Investoren setzen auf europäische Einzelhandelsimmobilien

Investoren haben auch im ersten Halbjahr 2013 nach Angaben von Jones Lang LaSalle verstärkt europäische Einzelhandelsimmobilien erworben. Das Interesse ist nicht nur in den großen Eurostaaten hoch.

Der starke Jahresauftakt bei den Investitionen in europäische Einzelhandelsimmobilien habe sich auch im zweiten Quartal fortgesetzt, so Jones Lang LaSalle (JLL). Das Investitionsvolumen habe 5,1 Milliarden Euro erreicht und sich damit auf dem gleichen Niveau bewegt wie im ersten Quartal 2013. Im zweiten Quartal 2012 hatte es 4,1 Milliarden Euro betragen.

Ein Plus von 40 Prozent

Damit lag das Gesamtvolumen für das erste Halbjahr 2013 mit 10,3 Milliarden Euro um mehr als 40 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Der Anstieg beruht laut JLL in erster Linie auf der erhöhten Verfügbarkeit von Immobilien im Markt, mit denen die Nachfrage der Investoren nach europäischen Einzelhandelsobjekten gedeckt werden kann.

Die traditionell starken Märkte Großbritannien, Frankreich und insbesondere Deutschland verzeichneten nach wie vor eine lebhafte Investitionsaktivität. Die Investoren orientierten sich jedoch zunehmend europaweit. So seien die Anleger auch in Schweden, Polen, Italien, Portugal, Slowenien und Österreich sowie in Russland und der Türkei aktiv gewesen.

Dabei konzentriere sich die Nachfrage nicht ausschließlich auf die jeweiligen Hauptstädte, sondern auch auf regionale Standorte, da die Investoren den Fundamentaldaten der Objekte zunehmend größere Bedeutung beimessen. 
Dies zeigt laut JLL etwa der Erwerb des Silesia City Center in Kattowitz durch ein von der Allianz Real Estate geführtes internationales Konsortium für 412 Millionen Euro.

Transaktionen in Südeuropa in der Pipeline

„Wir verzeichnen eine zunehmende Präsenz opportunistischer Investoren im Markt“, kommentiert Jeremy Eddy, Director, European Retail Capital Markets bei Jones Lang LaSalle. „Mit Zunahme des für den Immobilienmarkt zur Verfügung stehenden Fremdkapitals dürften diese Investoren ihre Aktivitäten im zweiten Halbjahr ausweiten. Geographisch befinden sich gleich mehrere Transaktionen in Südeuropa in der Pipeline. Diese dürften den dringend benötigten wegweisenden Charakter haben, das Vertrauen der Investoren stärken und damit zukünftig für weitere Dynamik im Markt sorgen.“

„Das niedrige und für Immobilieninvestoren attraktive Zinsniveau sorgt für eine unverändert gute Nachfrage nach Retail-Investments in Deutschland“, erläutert Jörg Ritter, Mitglied im deutschen Management Board von JLL, die Entwicklung hierzulande. Besonders Shopping Center hätten im zweiten Quartal deutlich zugelegt. Auch bei Geschäftshäusern in innerstädtischen 1a-Lagen habe sich der positive Trend fortgesetzt. Auch in Deutschland sei festzustellen, dass die Investoren sich vermehrt für regionale Standorte aus der zweiten Reihe interessieren. (bk)

Foto: Shutterstock

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