Anzeige
25. Juli 2016, 08:58
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Wohnimmobilienkreditrichtline: Baugewerbe fordert Korrektur

Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe hat die Auswirkungen der neuen Wohnimmobilienkreditrichtline deutlich kritisiert. Junge Familien und ältere Menschen würden durch die Regelung vermehrt von einer Immobilienfinanzierung ausgeschlossen.

Haus-vertrag-750-shutt 111149084 in Wohnimmobilienkreditrichtline: Baugewerbe fordert Korrektur

Der Zentralverband mahnt, dass die Bildung von Wohneigentum als wichtiger Baustein der Altersvorsorge erleichtert und nicht verhindert werden sollte.

Die Bundesregierung sei bei der Umsetzung der Regulierung über das Ziel hinaus geschossen. “Die Richtlinie ist erst seit vier Monaten in Kraft, ihre negative Wirkung zeigt sich schon heute. Junge Familien und ältere Menschen werden vermehrt von Krediten ausgeschlossen; die einen haben damit keine Chance Wohneigentum zu bilden, die anderen können ihre Eigenheime nicht sanieren”, sagt Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe.

Keine Blasengefahr wie in Spanien

Die Überlegungen zu dieser Richtlinie seien vor dem Hintergrund der Finanzkrise und der Immobilienblase vor allem in Spanien zu sehen. Im Deutschland bestehe diese Gefahr angesichts von mehr als 400.000 fehlender Wohnungen pro Jahr jedoch nicht.

Ziel der Richtlinie ist es, dass die Finanzierer darauf achten, dass der Kunde den Kredit über die gesamte Laufzeit zurückzahlen kann. Dies werde insbesondere für junge Familien zum Problem, deren Lebensplanung noch nicht abgeschlossen ist.

Sie hätten damit geringere Chancen, Wohneigentum zu bilden, was angesichts der zu erwartenden niedrigen Renten unhaltbar sei. “Gerade Wohneigentum beugt Altersarmut vor”, so der Zentralverband.

Aber auch für ältere Menschen werde es schwerer, Kredite etwa für Sanierungsmaßnahmen am eigenen Haus zu bekommen.

Neubau von Häusern und Wohnungen nicht behindern

Der zweite Aspekt der Richtlinie, dass Banken den Wert der Immobilie nicht berücksichtigen dürfen, führt nach Aussage des Zentralverbands zu erheblichen Restriktionen bei den Kreditvergaben.

“Unsere Unternehmen berichten uns vermehrt von Fällen, in denen Baumaßnahmen geplatzt sind, weil Banken die Kredite nicht gewährten. Das passt überhaupt nicht zu den Zielen der Energiewende, denn es muss ja mehr saniert werden und nicht weniger. Und wir brauchen mehr Wohnungsneubau und nicht weniger”, so Pakleppa.

Die ursprüngliche EU-Richtlinie habe daher auch vorgesehen, dass die verschärften Regelungen nicht bei Kreditverträgen gelten sollten, die zum Bau oder zur Renovierung der Wohnimmobilie dienen.

“Diesen Halbsatz hat die Bundesregierung bei der Umsetzung der EU-Richtlinie in nationales Recht unterschlagen und die jetzige Situation ausgelöst. Unsere Nachbarn in Österreich waren schlauer. Sie haben genau diesen Satz übernommen”, kritisiert Pakleppa. Daher fordere der Zentralverband die Bundesregierung auf, die Immobilienkreditrichtlinie in diesem Sinne zu ändern. (bk)

Foto: Shutterstock

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Jeder zweite Versicherer Opfer von Cyber-Kriminalität

Die Fälle von Cybercrime in der Versicherungsbranche häufen sich. Mehr als jeder zweite Versicherer (53 Prozent) war in den vergangenen zwei Jahren mindestens einmal Opfer von Cybercrime.

mehr ...

Immobilien

Deutsche Euroshop bleibt dank Zukauf und Niedrigzinsen auf Wachstumskurs

Der auf Einkaufszentren spezialisierte Immobilieninvestor Deutsche Euroshop AG bleibt dank eines Zukaufs in Tschechien und gesunkener Finanzierungskosten auf Wachstumskurs. Das Konzernergebnis ging allerdings leicht zurück.

mehr ...

Investmentfonds

Raum für eine staatliche Kryptowährung?

Schweden plant, im nächsten und übernächsten Jahr die e-krona einzuführen. Darüber, ob man eine von der Zentralbank initiierte Kryptowährung braucht, sprachen Kerstin af Jochnick von der schwedischen Zentralbank und Professor Sandner von der Frankfurt School of Finance. Die ersten Eindrücke vom Faros Institutional Investors Forum.

mehr ...

Berater

Mitarbeiterpotenzial voll ausschöpfen

Unternehmen bleiben profitabel, solange sie ein erfolgreiches Vertriebsmanagement mit engagierten Mitarbeitern besitzen. Schätzungen zufolge geben Firmen daher pro Jahr 1.000 Euro pro Arbeitnehmer im Rahmen von Schulungsmaßnahmen aus.

mehr ...

Sachwertanlagen

P&R: Insolvenzverwalter machen Fortschritte

Die Insolvenzverwalter der deutschen Gesellschaften des Container-Anbieters P&R haben sich den direkten Zugriff auf die Anteile an der nicht insolventen Schweizer P&R-Gesellschaft gesichert, über die alle Einnahmen laufen. Der Unternehmensgründer hat nichts mehr zu sagen.

mehr ...

Recht

Et hätt noch immer jot jejange: Wirtschaft unvorbereitet auf Brexit

Laut Theresa May ist der Gordische Knoten bei den Brexit-Verhandlungen durchschlagen. Ob der Kompromiss das britische Parlament passiert, darf bezweifelt werden, bringen sich doch Mays Gegner bereits in Position.

mehr ...