Lage, Lage, Lage: Direktanlage in Gewerbeflächen

In Berlin sorgt zudem der enorme Bedarf der Kreativindustrie dafür, dass leergezogene Flächen nie lange leer stehen. Agenturen, Ateliers, Studios und kleine Spezialwerkstätten bevorzugen Flächen in urbanen Kiezen, am liebsten natürlich in Industriealtbauten aus der Zeit der Jahrhundertwende, aber das ist längst kein Muss mehr.

Mikrolage sorgfältig prüfen

Die Anschlussvermietung kleinerer wie größerer Räume ist angesichts der auf Jahrzehnte stabilen Bevölkerungsentwicklung in der Regel unproblematisch, auch weil die wachsende Konkurrenz des Online-Handels im inneren Stadtgebiet aufgrund einer Vielzahl möglicher Vermietungsalternativen kaum ins Gewicht fällt.

Der Trend in die Stadt ist jedoch kein Garant für einen Vermietungs- und Investitionserfolg. Wer eine Gewerbefläche erwirbt, sollte die Mikrolage wenigstens ebenso sorgfältig prüfen wie beim Wohnungskauf.

Fußgängerfrequenzen, durchschnittliche Einkommenshöhe, Verkehrsanbindung und die Qualität des Umfeldes sind wichtige Eckdaten für die Einschätzung der Aussichten. An Standorten mit hoher Fußgängerfrequenz lassen sich vergleichsweise hohe Mieten erreichen. Mode und Schuhgeschäfte zahlen bei hinreichender Laufkundschaft und Objektqualität einen Mietzins von zuweilen über 100 Euro je Quadratmeter und Monat.

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Technische und juristische Details beachten

Bei der Standorteinschätzung sollte man sich keineswegs nur auf Exposés und Gutachten verlassen, sondern unbedingt die jeweilige Lokalität selbst in Augenschein nehmen. Denn insbesondere bei Ladengeschäften und Gastronomieflächen entscheiden oft wenige Meter über Miethöhe und Wiedervermietbarkeit.

Gastronomie auf der Sonnenseite einer Straße hat in der Regel ein deutlich höheres Potenzial als im Schatten. Wer dagegen eine vermietete Arztpraxis erwirbt, muss sich wenig Gedanken über eine mögliche Neuvermietung machen. Mit Blick auf die Gewohnheiten ihrer Patienten ziehen Mediziner sehr selten um. Allerdings sollte hier unbedingt ein barrierefreier Zugang gewährleistet sein, weil die Patienten mit der Praxis altern.

Unverzichtbar ist zudem ein Blick in die Teilungserklärung. Der Käufer einer Gewerbefläche im Teileigentum ist Teil einer Eigentümergemeinschaft, deren Zusammenleben maßgeblich in der Teilungserklärung geregelt wird.

Seite vier: Außenwände sind Gemeinschaftseigentum

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