Anzeige
10. März 2014, 08:50
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Green Buildings: Der Wert der Nachhaltigkeit

Green Buildings haben sich zu einem wichtigen Thema für Investoren in deutsche Büroimmobilien entwickelt. Nachhaltigkeit steigert nicht nur den Objektwert, sondern könnte in den kommenden Jahren ein entscheidender Wettbewerbsfaktor werden.

Gastbeitrag von Dr. Thomas Beyerle, IVG Immobilien AG.

Green Buildings

Thomas Beyerle, IVG: “Für Mieter in Bürogebäuden spielen heute vor allem niedrige Betriebskosten und Energieeffizienz eine sehr zentrale Rolle.”

Das Thema CO2-Reduktion hat sich in der Immobilienwirtschaft in den letzten Jahren zu einem bedeutendem Wettbewerbsfaktor entwickelt – und dieser zeigt sich vielschichtig. Während an den wohnwirtschaftlichen Märkten Fragen vor allem nach einem Passivhausstandard oder einer nachträglichen Dämmung das Geschehen bestimmen, liegt der Schwerpunkt der Aktivitäten im gewerblichen Segment zumeist auf der Erfassung und Reduktion der CO2-Werte.

Hinzu gesellen sich in der öffentlichen Wahrnehmung vor allem die sogenannten Nachhaltigkeitszertifikate oder, in der Fachsprache, die Gebäudelabels. Kaum ein Neubau mehr in den großen Bürozentren Deutschlands, welcher ohne diese Qualitätsauszeichnung auskommt. Die gängigen sind dabei das amerikanische LEED-, das britische BREEAM- und das deutsche DGNB-Zertifikat.

Anders sieht es gleichwohl in den B- und C-Standorten aus. Der Siegeszug der Gebäudezertifizierungen scheint hier noch nicht in Gänze angekommen zu sein. Doch lässt man die bloße Aufzählung und den Wettbewerb, welcher Anbieter nunmehr die meisten in Deutschland hat, hinter sich, stellt sich die Frage nach dem eigentlichen wertstiftenden Beitrag – jenseits der DIN- oder ISO-Norm für Neubauten. Zumal es sich bei einem Preis für das Zertifikat von durchschnittlich einem Prozent des Objektwertes um eine durchaus stattliche Summe handelt.

Was ist ein Green Building?

Nachhaltig errichteten und wirtschaftlich betriebenen Gebäuden wird ein hohes Maß an Effizienz, Umweltfreundlichkeit und Ressourceneinsparung unterstellt. Mehr noch: Nachhaltige Immobilien sind der Garant für einen langfristigen Werterhalt – für Investoren, Eigentümer und Nutzer gleichermaßen. Doch was sind nachhaltige Gebäude? Oft wird dieser Objekttypus mit zertifizierten Gebäuden gleichgesetzt. Bezogen auf den Gesamtmarkt ist es gleichwohl ein Segment, welches ein noch sehr eingeschränktes Marktvolumen repräsentiert. Ferner existieren daneben Gebäude, die diesen Anforderungen ohne Weiteres genügen, ohne dass dies durch einen Zertifizierungsprozess belegt worden ist.

Gerade in Deutschland wird diese Frage aktuell intensiv diskutiert. Wer trägt die Kosten eines solchen Zertifizierungsprozesses und was ist der kurz- und mittel- bis langfristige ökonomische Nutzen desselben? Einfacher gefragt: Warum sollte man diesen Weg gehen? Grundsätzlich hat sich herauskristallisiert, dass grüne oder nachhaltige Immobilien als Gebäude bezeichnet werden, die sich durch eine Ressourceneffizienz in den Bereichen Energie, Material und Wasser auszeichnen und deren schädliche Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit somit reduziert sind. Umgangssprachlich hat sich der englische Terminus “Green Building” durchgesetzt.

Vielfalt der Zertifikate

Für Mieter in Bürogebäuden spielen heute vor allem niedrige Betriebskosten und Energieeffizienz eine sehr zentrale Rolle. Zertifizierungen stellen daher immer öfter ein entscheidendes Anmietungskriterium dar. Um die Einhaltung verschiedener Nachhaltigkeitskriterien nachzuweisen, haben sich eine Reihe von Gütesiegeln und Zertifikaten etabliert. Auf einen einheitlichen anerkannten internationalen Standard konnte man sich bis dato noch nicht einigen und dies wird sich auf absehbare Zeit auch nicht einstellen. Somit liegen teilweise unterschiedliche Systematiken und Bewertungskriterien vor, wodurch sich die Bewertungsergebnisse sehr stark unterscheiden können. Negativ formuliert: Ein deutsches DGNB-Zertifikat kann nicht mit einem britischen BREEAM verglichen werden.

Viele Industrieländer verfügen heute über nationale Gebäudezertifikate. International relevant sind allerdings hauptsächlich das amerikanische LEED (Leadership in Energy and Environmental Design) und das britische BREEAM (Building Research Establishment Environmental Assessment Method). Hat man folglich in seinem Gebäude in Frankfurt oder Hamburg primär anglo-amerikanische Mieter, so steht bei denen ein LEED- oder BREEAM-Zertifikat in der Gunst bei einer Anmietung.

Gesteigerte Rendite

Das Ziel von nachhaltigen Gebäuden ist vor allem ein Qualitätsziel – verbunden mit der Erzielung einer attraktiven Rendite. So sind nachhaltige Gebäude wirtschaftlich effizient, umweltfreundlich und ressourcensparend. Damit behalten nachhaltige Gebäude langfristig ihren Wert – für Investoren, Eigentümer und Nutzer gleichermaßen. Ihnen werden dabei verschiedene Aspekte zugesprochen, zu denen neben verbesserten Gebäudeeigenschaften auch ökonomische Vorteile wie geringere Betriebskosten zählen (siehe Aufzählung unten).

Vor allem für Investoren sind weitere Aspekte wie Wettbewerbsvorteile beim Verkauf und und eine höhere Wertsteigerung der Immobilie wesentlich. Gebäudezertifikate dienen aktuell vorrangig der Kommunikation, da in Due-Diligence-Prozessen dargelegt werden kann, auf welchem Niveau sich die Immobilie befindet und welche Investitionen zu erwarten sind.

Geweitete Perspektive

Mit den Objektzertifizierungen allein ist es gleichwohl nicht getan. Auch im Jahr 2014 werden die Immobilienunternehmen Nachhaltigkeitsziele verfolgen. An vorderster Stelle ihrer Planungen stehen hierbei die Implementierung des Carbon Footprint und die Intensivierung der Stakeholder-Dialoge (82 Prozent der Befragten). Ferner wird die Ausweitung des Green Facility Managements, die CO2-Reduktion und eine erhöhte Gebäudetransparenz angestrebt. Ein Großteil der Unternehmen wird auch sogenannte Green Leases anbieten bei der Gebäudevermietung.

Seite 2: Herausforderung bei Bestandsobjekten

Weiter lesen: 1 2

Anzeige
Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

xbAV Beratungssoftware mit neuem Geschäftsführer

Boris Haggenmüller verantwortet als Geschäftsführer seit September 2017 das operative Geschäft der xbAV Beratungssoftware GmbH. Zuvor war er der verantwortliche Prokurist des Tochterunternehmens der xbAV AG.

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierung: Die Service-Champions

Welche Banken bieten deutschen Kunden den besten Kundenservice bei der Baufinanzierung? Die Kölner Beratungsgesellschaft Servicevalue hat Kunden der Banken hierzu befragt. Eine Bank konnte besonders überzeugen und sicherte sich einen “Gold-Rang”.

mehr ...

Investmentfonds

Finanzbranche befürchtet Blasenbildung an Märkten

Die Politik der Europäischen Zentralbank hat bereits zur Blasenbildung an den Finanzmärkten geführt, oder wird dies noch tun. Dessen ist sich die Finanzbranche sicher. Die Mehrheit wünscht sich den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik, hält dies jedoch gleichzeitig für unwahrscheinlich.

mehr ...

Berater

Insurtechs: Die fairsten digitalen Versicherungsmakler aus Kundensicht

Welche digitalen Versicherungsmakler werden von ihren Kunden als besonders fair wahrgenommen? Das Kölner Analysehaus Servicevalue hat gemeinsam mit Focus-Money die Kunden von 24 Anbietern befragt. Neun von ihnen erhielten die Note “sehr gut”.

mehr ...

Sachwertanlagen

IPP-Fonds der Deutschen Finance schütten aus

Der Asset Manager Deutsche Finance aus München kündigt für seine beiden Fonds IPP Institutional Property Partners Fund I und Fund II Auszahlungen für das Geschäftsjahr 2016 an die Privatanleger an.

mehr ...

Recht

IDD: Umsetzung könnte in Teilen verschoben werden

Wie der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. mitteilt, könnte sich der Umsetzungstermin von Teilen der europäischen Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verschieben. Die delegierten Rechtsakte sollen nach dem Willen des europäischen Parlaments demnach erst im Oktober 2018 in Kraft treten.

mehr ...