Anzeige
29. November 2016, 08:48
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Sozialwohnungen: “Mittelschicht bleibt unbeachtet”

Bezahlbarer Wohnraum wird größtenteils über steigende Kauf- und Mietpreise der anderen Wohnungen finanziert. Das ergab eine Online-Umfrage von Rueckerconsult unter Bauträgern zum Thema Baulandentwicklungsmodelle.

Wohnungsbau-750-shutt 123013987 in Sozialwohnungen: Mittelschicht bleibt unbeachtet

Die höheren Investitionskosten des sozialen Wohnungsbaus werden oft quersubventioniert, das belastet die Mittelschicht.

Immer mehr Städte in Deutschland verpflichten Projektentwickler und Bauträger im Rahmen von unterschiedlichen Baulandentwicklungsmodellen durch vorgeschriebene Quoten zum Bau von Sozialwohnungen. Dadurch versuchen sie, dem Mangel an preisgünstigen Wohnungen entgegenzuwirken, der sich vor allem in den großen Metropolen immer stärker bemerkbar macht.

Bezahlbarer Wohnraum wird Quersubventioniert

In der Praxis führen die verschiedenen Baulandentwicklungsmodelle laut Rueckerconsult dazu, dass zusätzliche Investitionskosten anfallen, die wiederum eine Erhöhung der Kaufpreise zur Folge haben. Bezahlbarer Wohnraum werde damit zum Großteil über höhere Kauf- und Mietpreise der restlichen Wohneinheiten subventioniert.

Dies ergab eine Online-Umfrage unter bundesweit aktiven Bauträgern, die sich mit den Auswirkungen von Baulandentwicklungsmodellen beschäftigte und von Rueckerconsult, einem Beratungsunternehmen der Immobilienwirtschaft, durchgeführt wurde. An der Umfrage beteiligten sich rund 90 Experten der Immobilienwirtschaft, darunter Vertreter von Projektentwicklern.

Um den nach dem jeweiligen Baulandentwicklungsmodell geforderten Anteil günstiger Wohnungen zu erreichen, gibt es verschiedene mögliche Lösungen, die auch parallel umgesetzt werden können.

Mehrere Wege zur Quote

Knapp zwei Drittel der Bauträger würden alle Wohneinheiten selbst bauen und unter Berücksichtigung der vorgegebenen Quoten verkaufen oder vermieten (65 Prozent). 31 Prozent der Befragten gaben an, alle Wohneinheiten zu bauen und den sich aus der geforderten Quote ergebenden Anteil schlüsselfertig an kommunale Wohnungsunternehmen zu verkaufen.

Ebenso häufig würden die Unternehmen einen Teil des Grundstücks für den geforderten Quotenanteil an kommunale Wohnungsunternehmen verkaufen, die dann dort die betreffenden Wohnungen selbst errichten. Zwölf Prozent der Befragten gaben zudem an, sich aufgrund der bestehenden Vorgaben aus manchen Standorten zurückzuziehen.

Attraktivität der Metropolen bleibt bestehen

Carsten Sellschopf, Geschäftsführer (COO) von Formart, kommentiert: “Rückzug ist für uns keine Option. Die Attraktivität der Metropolregionen als Investitionsstandort sollte aufgrund der kommunalen Vorgaben nicht in Frage gestellt werden. Sicherlich wirkt sich die Summe der umzusetzenden Maßnahmen auf die Gesamtkalkulation eines Projektes aus, doch für die steigenden Kosten und Preise sind nicht allein die Baulandentwicklungsmodelle verantwortlich.”

Weitere Auflagen

Neben einem vorgeschriebenen Anteil an Sozialwohnungen müssen Bauträger und Projektentwickler im Rahmen von städtebaulichen Verträgen laut Rueckerconsult meist noch weitere Auflagen erfüllen. Am häufigsten handele es sich dabei um die Errichtung von Kindertagesstätten, die von 78 Prozent der Befragten genannt wurde.

Direkt danach folge mit Nennungen von jeweils 71 Prozent die Kostenübernahme für die Gestaltung öffentlicher Grünflächen und Wege beziehungsweise für Erschließungs- und Immissionsschutzanlagen. Seltener würden denkmalpflegerische Maßnahmen oder die Kostenübernahme für Grundschulplätze verlangt, die 37 und 35 Prozent der Befragten nannten.

Finanzierung der Zusatzkosten

Die durch die Baulandentwicklungsmodelle und den vorgeschriebenen Anteil an Sozialwohnungen verursachten zusätzlichen Kosten subventionieren nach Angaben von Rueckerconsult mehr als die Hälfte der Bauträger über höhere Kaufpreise und 39 Prozent über die Mietpreise der übrigen Wohneinheiten – je nach Geschäftsmodell.

Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken.

Bildschirmfoto-2016-11-28-um-21 31 30 in Sozialwohnungen: Mittelschicht bleibt unbeachtet

49 Prozent der Befragten nannten eine Finanzierung über Wohnbaufördermittel und 37 Prozent gaben an, geringere Gewinne in Kauf zu nehmen. Diese Antwort hätten jedoch zum Großteil kommunale Wohnungsgesellschaften sowie Wohnungsbaugenossenschaften gegeben.

Seite zwei: Belastung für die Mittelschicht

Weiter lesen: 1 2

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Mehr Respekt, weniger Rage: Wie Sie Knöllchen vermeiden

Wer morgens gerne trödelt und abends in Feierabend-Euphorie verfällt, drückt gern mal etwas fester aufs Gaspedal. Und hängt dem Vormann fast im Kofferraum. Szenen aus dem deutschen Verkehrsalltag. Leider tappen Drängler viel zu selten in Blitzerfallen. Weitere Verkehrssünden wie Handynutzung, Falschparken, Rotlichtverstöße und zu geringer Sicherheitsabstand gehören ebenfalls zum Alltag auf deutschen Straßen.

mehr ...

Immobilien

vdp-Preisindex: Immobilienpreise wachsen langsamer

Die Immobilienpreise in Deutschland steigen noch immer, doch nach den Daten des Immobilienpreisindex des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp) schwächt sich das Wachstum allmählich ab. Zeichnet sich eine Trendwende ab?

mehr ...

Investmentfonds

Ölpreise steigen wieder

Nach den Verlusten der vergangenen Wochen, ziehen die Ölpreise wieder an. Das liegt unter anderem an dem knapperen Angebot. Ob die Opec-Mitglieder ihre Fördermenge in nächster Zeit reduzieren, ist unentschieden. Russland und Saudi-Arabien sind unterschiedlicher Meinung.

mehr ...

Berater

Bafin-Chef: Regulierung der Banken geht nie zu Ende

Felix Hufeld, Chef der Finanzaufsichtsbehörde Bafin, hat Hoffnungen von Banken auf weniger Regulierung eine Absage erteilt. Das tat er am Montag im Zuge eines Bankenkongresses in Frankfurt.

mehr ...

Sachwertanlagen

INP kauft drei weitere Pflegeheime

Die INP-Gruppe aus Hamburg hat drei Pflegeeinrichtungen der Wolf-Gruppe aus Eschwege, Hessen, übernommen. Zwei der drei Immobilien wurden für den offenen Spezial-AIF “INP Deutsche Pflege Invest” erworben, die dritte für einen Publikumsfonds.

mehr ...

Recht

PRIIP und die UCITS-KIID: Fallstricke in der Umstellung?

Das ifa-Ulm sieht bei der Umstellung von UCITS-KIID zu PRIIP-spezifischen Angaben neue Herausforderungen auf die Versicherer zukommen. Denn gerade beim Umgang mit laufenden Jahresbeiträgen liefern die technischen Regulierungsstandards keine klaren Vorgaben.

 

mehr ...