27. April 2010, 16:32
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Vivacon-Restrukturierungspuzzle nimmt Gestalt an

Die seit 2008 mit Liquiditätsnöten kämpfende und um Restrukturierung bemühte Immobilien-AG Vivacon hat mit wesentlichen Hauptgläubigern Sanierungsvergleiche geschlossen sowie in deren Zuge eine Sachkapitalerhöhung durchgeführt, die eine Finanzierungs- und Liquiditätsplanung der zukünftigen Geschäftstätigkeit ermöglichen. Das teilten die Kölner heute adhoc mit.

 in Vivacon-Restrukturierungspuzzle nimmt Gestalt anDer Pflichtmitteilung zufolge fokussiert Vivacon die Geschäftstätigkeit zukünftig wieder vollumfänglich auf die Kernkompetenz im Bereich Erbbaurecht. Diese soll neben den Investitionen in Erbbaurechtsgrundstücke und dem Verkauf von Immobilien unter Erbbaurechtsbedingungen zukünftig auch verschiedene Dienstleistungen im Rahmen der Verwaltung, Bewirtschaftung, Finanzierung von Immobilien und Erbbaurechtsgrundstücken für Dritte umfassen.

Mit Abschluss der Vergleichsverhandlungen, den bereits erfolgten Kostenreduzierungen einschließlich deutlicher Personaleinsparungen sowie den in den letzten Monaten erfolgten Veräußerungen von Developmentprojekten, der Beteiligung an der Curanis Holding sowie diverser Immobilienportfolien sind laut Vivacon wesentliche Maßnahmen zur Sicherung der Liquidität und zur Sanierung der gesamten Unternehmensgruppe getroffen worden.

Den Vergleichen liegt ein nach IDW S6 geprüftes und mit einer positiven Fortführungsprognose versehenes Sanierungsgutachten zugrunde. Integraler Bestandteil der andauernden Sanierungsbemühungen und Grundlage der mit den Hauptgläubigerbanken geschlossenen Vergleiche ist eine erfolgte Kapitalerhöhung durch Wandlung eines Teilbetrags einer Wandelschuldverschreibung im Rahmen eines debt for Equity swaps in Eigenkapital.

Dazu hat Vivacon unter teilweiser Ausnutzung des genehmigten Kapitals eine Sachkapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre beschlossen und die Saxon S.à r.l., Luxemburg, zur Zeichnung zugelassen. Saxon hat der Unternehmensmitteilung zufolge eine Teilforderung im Nennbetrag von insgesamt 18,6 Millionen Euro aus der Kündigung der am 28. April 2008 ausgegebenen Wandelschuldverschreibung im Gesamtnennbetrag von 24 Millionen von der Credit Suisse Securities (Europe) Limited erworben und in die Vivacon eingebracht. Mit erfolgter Eintragung der Sachkapitalerhöhung beträgt das Grundkapital der AG demnach rund 25,99 Millionen Euro. Saxon ist auf diese Weise mit einer Beteiligung von rund 23,48 Prozent an dem Grundkapital Vivacon beteiligt.

Im Zuge der Sanierung sind gemäß der adhoc-Mitteilung auch die Insolvenzanträge für die Immobilientochtergesellschaften in Salzgitter und Kassel zwischenzeitlich zurückgenommen worden. Die Bestände befinden sich jedoch weiter in der Institutsverwaltung der finanzierenden Bank. Über die Sanierung und die zukünftigen Ziele der Geschäftstätigkeit im Bereich der Erbbaurechte will Vivacon ihren Aktionären auf der für den 21. Mai 2010 einberufenen außerordentlichen Hauptversammlung detailliert berichten. (te)

Foto: Shutterstock

1 Kommentar

  1. […] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Cash.-Magazin erwähnt. Cash.-Magazin sagte: Vivacon-Restrukturierungspuzzle nimmt Gestalt an http://bit.ly/9YITVh […]

    Pingback von Tweets die Vivacon-Restrukturierungspuzzle nimmt Gestalt an - Cash. Online: News- und Serviceportal für Finanzdienstleistungen erwähnt -- Topsy.com — 27. April 2010 @ 17:36

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Grundrente: Wer sie bekommt und wie sie berechnet wird

Pflegekräfte, Lkw-Fahrer, Reinigungskräfte oder die Erzieherinnen in der Kita gehören oft zu den Leistungsträgern unserer Gesellschaft. Um ihnen eine angemessene Altersversorgung zu garantieren, hat die GroKo die Grundrente nun durch den Bundestag gebracht. Was das für die Bezieher von Minirenten bedeutet.

mehr ...

Immobilien

“Die meisten Investoren gegenüber dem Thema ESG sehr aufgeschlossen”

Eine knappe Mehrheit der institutionellen Anleger (51 Prozent) rechnet mit langfristig höheren Immobilienrenditen, wenn bei Investitionsentscheidungen ESG-Kriterien berücksichtigt werden. Das ist das eines der Ergebnisse einer Umfrage, die Warburg-HIH Invest Real Estate unter rund 100 Teilnehmern durchgeführt hat.

mehr ...

Investmentfonds

Wirecard-Skandal – Wirtschaftsprüfer im Auge des Sturms

Der Bilanzskandal um den mittlerweile insolventen Zahlungsdienstleister Wirecard hat Anleger Milliarden gekostet. Mittlerweile steht auch der zuständige Wirtschaftsprüfer EY im Fokus. Der Prozessfinanzierer Foris AG arbeitet mit führenden Bank- und Kapitalrechtskanzleien an gemeinsamen Lösungen.

mehr ...

Berater

Blau direkt erweitert Geschäftsführung und erschließt damit den Investmentbereich

Oliver Lang, der kürzlich seinen Rücktritt aus dem Vorstand des Maklerpools Jung, DMS & Cie. bekannt gab, ergänzt als neuer CIO die Geschäftsführung des Lübecker Infrastrukturdienstleisters Blau direkt.

mehr ...

Sachwertanlagen

Immer weniger Deutsche wollen reich werden

Nur noch eine knappe Mehrheit der Deutschen findet es erstrebenswert, reich zu sein. Gleichzeitig werden die Chancen auf ein hohes Vermögen immer schlechter eingeschätzt – auch wegen Corona. Das ergab eine repräsentative Umfrage der GfK für die “4. Reichtumsstudie” des Private-Equity-Spezialisten RWB Group.

mehr ...

Recht

Entscheidung über Bafin-Aufsicht vertagt

Die Entscheidung über den Gesetzentwurf zur Übertragung der Aufsicht über die unabhängigen Finanzanlagenvermittler auf die Bafin ist vom Finanzausschuss des Deutschen Bundestages erneut vertagt worden. Dies teilt der AfW Bundesverband Finanzdienstleistung mit.

mehr ...