Anzeige
8. Juni 2016, 09:19
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Forsa-Umfrage: Energieeffizienz darf Mietpreise nicht belasten

Klimaschutz muss wirtschaftlich sein. Zu diesem Ergebnis kommt der Zentrale Immobilienausschuss (ZIA), der eine Forsa-Umfrage zu den aktuellen Herausforderungen der Immobilienwirtschaft durchgeführt hat.

Energiehaus in Forsa-Umfrage: Energieeffizienz darf Mietpreise nicht belasten

Energieeffizienz ist wichtig, doch sollte die Bundesregierung auch die Wirtschaftlichkeit beachten.

Energieeffizienz bei Wohn- und Wirtschaftsimmobilien sei wichtig, doch dürfe sie nicht zulasten der Bezahlbarkeit gehen. 79 Prozent der Umfrageteilnehmer würden bei der Wohnungssuche auf eine hohe Energieeffizienz der Immobilie zu achten, 98 Prozent schauten jedoch zeitgleich auf die Bezahlbarkeit.

Verhältnismäßigkeit von Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit

Der Meinung, dass beim Klimaschutz auf die Verhältnismäßigkeit zwischen Wirtschaftlichkeit und Kostenaufwand geschaut werden muss, seien 82 Prozent. 67 Prozent der Umfrageteilnehmer würden die Aussage unterstützen, dass der Klimaschutz Deutschland als Wirtschaftsstandort nicht gefährden dürfe.

“Die Ergebnisse der Umfrage sprechen eine deutliche Sprache. Zwar achten die Befragten auf die Energieeffizienz von Immobilien, doch darf diese nicht zu Kostenexplosionen führen. In der Immobilienwirtschaft müssen aus diesem Grund Lösungen gefunden werden, um die Ökobilanz von Bestands- und Neubauimmobilien zu verbessern, ohne die Herstellungskosten unverhältnismäßig zu erhöhen”, so Dr. Andreas Mattner, Präsident des ZIA.

Energiewende in der Immobilienwirtschaft

“Die aktuellen klimaschutzpolitischen Vorhaben der Bundesregierung, insbesondere die Novellierung des Energieeinsparrechts, enthalten jedoch gefährliche Kostenfallen für die Immobilienwirtschaft und ihre Kunden. Auf diese müssen wir als Branche weiterhin aufmerksam machen und in einen Dialog mit der Politik treten. Gemeinsam können wir die Energiewende in der Immobilienwirtschaft vorantreiben”, so Mattner weiter.

Kurze Arbeitswege

30 Prozent aller Umfrageteilnehmer, die in Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern leben, würden bei der Wohnungssuche auf eine zentrale Lage achten. Insgesamt seien den Befragten in erster Linie eine gute ÖPNV-Anbindung (70 Prozent), Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten in der Umgebung (77 Prozent) sowie kurze Arbeitswegen wichtig.

76 Prozent der Befragten wollten laut den Umfrageergebnissen maximal 45 Minuten bis zum Arbeitsplatz brauchen, 40 Prozent sogar nur maximal 30 Minuten.

“Hier wird deutlich, dass unsere angespannten Ballungsräume auch im Inneren wachsen müssen, um genügend Lebensraum in sämtlichen Lagen zu bieten. Dafür ist jedoch eine Verdichtung der Innenstadtlagen notwendig”, meint Christian Ulbrich, Vizepräsident des ZIA und Präsident von Jones Lang LaSalle.

Immissions-Richtlinien sind veraltet

Derzeit plane das Bundesbauministerium die Einführung des neuen Gebietstypen „Urbanes Gebiet“ in der Baunutzungsverordnung.

“Dafür müssen aber auch die veralteten Immissions-Richtlinien des Bundes-Immissionsschutzgesetzes und der TA Lärm überarbeitet werden. Sonst wäre ein Nebeneinander von Wohn- und Wirtschaftsimmobilien nicht möglich”, meint Mattner.

“Die veralteten Regularien stammen aus einer Zeit, in der die Innenstädte noch voll mit lauter und schmutziger Industrie waren. Diese Zeiten sind vorbei”, fügt Mattner an.

Lärm und Enge sind Teil des Großstadtlebens

52 Prozent würden überhaupt nicht in innerstädtischen Lagen wohnen wollen. Weitere 34 Prozent würden angeben, eine dichtere Bebauung in Kauf zu nehmen. Für 25 Prozent stelle auch eine höhere Geräuschkulisse kein Problem dar. 19 Prozent würden zudem eine kleinere Wohnung akzeptieren.

“Menschen, die in zentralen Lagen wohnen wollen, suchen ein urbanes Umfeld. Dazu gehört eben auch die Geräuschkulisse einer Großstadt“, sagt Mattner.

Einseitiger Fokus auf Wohnmärkte

Der anhaltende Fokus der Politik und Öffentlichkeit auf die angespannte Wohnungsmarktsituation in den Ballungsgebieten dürfe nicht dazu führen, dass Wirtschaftsimmobilien verdrängt werden.

“Wir bekommen inzwischen von mehreren Branchenteilnehmern die Rückmeldung, dass Baugenehmigungsverfahren für neue Wirtschaftsimmobilienprojekte in den Ballungsgebieten nachrangig bearbeitet werden. Das ist jedoch sehr kurzsichtig. Die wirtschaftliche Stärke unserer Städte beruht auf der Kombination aus Wohnen, Arbeiten und Versorgen”, verdeutlicht Ulbrich seinen Standpunkt. (kl)

Foto: Shutterstock

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Rechtschutz: Sinn oder Unsinn? Eine Frage der Perspektive

“Coram iudice et in alto mare in manu dei soli sumus“, lautet ein römisches Sprichwort: “Vor Gericht und auf hoher See sind wir allein in Gottes Hand”.  Wer eine ungefähre Ahnung hat, wie hoch die Kosten bei Rechtsstreitigkeiten sein können, und wie ungewiss deren Ausgang bei fehlender juristischer Unterstützung, dürfte die Möglichkeiten des Rechtsschutzes zu schätzen wissen.

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierung: Zinsen werden volatiler

Die Europäische Zentralbank (EZB) beschäftigt sich unter anderem mit der finanziellen Lage Italiens, während die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) wieder einmal am Leitzins gedreht hat.

mehr ...

Investmentfonds

Der Grund für sinkende Kurse

Die Analysten bleiben optimistisch, aber Anleger werden pessimistischer. Das ist ein Grund für sinkende Kurse am Aktienmarkt. Doch nicht nur dieser ist betroffen. Wie sich die unterschiedlichen Einschätzungen auswirken und welche weiteren Faktoren die Märkte dämpfen.

mehr ...

Berater

Fintechs: Die fairsten digitalen Finanzberater

Auf dem deutschen Markt tummeln sich bereits über 300 verschiedene sogenannte Fintechs – Tendenz laut Experten steigend. Welche davon am fairsten aufgestellt sind, hat das Analysehaus Servicevalue in Kooperation mit Focus Money untersucht.

mehr ...

Sachwertanlagen

Neuer Spezial-AIF von d.i.i.

Die d.i.i. Investment GmbH hat mit dem “d.i.i. 10” einen weiteren geschlossenen Immobilien-Spezial-AIF aufgelegt. Der neue Fonds richtet sich an Family Offices, vermögende private Investoren und Stiftungen.

mehr ...

Recht

Heckenschnitt: Was gilt im Streitfall?

Landesrechtliche Regelungen geben oft vor, wie hoch eine Hecke auf einer Grundstücksgrenze sein darf. Nachbarn können jedoch nicht verlangen, dass der Eigentümer seine Hecke vorsorglich im Herbst und Winter so stark herunterschneidet, dass sie im Sommer die zulässige nicht Höhe überschreitet. Dies entschied laut D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH das Landgericht Freiburg.

mehr ...