Anzeige
30. April 2013, 15:26
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Run auf offene Immobilienfonds?

Anleger in offene Immobilienfonds kommen künftig erst nach zweijähriger Haltefrist an ihr Kapital, sofern das AIFM-Umsetzungsgesetz wie geplant beschlossen wird. Die Gesellschaften zeigen sich mit dem Regelwerk zufrieden. Allerdings könnte es noch einen Ansturm geben, bevor es in Kraft tritt.

offene Immobilienfonds

Wer nach dem 21. Juli 2013 in einen offenen Immobilienfonds (OIF) investiert, muss sich auf eine Mindesthaltedauer von zwei Jahren einstellen. So sieht es der Entwurf zum AIFM-Umsetzungsgesetz vor, den der Finanzausschuss des Bundestags am 24. April beschlossen hat. Zudem ist eine Kündigungsfrist von einem Jahr vor einer Anteilsrückgabe vorgesehen.

Mit diesen Maßnahmen sollen die Fonds künftig stabilisiert und vor Schließungen durch abrupte Mittelabflüsse geschützt werden, die in den vergangenen Jahren zu zahlreichen Fondsabwicklungen führten. Trotzdem soll der Kauf und Verkauf von Anteilen offener Immobilienfonds – entgegen ursprünglicher Pläne des Finanzministeriums – unter Beachtung der Fristen weiterhin börsentäglich möglich bleiben

Die Fondsanbieter zeigen sich mit dem Regelwerk zufrieden. „Union Investment begrüßt, dass offene Immobilienfonds (OIF) als indirekte Immobilienanlagen für Kleinanleger erhalten bleiben“, so der Fondsanbieter.

„Unter dem Vorbehalt, dass das Regelwerk im Sinne der bekannt gewordenen Beschlüsse des Finanzausschusses vom Bundestag verabschiedet wird, begrüßen und unterstützen wir die KAGB-Regelungen. Sie tragen zu einer weiteren Stärkung des Charakters von offenen Immobilienfonds als Langfristinvestments bei“, sagt auch Erich Seeger, im Vorstand der Commerz Real für den Fondsvertrieb verantwortlich. Die durchschnittliche Investitionsdauer in die Fondsgruppe liege ohnehin bereits bei etwa sieben Jahren.

Kommt es zu einem Ansturm der Anleger?

Für die Altanleger sollen die Regeln des KGAB allerdings nicht gelten, sie dürfen nach der bisherigen Regelung weiterhin Anteile im Wert von 30.000 Euro pro Fonds und Halbjahr zurückgeben. Dies könnte manche veranlassen, noch vor dem 21. Juli 2013 Fondsanteile zu erwerben und einen Schlussverkauf auslösen.

„Mit Blick auf den Wegfall der Freibetragsgrenzen ist davon auszugehen, dass einige Anleger nun sehr zügig – ob erstmalig oder wiederholt – in offene Immobilienfonds investieren werden. Mir ist aber wichtig, deutlich zu machen, dass der OIF auch unter den neuen Regelungen für den langfristig orientierten Anleger attraktiv ist“, sagt Seeger.

Doch auch, wenn das Gesetz planmäßig in Kraft tritt, rechnen die Anbieter mit einem weiterhin guten Zulauf in die Fondsklasse, in der deutschlandweit 82,3 Milliarden Euro investiert sind. „Eine substanzielle Veränderung des Kundenverhaltens erwarten wir durch die Neuregelung der OIFs für unsere Fonds nicht“, so Union Investment.

„Das Anlegerinteresse wird trotz der Haltfrist unserer Einschätzung nach weiter hoch sein. Die große Mehrzahl der Anleger sucht eine stabile längerfristige Anlage“, sagt Dr. Michael Birnbaum, Sprecher der Gesellschaft Kanam Grund, die zwei offene Immobilienfonds abwickeln musste.

Das Unternehmen plant bereits einen neuen Fonds. „Wir werden mit einem neuen offenen Immobilienfonds an den Markt gehen, sobald die neuen Regeln wie geplant in Kraft getreten sind“, sagt Birnbaum. „Mit den neuen Regeln sind die OIFs künftig schockresistent und können nicht mehr durch abrupte hohe Mittelabflüsse in eine existentielle Schieflage geraten.“ (bk)

Foto: Shutterstock

 

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 5/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Europäische Aktien – Schwellenländer – digitaler Wandel – Neue Vertriebsregeln

Ab dem 27. April im Handel.

Rendite+ 1/2017 "Sachwertanlagen"

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Hitliste der Produktanbieter – Top Five der Segmente – Immobilienmarkt

Versicherungen

Volkswohl Bund: Bläsing wird Nachfolger von Dr. Maas

Beim Dortmunder Versicherer Volkswohl Bund gibt es einen Wechsel in der Führungsspitze. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Joachim Maas geht Ende April 2017 nach über 37 Jahren Tätigkeit in den Ruhestand. Mit Wirkung zum 1. Mai 2017 wird Dietmar Bläsing neuer Sprecher der Vorstände der Volkswohl Bund Versicherungen. 

mehr ...

Immobilien

Investitionen in Immobilien: Die globalen Trends

Das globale Investitionsvolumen in Immobilien wird 2017 trotz Angebotsmangels weiter steigen. Dadurch werden die Preise mittelfristig stabil bleiben. Cushman & Wakefield erwarten für das kommende Jahr mehr Dynamik.

mehr ...

Investmentfonds

Deutsche Bank holt Citigroup-Manager Moltke in den Vorstand

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank hat James von Moltke (48) zum neuen Finanzvorstand ernannt. Er war bisher Treasurer der amerikanischen Bank Citigroup und soll seinen Posten bei der Deutschen Bank im Juli dieses Jahres antreten.

mehr ...

Berater

Deutscher Bankenrettungsfonds schließt 2016 mit Gewinn ab

Der im Zuge der Finanzmarktkrise im Jahr 2008 geschaffene Finanzmarktstabilisierungsfonds (FMS), der von der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA) verwaltet wird, schließt das Geschäftsjahr 2016 mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 98,6 Millionen Euro ab.

mehr ...

Sachwertanlagen

HTB Gruppe bringt weiteren Immobilien-Zweitmarktfonds

Die Bremer HTB Gruppe startet ab sofort mit dem Vertrieb des neuen Immobilien-Zweitmarktfonds “HTB 8. Immobilien Portfolio”. Der alternative Investmentfonds (AIF) ist bereits der siebte Publikums-AIF von HTB.

mehr ...

Recht

ZIA fordert bei Crowdinvesting stärkeren Verbraucherschutz

Der ZIA bemängelt, dass Crowdinvesting durch die bisherige Regulierung privilegiert ist, auf Kosten des Verbraucherschutzes. Der Ausschuss fordert unter anderem eine Prospektpflicht. Diese Forderungen widersprechen den Ansichten des Bundesverband Crowdfunding.

mehr ...