CBRE: Investoren wollen Prime-Immobilien in starken Volkswirtschaften

Der europäische Markt für Investitionen in Gewerbeimmobilien zeigt im dritten Quartal 2012 eine verstärkte Konzentration auf stärkere Volkswirtschaften und Prime-Immobilien. Das berichtet das internationale Immobilienberatungsunternehmen CBRE.

Immobilien-InvestmentsLaut CBRE eröffnen sich durch die erheblichen Preisunterschiede zwischen Prime- und Non-Prime-Immobilien in Europa jedoch auch Möglichkeiten für Value-add-Investoren. Die Investitionen in gewerbliche Immobilien in Europa beliefen nach Zahlen des Immobilienberatungsunternehmens im dritten Quartal 2012 auf 28,3 Milliarden Euro. Das entspricht im Vergleich zum zweiten Quartal 2012 einer Steigerung von 14 Prozent und fast genau dem Umsatzniveau aus dem dritten Quartal 2011. In den letzten drei Jahren, so CBRE, zeigte die Investitionstätigkeit einen starken saisonalen Effekt, wobei das letzte Quartal deutlich stärker als der Rest des Jahres war. Die Immobilienberater gehen davon aus, dass sich dies im Jahr 2012 wiederholen wird.

„Die Investoren verfolgen weiterhin risikoscheue Strategien und favorisieren stärkere Wirtschaftssysteme, Nicht-Euro-Märkte und Prime-Immobilien. Die Analyse der Renditen zeigt, dass sich die Preisgestaltung trotz der derzeitigen wirtschaftlichen Kulisse am oberen Ende des Marktes als robust erwiesen hat. Dies unterstreicht den harten Wettbewerb bei Investoren um Core-Immobilien“, heißt es in einer CBRE-Einschätzung.

Europäische Investitionstätigkeit nach Ländern Q3 2012

Die stärkste Investitionstätigkeit wurde den eigenen Zahlen zufolge in Großbritannien verzeichnet, wo im Verlauf des dritten Quartals 2012 etwa 42 Prozent aller europäischen Transaktionen getätigt wurden. Damit wird der letzte Quartalsdurchschnitt von 35 Prozent übertroffen. Auch Deutschland und Frankreich verzeichnen stabile Investitionssummen. Am Investmentmarkt für gewerbliche Immobilien in Deutschland wurden laut CBRE im dritten Quartal 5,1 Milliarden Euro investiert. Nach dem angebotsbedingten Rückgang im zweiten Quartal konnte im dritten Jahresviertel wieder eine deutlich dynamischere Investitionstätigkeit registriert werden, die rund elf Prozent über dem Vorquartalswert lag. Den Volkswirtschaften in Südeuropa verzeichneten einen schwachen Markt. In Central and Eastern Europe (CEE) blieb der Immobilieninvestmentmarkt nur in der relativ robusten Wirtschaft von Russland stark.

Die Investmentaktivität in Einzelhandelsimmobilien sank laut CBRE auch im dritten Quartal 2012 weiter – sowohl in absoluten Zahlen als auch beim Marktanteil insgesamt. Den Grund dafür sehen die Immobilienberater in der Verknappung von erstklassigen Einzelhandelsimmobilien. Dies hat die Investitionstätigkeit im Vergleich zu den hohen Volumen 2010 und der ersten Jahreshälfte 2011 geschwächt.

Fabian Klein, Head of Investment bei CBRE in Deutschland kommentiert: „Investoren konzentrieren sich hauptsächlich auf Immobilien mit anleiheähnlichen Merkmalen: liquide Märkte und Immobilien mit langfristigen Erträgen. Infolgedessen befindet sich der Spread zwischen Prime- und Non-Prime-Immobilien auf einem Allzeithoch. Dieser stark polarisierte Markt bietet Value-add-Investoren Chancen. Das Preisgefälle derzeit ist beträchtlich und daher ist der Gewinn durch ein erfolgreiches aktives Asset Management – sei es durch Investitionsaufwand oder Neuverhandlung von Mietverträgen – ebenfalls beachtlich.“

Nach Einschätzung von CBRE wird das Investoreninteresse an Non-Core-Immobilien in Ländern mit den stärksten Volkswirtschaften, wie beispielsweise Deutschland, Großbritannien und Skandinavien steigen. Dafür gebe es in diesen Märkten bereits erste Anzeichen. Für den Großteil Europas wiesen die neuesten BIP-Prognosen für 2013 jedoch auf ein geringfügiges Wachstum und eine anschließende langsame Erholung hin. (te)

Foto: Shutterstock

 

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