21. Dezember 2016, 09:26
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Einzelhandelsflächen: B- und C-Städte gefragt

Während die Einzelhandelsmieten in A-Städten nur leicht steigen oder stagnieren, sind gute Lagen in Nebenstädten zunehmend gefragt. München liegt bei den Durchschnittsmieten für Einzelhandelsflächen auf Platz eins. Das geht aus dem aktuellen IVD-Gewerbe-Preisspiegel hervor.

Konsumklima-Kauflaune in Einzelhandelsflächen: B- und C-Städte gefragt

Die Mietpreise in Toplagen in Metropolen haben ihren Zenit voraussichtlich erreicht. Mietpreise in Nebenstädten entwickeln sich dynamischer.

Die Mieten für Einzelhandelsimmobilien sind in mittelgroßen Städten mit 250.000 bis 500.000 Einwohnern, den sogenannten B-Städten, teils kräftig angestiegen. In den großen Metropolen stagnieren die Quadratmeterpreise allerdings auf hohem Niveau oder steigen nur noch mäßig an.

Das zeigt der aktuelle IVD-Gewerbe-Preisspiegel 2016/2017, der auf der IVD-Preisdatensammlung von rund 350 Städten und Gemeinden basiert. Die Daten wurden im zweiten und dritten Quartal dieses Jahres erhoben.

Toplagen in A-Städten werden günstiger

In den zentralen Geschäftslagen seien die Einzelhandelsmieten im Bundesdurchschnitt weniger stark angestiegen als noch im Vorjahr. 2016 erhöhten sich die Mietpreise pro Quadratmeter für ein Ladenlokal von etwa 150 Quadratmetern in 1A-Lage im Geschäftskern um 0,7 Prozent, 0,3 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. In Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern seien um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr rückläufige Nettokaltmieten zu beobachten.

Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken.

Entwicklung der Ladenmieten im Geschäftskern

Ladenmiete in Einzelhandelsflächen: B- und C-Städte gefragt

Veränderung der Nettokaltmieten für Ladenflächen in 1A-Lage im Geschäftskern (ca. 150 m²) in Prozent gegenüber den Vorjahren, unterteilt nach Städtegrößen; Quelle: IVD 2016

In B-Städten (250.000 bis 500.000 Einwohner) und C-Städten (100.000 bis 250.000 Einwohner) seien 2016 die Ladenmieten für dieses Segment um jeweils 1,7 und 3,1 Prozent gestiegen. Im Vorjahr seien diese Mietpreise in B-Städten noch um 0,5 Prozent rückläufig gewesen und hätten sich in C-Städten nur um 1,9 Prozent erhöht.

B- und C-Städte profitieren

“Das ist zum Teil mit Ausweichbewegungen zu begründen. Die Ladenmieten für Top-Lagen in den Metropolen haben offensichtlich vorerst ihren Zenit erreicht, wie die stagnierenden Preisentwicklungen in München oder Düsseldorf zeigen. Deshalb scheint für Einzelhändler eine Verlagerung ihrer Geschäfte in die Bestlagen von B- und C-Städten von zunehmendem Interesse zu sein”, kommentiert IVD-Präsident Jürgen Michael Schick.

In Frankfurt am Main und Berlin sind die Ladenmieten in Toplagen mit jeweils 5,3 Prozent und 4,2 Prozent laut IVD am stärksten unter den Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern gewachsen.

Der teuerste Einzelhandelsstandort sei nach wie vor München mit einer Schwerpunktmiete von 320 Euro pro Quadratmeter. In München wie auch in Düsseldorf und Köln würden die Durchschnittsmieten auf hohem Niveau stagnieren.

Randlagen

In den Randlagen beziehungsweise den 1B-Lagen der Geschäftszentren seien die Mieten für Läden von rund 150 Quadratmetern im Bundesdurchschnitt um 0,5 Prozent zurückgegangen. Am stärksten hätten die Ladenmieten in zentralen 1B-Lagen in Städten mit 50.000 bis 100.000 Einwohnern nachgegeben.

Große Ladengeschäfte verzeichneten in dieser Städteklasse laut IVD Rückgänge von knapp drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. In den Geschäftskernen von Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern seien die Mieten für große Läden in 1B-Lagen wiederum mit durchschnittlich einem Prozent leicht angestiegen.

Nebenlagen in Metropolen unbeliebter

Im Vorjahr hätten 1A-Lagen in den Stadtteilzentren von Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern mit einem Mietpreiswachstum von 5,8 Prozent für Läden von etwa 60 Quadratmetern noch zu den Gewinnern des Einzelhandelsmarktes 2015 gezählt.

2016 zeige sich in diesem Segment mit 0,8 Prozent Mietenwachstum gegenüber dem Vorjahr eine deutlich schwächere Dynamik. Bei größeren Geschäften von etwa 150 Quadratmetern seien die durchschnittlichen Quadratmeterpreise gegenüber dem Vorjahr sogar um 1,2 Prozent rückläufig.

“Expansionsfreudige Filialisten mit typischen innenstadtrelevanten Sortimenten bevorzugen eher zentrale Geschäftslagen in B- oder C-Städten bevor sie in großstädtische Nebenzentren ausweichen. Auch hier sehen wir daher eine Verlagerung der Nachfrage”, so Schick. (kl)

Foto: Shutterstock

 

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Über ein Drittel kann die Garantieverpflichtungen nicht erfüllen

Bei 30 von 84 Lebensversicherern reichen die 2018 (2017: 39) erwirtschafteten Erträge aus der Kapitalanlage nicht aus, um die Garantieverpflichtungen zu erfüllen und die gesetzlich vorgeschriebene Reserve zu bedienen. Diese Unternehmen müssen dafür Erträge aus Risiko und Verwaltung in die Rechnung einbeziehen. Das zeigt die Policen Direkt-Analyse der aktuell veröffentlichten Zahlen zur Mindestzuführungsverordnung.

mehr ...

Immobilien

Betriebskostenabrechnung: 5 Tipps für Vermieter

Heizung, Wasser, Abwasser, Müllentsorgung, Versicherungen, Gebäudereinigung, Verwaltungskosten, Leerstand und mehr: Was ist umlagefähig, was nicht? Vor dieser Frage stehen Eigentümer von Mietimmobilien spätestens dann, wenn sie die jährliche Betriebskostenabrechnung erstellen und bestimmte Mindestanforderungen beachten müssen. Gerade Vermieter von kleineren Immobilien, die diese selbst verwalten, werden dabei vor einige Herausforderungen gestellt. Der Full-Service Immobiliendienstleister McMakler fasst daher zusammen, was zu einer rechtssicheren und ordnungsgemäßen Betriebskostenabrechnung gehört.

mehr ...

Investmentfonds

Deutschland auf einem guten Weg zum “Krypto-Heaven”

Die Beschlussempfehlung des Finanzausschusses nach der gestrigen Sitzung schafft Klarheit zu einigen Fragen, die seit Veröffentlichung der Referenten- und Regierungsentwürfe diskutiert worden waren. Der Finanzausschuss spricht sich für eine Streichung des viel diskutierten „Trennungsgebots“ aus, wonach das Kryptoverwahrgeschäft und andere regulierte Bankgeschäfte oder Finanzdienstleistungen nicht aus der gleichen rechtlichen Einheit heraus angeboten werden könnten.

mehr ...

Berater

Was Frauen gegen Altersarmut tun können

Nadine Kostka von der Finanzberatung Sommese gibt zehn Tipps für Frauen, um gezielt gegen Altersarmut vorzubeugen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Marvest startet drittes Crowdinvesting-Projekt

Die auf den maritimen Sektor spezialisierte Online-Plattform Marvest hat ihr drittes Projekt für Investoren veröffentlicht. Die Anleger können über eine “Schwarmfinanzierung” in ein Darlehen für einen Mehrzweckfrachter investieren. 

mehr ...

Recht

Blitzer-Urteil: Messungen von privaten Dienstleistern sind rechtswidrig

Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main hat in einer Grundsatzentscheidung bestätigt, dass Verkehrsüberwachungen durch private Dienstleister gesetzeswidrig sind und auf einer solchen Grundlage keine Bußgeldbescheide erlassen werden dürfen (Beschluss vom 6.11.2019, Az. 2 Ss-OWi 942/19).

mehr ...