IVG: „The Squaire“ verursacht Konzernverlust in 2011

Die Bonner IVG Immobilien AG hat das Geschäftsjahr 2011 mit einem Verlust von 126 Millionen Euro abgeschlossen, der vor allem auf das Konto des Großprojekts „The Squaire“ geht. Änderungen in der Geschäftsstrategie sollen den Konzern wieder in die Gewinnzone führen.

chart-up-down-shutt_64752775Nach Angaben von IVG resultiert der Verlust überwiegend aus Wertberichtigungen im auslaufenden Projektentwicklungsgeschäft, namentlich für das Großprojekt „The Squaire“ am Frankfurter Flughafen. Für 2012 sei ein ausgeglichenes Ergebnis zu erwarten, spätestens 2012 solle wieder die Gewinnzone erreicht werden. IVG strebt dies durch einen Ausbau des Geschäftsbereichs Erdöl- und Erdgaslagerstätten (Kavernen), eine Fortsetzung der Co-Investmentstrategie im Immobilienbereich sowie neue Fondsprodukte für institutionelle und private Investoren an. Zudem will sich IVG durch weitere Engagements im Bereich Energie-Infrastruktur zu einem integrierten Immobilien- und Infrastrukturinvestor wandeln.

Neben dem durch „The Squaire“ verursachten Konzernverlust seien in 2011 aber auch operative Erfolge verbucht worden, so IVG. Mit dem Erwerb des sogenannten „Silberturms“ im Frankfurter Bankenviertel im Rahmen eines durch IVG initiierten Clubdeals mit acht institutionellen Investoren sei Ende 2011 die Co-Investmentstrategie erfolgreich fortgeführt worden. „Hier haben wir unsere Kompetenz für innovative Investitions- und Finanzierungslösungen erneut am Markt bewiesen“, sagt Dr. Wolfgang Schäfers, seit November 2011 Sprecher des IVG-Vorstands.

Beim eigenen Immobilienportfolio sei die Fokussierung auf den weniger volatilen deutschen Markt fortgesetzt worden. Bezogen auf den Verkehrswert liege der Anteil von Immobilien in Deutschland inzwischen bei über 90 Prozent. Die Bereinigung des Bestandsportfolios von kleinteiligen, nicht in die Portfoliostrategie der IVG passenden Immobilien werde weiter verfolgt.

Kredite verlängert – 460 Millionen Euro Schulden abgebaut

Durch die Prolongierung von Krediten und die Rückführung der Nettoverschuldung um rund 460 Millionen Euro auf rund 4,5 Milliarden Euro wurde die Finanzierungs- und Risikostruktur nach Angaben von IVG verbessert. Der Erlös von 145,5 Millionen Euro aus der Mitte Dezember 2011 durchgeführten Kapitalerhöhung werde in das Kavernengeschäft investiert, das zur weiteren Schuldentilgung beitragen soll. IVG plant nach eigenen Angaben, die Finanzschulden in den nächsten zwei Jahren primär durch die Monetarisierung von Vermögenswerten auf circa 3,5 Milliarden Euro weiter abzubauen. Dabei soll das Eigenkapital auf eine Quote nahe 30 Prozent gebracht werden. Das Entwicklungsprojekt „The Squaire“ am Frankfurter Flughafen soll nach dem ersten vollen Betriebsjahr im Laufe des Jahres 2013 verkauft werden. IVG erwartet durch den Verkauf die Freisetzung von mindestens 300 Millionen Euro Eigenkapital.

„Mit einem Immobilieneigenbestand von 3,8 Milliarden Euro, Assets under Management von insgesamt 21,5 Milliarden Euro, einem Transaktionsvolumen von 2,25 Milliarden Euro sowie einer Vermietungsleistung von über 800.000 Quadratmetern im abgelaufenen Geschäftsjahr ist die IVG einer der großen und wichtigsten Marktplayer in Europa“, sagt Schäfers. Die Jahre 2012 und 2013 seien die entscheidenden Wendejahre. „Danach wird sich zeigen, ob die IVG sich weiterhin als großer europäischer Immobilien- und Infrastrukturinvestor nicht nur behaupten, sondern ihre Position weiter ausbauen kann“, so der Vorstandssprecher. (bk)

Foto: Shutterstock

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