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24. November 2014, 09:00
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Mietpreisbremse: Politik versus Immobilienbranche

Der Mietdeckel kommt. Das Gesetz soll Durchschnittsverdiener vor Wucherpreisen in Großstädten schützen und wird voraussichtlich Mitte 2015 in Kraft treten. Vertreter der Immobilienwirtschaft glauben, dass Investoren um ihre künftigen Renditen fürchten und sich aus dem Mietmarkt zurückziehen.

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Thomas Beyerle, Catella Property Group: “Die Vorzieheffekte – sprich Mieterhöhungen sind bereits jetzt an den “engen Märkten” messbar.”

Wie werden wir in Zukunft wohnen? Zahlreiche Forschungsinstitute beschäftigen sich mit dieser Frage. Oft steht die Entscheidung “Mieten oder Eigentum” und das Verhältnis von Privatem und Öffentlichem, von Familie und Beruf im Mittelpunkt. Wohnkonzepte, die zur demographischen Entwicklung passen, spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Die Zahl älterer Menschen, die auf barrierefreien Wohnraum angewiesen sind, steigt. Gleichzeitig erhöht sich die Zahl der Singles. Es wird mehr Wohnraum benötigt.

Hohe Preise

Wer ein Haus oder eine Wohnung erwerben will, muss in den deutschen Ballungsräumen derzeit tief in die Tasche greifen. Laut dem Immobilienindex IMX, der monatlich vom Berliner Portal Immobilienscout24 ermittelt wird, stiegen die Hauspreise zwischen September 2013 und September 2014 um satte 4,7 Prozent. Wohnungen wurden im Schnitt noch teurer. Der Preisanstieg betrug im gleichen Zeitraum laut Immobilienscout24 ganze 6,8 Prozent.

Objekte in Großstädten wie München sind besonders teuer. Laut einem Kaufpreis-Ranking des Berliner Forschungsinstituts Empirica AG zahlen Käufer in der bayerischen Hauptstadt im dritten Quartal 2014 für neue Ein- und Zweifamilienhäuser durchschnittlich 6000 Euro pro Quadratmeter. In anderen deutschen Städten sind Immobilien etwas günstiger. In Stuttgart beispielsweise kosten Häuser rund 4500 Euro pro Quadratmeter. Auch das kann sich nicht jeder leisten.

Wohnen im “Speckgürtel”

“Die enormen Preisanstiege verursachen gerade in den Ballungsgebieten eine Verdrängung nicht nur der einkommensschwache Haushalte”, warnte Bundesjustizminister Heiko Maas bereits letzten Mai in einer Rede beim Immobilientag des Rings Deutscher Makler in Berlin. Auch Durchschnittsverdiener und Familien mit Kindern seien mittlerweile betroffen, erklärte Maas. Frank Stolz, Leiter Neubau beim Hamburger Immobilienmakler Grossmann & Berger, vertritt die gleiche Meinung. “In Hamburg beobachten wir, dass Familien oder Paare mit Kinderwunsch, die sich von der Fläche her vergrößern wollen, verstärkt an den Stadtrand oder in den gut angebundenen “Speckgürtel” ziehen.”

Sie können das Wohnen nach ihren Wünschen vor den Toren der Stadt aufgrund des niedrigeren Preisniveaus besser realisieren. Auch betuchteren Kaufinteressenten könnten Stadtwohnungen bald zu teuer werden – vorausgesetzt, die Preise steigen im gleichen Tempo wie bisher. “Das Eigenheim im Grünen oder am Ballungsrand wird dann wieder in den Fokus der heutigen Urbanisten fallen”, bestätigt Thomas Beyerle, Group Head of Research bei der international agierenden Cartella Property Group, Berlin.

 

Seite zwei: Keine Regulierung von Neubaumieten

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