King Sturge: 
Euphorie in der Immobilienwirtschaft lässt nach

Die anhaltenden globalen Unsicherheiten spiegeln sich in der Juni-Auswertung des monatlich erhobenen King Sturge Immobilienkonjunktur-Index wider. Das Immobilienklima, das die Stimmung der Marktteilnehmer spiegelt, sackte um 3,3 Prozent ab.

krise-aufschwung-shutt_57207490Obwohl sich die Entwicklung in anderen Euro-Ländern nicht unmittelbar auf den deutschen Markt auswirkt und die hiesige Wirtschaft nach wie vor wächst, lässt laut King Sturge unter den über 1.000 befragten Marktteilnehmern die bisher sehr optimistische Stimmung nach. Das umfragebasierte Immobilienklima sackte im Juni um 3,3 Prozent auf 141,5 Zählerpunkte (Vormonat: 146,3) ab. Diese Entwicklung basiere vor allem auf dem Ertragsklima, das um vier Prozent auf 138,7 Zähler abfiel. Das Investmentklima, zweiter Teilindikator des Immobilienklimas, sank von 148,0 auf 144,3 Punkte und zeigt somit ein Abflauen der Investitionsnachfrage an.

„Nach einer Phase der Euphorie ist in der Immobilienwirtschaft wieder etwas mehr Zurückhaltung eingetreten“, stellt Sascha Hettrich, Managing Partner von King Sturge Deutschland, fest. „Die Fundamentaldaten sind indes in Ordnung. Der kräftige Aufschwung hält an, die Zinsen sind noch niedrig, die Wirtschaft schafft neue Arbeitsplätze und braucht weitere Flächen. Im Gegensatz dazu wird in Deutschland bekanntlich viel und gerne gejammert – derzeit allerdings auf weltweit sehr hohem Niveau.“

Im Juni bewerteten die befragten Marktteilnehmer alle Segmente schlechter als im Vormonat. Das Klima für Büroimmobilien verlor 3,3 Prozent und weist aktuell 135,8 Zählerpunkte aus. Bei den Handelsobjekten sank der Wert um 3,5 Prozent auf 137,4 Zähler. Das nach wie vor am positivsten bewertete Wohnklima fiel um 3,1 Prozent und liegt mit 161,5 Zählerpunkten etwas unter seinem Wert vom Januar diesen Jahres.

Im Gegensatz zu der abflauenden Stimmung verzeichnet die zweite Komponente des King Sturge Index, die makroökonomische Immobilienkonjunktur, einen 0,7-prozentigen Zuwachs auf 219,8 Zähler. Sie basiert auf einer statistischen Auswertung von ifo-Geschäftsklimawerten, Dax, Dimax, Zinsen und Staatsanleihen. Damit erreicht die Immobilienkonjunktur nahezu ihr Niveau von Anfang 2007.

Mit Blick auf die globalen Märkte prognostiziert Hettrich: „Wichtig ist jetzt, dass der Finanzsektor stabil bleibt. Daher ist es auch richtig, den Griechen mehr Zeit zu geben, ihre strukturellen Probleme zu lösen und die Stabilität des Euros nicht unnötig zu gefährden. Alles andere würde bedeuten, dass die Banken ihre nach der Krise mühsam wiedererlangte Finanzierungsbereitschaft abrupt einstellen würden. Und das träfe dann auch die deutsche Immobilienwirtschaft.“ Langfristig gesehen werde Europa allerdings nicht umhinkommen, klare Regelungen für die notwendige Konsolidierung der Schuldenstaaten einzuführen. (bk)

Foto: Shutterstock

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