30. April 2014, 10:08
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Preisblase: Droht Deutschland Spaniens Schicksal?

Wohnimmobilienpreise wachsen deutschlandweit so stark wie seit Langem nicht. Der Anstieg der Mieten ist demgegenüber gering. Droht eine Immobilienblase?

Immobilienblase

Wohnungsbau in Badalona bei Barcelona. Zwischenzeitlich stiegen die ausstehenden Kredite für den Wohnungsbau auf der iberischen Halbinsel auf 63 Prozent des BIP.

Der deutsche Immobilienmarkt boomt wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Sowohl deutsche als auch ausländische Investoren betrachten Gewerbe- und Wohnimmobilien hierzulande als sichere Wertanlage.

Insbesondere die Nachfrage nach Wohnraum hat ein historisch hohes Niveau erreicht, der Kostenaufwand beim Kauf einer Immobilie steigt in ungeahnte Höhen. Laut dem Researchunternehmen F+B stiegen die Preise von Eigentumswohnungen im Jahr 2013 um rund 5,9 Prozent noch stärker als im Vorjahr (5,1 Prozent).

Billiges Baugeld

Die Steigerung der Kaufpreise von Eigentumswohnungen in Bestand und Neubau sei letztes Jahr etwa 4,5-mal so hoch gewesen wie die Steigerungsrate der Mieten. Die Kaufpreise von Häusern wuchsen im gleichen Zeitraum um fünf Prozent.

Der Anstieg der Mieten folgt diesem Trend wie bei den Eigentumswohnungen nur bedingt. Im Fall einer Neuvermietung müssen heute laut F+B rund 1,6 Prozent mehr als Anfang 2013 gezahlt werden, 2012 kletterten die Mieten noch um 2,6 Prozent nach oben. Die Mieten von Bestandswohnungen erhöhten sich in 2013 wie im Vorjahr lediglich um 0,8 Prozent.

Ein weiterer Faktor befeuert die Nachfrage nach Immobilien: Baugeld ist in Deutschland momentan so billig zu haben wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Deutsche Bank, Frankfurt, berichtet, dass die Bauzinsen für Darlehen mit fünf bis zehnjähriger Zinsbindung im Jahr 2013 durchweg unter drei Prozent rangierten. Im vierten Quartal 2013 betrugen sie durchschnittlich 2,9 Prozent. Anfang 2014 habe sich die Lage nicht verändert. Zudem wurden mehr Baugenehmigungen erteilt.

Immobilienblase in Sicht?

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts, Wiesbaden, genehmigten die deutschen Bauämter im Jahr 2013 rund 270.400 Wohnungen. Dies entspricht einem Zuwachs von 12,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Angesichts dieser Entwicklungen gibt es Stimmen, die vor einer Immobilienblase warnen. Auf den ersten Blick sind die Sorgen nicht ganz unbegründet.

Das zeigt ein Vergleich der Situation mit Indikatoren einer Immobilienblase, wie sie Dr. Reiner Braun, Vorstand des Researchinstituts Empirica, Berlin, beschreibt. Demnach droht eine Blase, wenn Normalverdiener sich die angebotenen Immobilien nicht mehr leisten können, weil die Kaufpreise schneller als die Mieten wachsen.

Seite zwei: Woran ist eine Preisblase zu erkennen?

Weiter lesen: 1 2

2 Kommentare

  1. Ich kann mich auch der Meinung von Herrn Schueller anschließen!
    Hier in Bonn fehlt bezahlbarer Wohnraum für rd. 30.000 Bürger die derzeit noch in´s Umland pendeln.
    Die Spanier bauten ihre Urbanisationen für eventuelle Residenten ziellos auf Halde, ohne das hierfür eine echte Nachfrage bestand, von daher ist Ihr Bericht völlig irreführend!

    Kommentar von Armin Wagner — 2. Mai 2014 @ 12:10

  2. Ganz ehrlich, liebe Redakteure. Wer angesichts der tatsächlichen Sachlage in Deutschland (langfristige, d.h. die Entwicklung seit den 90ern, Fertigstellungen weit unter dem Bedarf seit Jahren) immer noch eine solche Überschrift wählt, handelt offensichtlich ohne Verständnis des Marktes, und allemal ohne Verantwortungsgefühl. Sollten Sie tatsächlich das Gefühl haben, dass Ihre Artikel ohne derart reißerische Aufmacher niemand liest? Man könnte ja auch faktenbasiert ähnliche “attention grabber” formulieren: Deutsche bauen immer noch zu wenig! Mietengpässe vorprogrammiert. Oder: Immer strengere Bauvorschriften verteuern den Neubau und verhindern den Einstieg ins Wohneigentum. Und der Staat schaut zu.
    Das hätte doch den zusätzlichen Charme, dass Sie nicht die 157te Publikation wären, den den Blasen-Unsinn zumindest prima facie nachplappert.

    Kommentar von Martin Schueller — 30. April 2014 @ 16:45

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Hanse Merkur und HM Trust unterzeichnen UNPRI

Die HanseMerkur und ihre Asset Management-Tochter HM Trust AG haben die sechs Grundsätze der Vereinten Nationen für verantwortliches Investieren, die UN Principles for Responsible Investment, kurz UNPRI, unterzeichnet. Damit verpflichten sich beide Unternehmen zu einem Investitionsverhalten, das der finanziellen Relevanz ökologischer und sozialer Kriterien sowie Fragen einer guten Unternehmensführung Rechnung trägt und den Weg zu einem nachhaltigeren globalen Finanzsystem ebnet.

mehr ...

Immobilien

Kosten und Gewinnaussichten von Pflegeimmobilien

Sebastian Reccius, Vorstandsmitglied der DI Deutschland.Immobilien AG, über den Alterswohnsitz als Vorsorgeform und Kapitalanlage sowie den Kaufprozess.

mehr ...

Investmentfonds

Amundi bringt neue Nachhaltigkeits-ETF auf Xetra

Amundi, hat auf Xetra acht neue Aktien-ESG-ETFs gelistet und damit das Angebot an nachhaltigen Investments ausgebaut. Alle neuen ETFs werden zu Konditionen ab 0,15 Prozent laufenden Kosten angeboten.

mehr ...

Berater

Neues Zinstief wegen Corona

Die Corona-Krise hat zu einem bisher beispiellosen Einbruch der Wirtschaft in vielen Ländern geführt. Notenbanken haben hierauf mit einer weiteren massiven Lockerung ihrer Geldpolitik reagiert, um die ökonomischen Folgen der Pandemie abzumildern.

mehr ...

Sachwertanlagen

Corona: Nicht nur Kreuzfahrtschiffe schwer gebeutelt

Wegen der Corona-Krise haben die Reedereien so viele Schiffe stillgelegt wie noch nie. Weltweit seien gegenwärtig 11,3 Prozent der Containerflotte ungenutzt, heißt es in einem internen Bericht des Verbandes Deutscher Reeder (VDR) in Hamburg.

mehr ...

Recht

“Hate Speech”: Digitalisierung braucht auch Ethik

Hasskommentare, Beleidigungen und kriminelle Drohungen sind im Internet an der Tagesordnung. Mit dem reformierten Netzwerkdurchsetzungsgesetz sollen sich Nutzer nun besser wehren können. Doch der Staat legt die Beurteilung, was tatsächlich “Hate Speech” ist, in die Hände der Netzwerkbetreiber. Gastbeitrag von Rechtsanwalt Sascha Hesse

mehr ...