Immobilienpreisexplosion als Wirtschaftsbremse

Qualifizierte Arbeitnehmer brauchen hochwertige Arbeitsplätze und sind deshalb bereit, Standorte mit hohen Immobilienpreisen zu akzeptieren, wenn das Gehalt passt. Durch diese Spirale wird sich die Bevölkerungsstruktur in Stadt und Land künftig noch stärker auseinander driften.

Die Politik ist schuld

Die Investoren, die die Immobilienpreise in die Höhe treiben oder die vermeintlich bösen Makler, die sich am Wohnungsnotstand bereichern, werden von Politik und Öffentlichkeit gern als Verursacher der hohen Kosten dargestellt.

Tatsache ist jedoch: Die Politik lässt durch immer höhere energetische Anforderungen, Bauvorschriften und die künstliche Baulandverknappung die Immobilienkosten steigen. Am Ende sind es die Mieter und Käufer, die für diese Kosten aufkommen müssen.

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Fakt ist….

Hohe Immobilienpreise gefährden die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland. Die Preisentwicklung der letzten Jahre hat einen wesentlichen Beitrag zur weiteren Spaltung der Gesellschaft geleistet. Unsere Politik begnügt sich mit Investoren- und Maklerbeschränkungen und ist blind für die eigentlichen Ursachen.

Politische Schaukämpfe, wie das Bestellerprinzip und die Mietpreisbremse, werden an dieser Entwicklung nichts ändern. Ich bin der Meinung, dass in der Politik ein schnelles und entscheidendes Umdenken notwendig ist.

Anderenfalls sehe ich die Gefahr, dass wir in nicht allzu ferner Zukunft städtische Luxusghettos und verarmte ländliche Regionen vorfinden werden. Eine Entwicklung, die wohl von keinem gewollt sein kann.

Autor Michael Kiefer ist Chefanalyst bei Immobilienscout24. Er ist öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Immobilienbewertung und Mitglied der Royal Institution of Chartered Surveyors (Frics). Seit Februar 2013 ist er zudem Mitglied im Rat der Weisen der Immobilienwirtschaft.

Foto: Immobilienscout24

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