8. März 2016, 15:27
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Wohnungsknappheit in Metropolen verstärkt sich bis 2033

Eine Studie von Allianz und Prognos hat die Entwicklung von Bevölkerung und Wohnungsbedarf für die nächsten 30 Jahre untersucht. Demnach haben die regionalen Wohnungsmärkte Deutschlands ganz unterschiedliche Herausforderungen zu bewältigen.

Shutterstock 284409551 in Wohnungsknappheit in Metropolen verstärkt sich bis 2033

Bis 2045 wird die deutsche Bevölkerung auf 85 Millionen anwachsen.

Während die Nachfrage nach Wohnraum in den wirtschaftsstarken Zentren weiter steige, müssten strukturschwache Regionen damit rechnen, weitere Teile ihrer Bevölkerung zu verlieren. Laut Studie wächst die deutsche Bevölkerung bis 2045 auf 85 Millionen Menschen an.

“Deutschland hat sich seit 2011 sukzessive zu einem Einwanderungsland entwickelt. Für die nächsten 30 Jahre ist daher nicht mit einer Entlastung bereits angespannter Wohnungsmärkte durch eine schrumpfende Bevölkerung zu rechnen”, sagt Dr. Peter Haueisen, Projektleiter der Allianz Baufinanzierung.

Binnenwanderung erklärt Großteil der Entwicklung

Entscheidender Treiber dafür, dass die Wohnungsmärkte sich regional so unterschiedlich entwickeln, seien die Wanderbewegungen innerhalb Deutschlands. Im Jahr 2014 konnten 73 Prozent der Veränderungen am Wohnungsmarkt mit der Binnenwanderung erklärt werden; die Zuwanderung erkläre lediglich 27 Prozent. Jedoch konzentriere sich die Zuwanderung auch auf die wirtschaftsstarken Regionen und verstärke so die Effekte der Binnenwanderung.

Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken.

Der-wohnraum-wird-immer-knapper-vor-allem-in-muenchen-berlin-und-im-rhein-main-gebiet- in Wohnungsknappheit in Metropolen verstärkt sich bis 2033

Jüngere Menschen zögen vor allem in Groß- und Universitätsstädte. Für die 30- bis 50-Jährigen dagegen sei auch das gut angebundene Umland wirtschaftsstarker Ballungsräume wie München, Berlin, Frankfurt, Hamburg und Stuttgart attraktiv. Der Druck auf die Wohnungsmärkte nehme in diesen Regionen überproportional zu. Dafür sei auch der anhaltende Trend zu mehr Singlehaushalten verantwortlich.

Wohnungsknappheit in Metropolen

Schon jetzt sei in vielen dieser Städte der Wohnraum knapp. Allein in den zehn größten Wachstumsregionen fehlten in den nächsten 15 Jahren 940.000 Wohnungen und Häuser. Bis 2045 könnten sich die Märkte wieder etwas entspannen, allerdings nur, wenn die Bautätigkeit nicht wieder nachlässt.

Die wirtschaftsstarken Regionen sollten deshalb gemeinsam mit ihren benachbarten Regionen Lösungen für die Ungleichgewichte an den Wohnungsmärkten erarbeiten und umsetzen fordert Haueisen: “Dafür müssen sich alle Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft an einen Tisch setzen.”

Herausforderungen für strukturschwache Regionen

Aber auch strukturschwache Regionen wie in Ostdeutschland, Nordhessen und im Saarland stünden vor der Herausforderung, die Attraktivität ihrer Standorte bezogen auf das Angebot an Arbeitsplätzen und die Wohnqualität zu erhalten und weiter zu steigern. “Gezielte Investitionen in verkehrs- und wirtschaftsnahe Infrastruktur, auch in die digitale Anbindung und Stadtentwicklung, sind gerade deshalb wichtig”, sagt Tobias Koch, Projektleiter des Wirtschaftsinstituts Prognos.

Städte wie Leipzig, Erfurt und Regensburg hätten bereits gezeigt, dass sich Investitionen in Infrastruktur, aber auch in die Forschung und Hochschulen mittelfristig auszahlten, um sich im Standortwettbewerb erfolgreich zu behaupten. Darüber hinaus müssten sich alle Städte und Gemeinden in Deutschland auf die Bedürfnisse einer immer älter werdenden Bevölkerung einstellen. Das gelte jedoch in besonderem Maße für die strukturschwachen Gebiete. Dort steige aufgrund der Binnenwanderung der Altersdurchschnitt der Bevölkerung deutlich stärker als in den wirtschaftsstarken Gebieten. (kl)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Betriebsschließungsversicherung: Zeit für unkonventionelle Lösungen?

Das Betriebsschließungen und entsprechende Versicherungen dagegen sind in Corona-Zeiten ein sehr heißes Eisen, wie ein Interview von Dietmar Diegel, Vorstand der CHARTA AG in Düsseldorf zeigt.

mehr ...

Immobilien

Preise, Bauen, Recht: Die Folgen von Corona für Immobilienanleger

Die Auswirkungen der Coronakrise treffen nahezu alle Bereiche der deutschen Wirtschaft. Finanzexperten sind sich einig, dass es dieses Jahr eine Rezession geben wird – die Frage ist nur noch, wie stark sie ausfällt. Aktuell ist die Lage unübersichtlich, denn Informationen der Virologen, politische Entscheidungen und wirtschaftliche Entwicklungen ändern sich schnell. Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender von Dr. Klein, beantwortet drei Fragen zur aktuellen Situation.

mehr ...

Investmentfonds

ifo Institut: Corona kostet Europa Hunderte von Milliarden Euro an Ausfällen

Die Bekämpfung des Coronavirus wird zu Produktionsausfällen führen. Sie werden die Länder Europas Hunderte von Milliarden Euro kosten. Das haben neue Berechnungen des ifo Instituts ergeben. Was das Virus außerhalb Detschlands wirtschaftlich anrichtet.

mehr ...

Berater

Schroeder-Wildberg übernimmt MLP-Aktienpaket

MLP-Vorstandschef Dr. Uwe Schroeder-Wildberg erwirbt 1,95 Millionen Aktien an der MLP SE von der Gründerfamilie Lautenschläger. Nach Vollzug der Transaktion wird er insgesamt 1,86 Prozent der Aktien halten, die Familie Lautenschläger verfügt dann über einen Anteil von rund 27,4 Prozent.

mehr ...

Sachwertanlagen

KGAL kauft 178 Wohnungen in Wiesbaden

Die KGAL Investment Management hat für den von ihr verwalteten Spezialfonds KGAL/HI Wohnen Core 2 im Rahmen eines Asset Deals die im Jahr 2017 fertiggestellte Wohnanlage “Rheingold” in Wiesbaden-Schierstein erworben.

mehr ...

Recht

Coronavirus: Die Rechte und Pflichten von Arbeitnehmern

Muss ich ins Büro, wenn der Kollege hustet? Wie muss mich mein Arbeitgeber vor dem Coronavirus schützen? Was ist, wenn ich nicht ins Büro komme, weil Bus und Bahn nicht mehr fahren? Muss ich meinem Chef meine Handynummer geben, wenn er mich ins Home-Office schickt? Darf ich mich weigern, zu Hause zu arbeiten? Muss ich Überstunden wegen der Corona-Krise machen? Wer zahlt meinen Lohn, wenn ich in Quarantäne geschickt werde? Fragen über Fragen, die sich in einer sehr besonderen Zeit wohl jeder Arbeitnehmer früher oder später stellt. Die Arag-Experten gaben Antworten.

mehr ...