JLL: Finanzierungsindex fällt leicht

Der Finanzierungsituation für Immobilien verbessert sich aus Sicht von Experten im ersten Quartal 2014 nur schleppend. Das zeigt der aktuelle Finanzierungsindex von Jones Lang LaSalle.

Die Finanzierungserwartungen für Wohnimmobilien verbessern sich laut dem Immobiliendienstleister Jones Lang LaSalle im ersten Quartal 2014.

Der deutsche Immobilienfinanzierungsindex des Beratungsunternehmens Jones Lang LaSalle (JLL), der vierteljährlich in Kooperation mit dem Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung erhoben wird, fiel im ersten Quartal 2014 auf 23 Punkte (viertes Quartal 2013: 28 Punkte). Der Rückgang ist laut JLL zu etwa gleichen Teilen auf die leicht verlangsamte Verbesserung der Finanzierungssituation sowie der Finanzierungserwartungen zurückzuführen.

„Trotz des leichten Rückgangs ist festzuhalten, dass das Niveau die positive Grundstimmung am deutschen Immobilienmarkt abbildet“, erklärt Jörg Schürmann, bei JLL Head of Corporate Finance. „Robuste Konjunkturentwicklung, Niedrigzinsumfeld und ein Mangel an Anlagealternativen haben auch zu Jahresbeginn für eine unter dem Strich günstige Einschätzung der Finanzierungsbedingungen gesorgt. Allerdings, und hier sehen wir den Grund für die Eintrübung: Finanzierungsgeber müssen sich mehr und mehr einer Wettbewerbssituation stellen und damit verbunden Schwierigkeiten, Neugeschäft zu generieren.“

Büroimmobilien sind bei Investoren besonders beliebt

Gegenüber der letzten Befragung wurde laut dem Immobiliendienstleister die Entwicklung der Finanzierungssituation für Einzelhandels-, Logistik- und Wohnimmobilien von den Befragten kritischer beurteilt. Zulegen konnten dagegen noch einmal Büroimmobilien.

„Die Finanzierungssituation für diese Assetklasse weist einen neuen Höchststand auf“, weiß Helge Scheunemann, bei JLL Head of Research Germany. Darin spiegele sich auch die Präferenz der Immobilieninvestoren: „Seit etwa zwei Jahren sind Büroimmobilien die am stärksten nachgefragte Assetklasse auf dem Transaktionsmarkt“, erklärt der Researchchef.

Finanzierungserwartungen für Wohnimmobilien bessern sich

Bei den Finanzierungserwartungen für die kommenden sechs Monate zeigt sich laut JLL ein umgekehrtes Bild: Die Aussichten für Wohnimmobilien habe sich leicht verbessert, während die Einschätzungen für Büro-, Einzelhandels- und Logistikimmobilien im Vergleich zum bisherigen Rekordhoch im Vorquartal als deutlich weniger günstig eingestuft werde.

Investition in risikoreiche Objekte erwartet

Niedrige Margen im Bereich der Core-Immobilien begünstigen tendenziell eine Verschiebung der Immobilienfinanzierung in Richtung risikoreichere Objekte, so der Immobiliendienstleister. Dies spiegele auch die Meinung der Finanzierungsexperten wider, die im aktuellen Index in einer Sonderfrage zu ihren Einschätzungen hinsichtlich der Gesamtvolumina und der Risikostrukturen auf dem deutschen Immobilienfinanzierungsmarkt in 2014 befragt wurden. Ein überwiegender Teil der Befragten geht für das laufende Jahr von einer Steigerung des Finanzierungvolumens aus. Die Umfrageteilnehmer schätzen das Neugeschäftsvolumen in 2014 auf rund 45 Milliarden Euro (2013: 42 Milliarden Euro). „Im Hinblick auf die Anteile verschiedener Risikoklassen an finanzierten Wohn- und Gewerbeimmobilien lässt sich aus den Experteneinschätzungen eine strukturelle Verlagerung hin zu risikoreicheren Objekten ablesen“, erläutert Schürmann. (st)

Foto: Shutterstock

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