Nach dem Sturm

Offene Immobilienfonds als brandsichere Anlageform scheinen nach der großen Abwicklungswelle ausgedient zu haben. Allerdings gibt es trotz aller Unkenrufe einige Fonds, die weiterhin eine äußerst solide Performance vorzuweisen haben - ein Marktüberblick.

Offene Immobilienfonds galten einst als hochsichere Anlageform, nun hat die Branche eine beispiellose Abwicklungswelle erlebt. Ein Teil der Assetklasse verzeichnet wiederum gute Zuflüsse und Ergebnisse. Wie sehen die Zukunftschancen aus?

offene-Immobilienfonds
Text: Barbara Kösling

Die Anleger haben entschieden: Mit dem CS Euroreal musste am 21. Mai auch der letzte eingefrorene offene Immobilienfonds die Segel streichen. Er hatte sich dem Votum der Anteilseigner gestellt und an diesem Tag probeweise geöffnet.

Doch die Barmittel reichten nicht aus, um die ausstiegswilligen Anleger auszuzahlen, sodass nur die Abwicklung des Fonds bleibt. Wie das Fondsmanagement mitteilte, summierten sich die Rückgabewünsche von Fondsanteilen auf 2,96 Milliarden Euro, das entspreche 51 Prozent des Fondsvolumens von 5,8 Milliarden Euro.

Den Anfang hatte am 7. Mai der SEB Immoinvest gemacht. Nach fast zweijähriger Schließung versuchte sich das Fondsmanagement um Barbara Knoflach gegen die drohende Abwicklung zu stemmen und probierte eine Wiederöffnung nach dem gleichen Muster.

Ein Novum und ein mutiger Schritt. Denn die sieben offenen Immobilienfonds, die zuvor seit Ende 2010 die Segel streichen mussten, hatten dies gar nicht erst in Erwägung gezogen, sondern nach Befragung von Vertriebspartnern direkt die Auflösung ihrer jeweiligen Fonds verkündet. Der Versuch allerdings scheiterte auch in diesem Fall.

Wendepunkt für die Branche der offenen Immobilienfonds

Mit dem CS Euroreal und dem SEB Immoinvest – beide rund sechs Milliarden Euro schwer – verliert die Branche zwei ihrer Flaggschiffe und die ersten Großfonds. Beide hatten bei den Performancewerten der Assetklasse regelmäßig auf vorderen Plätzen gelegen. Doch auch diese Bilanz half nicht, das Vertrauen der Anleger wiederzugewinnen.

Nach Ansicht von Knoflach waren sie verunsichert. „Die nicht enden wollende Kette schlechter Meldungen aus Wirtschaft und Finanzindustrie sowie das unruhige Fahrwasser, in dem sich die offenen Immobilienfonds seit über zwei Jahren bewegen, hat viele Anleger zermürbt. Und zwar so stark, dass sie sich mit Argumenten und Weiterentwicklungen ihrer Anlageform derzeit nicht mehr auseinandersetzen möchten.“

Fest steht: Nach zweijähriger Schließungsphase wollte eine Mehrzahl einfach raus aus den eingefrorenen Fonds.

Seite zwei: Für Kleinanleger die attraktivste Form der indirekten Immobilienanlage

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