindlichen Offshore-Windenergie-Projekte mit zusammen knapp 2.000 Megawatt zur Umsetzung gelangen. Allerdings ist so schnell wie möglich ein deutliches Signal seitens der Bundesregierung notwendig, um endlich Planungssicherheit für Investoren bei der zweiten Ausbaustufe von weiteren 5.000 Megawatt zu erhalten. Ansonsten wird bis 2015 kein weiterer Euro in neue Projekte investiert“, erläutert VDMA-Chef Herdan.

Das Investitionsvolumen in Windenergieanlagen, die in Deutschland im Jahr 2012 an Land installiert wurden, betrug nach Verbandsangaben etwa 2,6 Milliarden Euro. Bei den Offshore-Windenergieanlagen waren es 120 Millionen Euro. Das entspricht zusammen mit 2,7 Milliarden Euro etwa sechs Prozent des Weltmarktes.

Das Produktionsvolumen der Windenergieanlagen-Hersteller in Deutschland ist 2012 mit dem Weltmarkt und dem Heimmarkt von insgesamt etwa 6 Milliarden Euro auf etwa 6,3 Milliarden Euro gewachsen. Hier liegt der Anteil am Weltmarkt bei 15 Prozent. Davon wurden für etwa 5,8 Milliarden Euro Onshore-Windenergieanlagen und für etwa 0,5 Milliarden Euro Offshore Windenergieanlagen produziert. Die Exportquote ist von 66 Prozent auf 67 Prozent leicht gestiegen.

„Die deutsche Windindustrie ist mit Spitzentechnologie im internationalen Wettbewerb sehr gut aufgestellt. Nach einem schwierigen Jahr 2013 mit vielleicht 39.000 Megawatt installierter Leistung wird der Weltmarkt 2014 wieder auf etwa 43.000 bis 45.000 Megawatt anziehen. Wir sind sicher, dass auch dann die deutsche Industrie mit ihren Entwicklungen hin zu qualitativ hochwertigem Windstrom ihre Vorreiterrolle behalten kann“, resümiert Herdan. (af)

Foto: BWE

 

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