Sparziel „Wohneigentum“ auf Umfragetief

Steigende Immobilienpreise in Ballungsräumen werden zur immer größeren Hürde für Normalverdiener beim Eigentumserwerb. Dadurch sinkt auch die Bedeutung des Sparziels Wohneigentum, wie aus einer Herbstumfrage im Auftrag der Privaten Bausparkassen hervorgeht.

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Steigende Immobilienpreise lassen das Sparziel „eigene Immobilie“ immer unwichtiger werden.

Die wachsenden Immobilienpreise in Ballungsräumen werden für Normalverdiener zur immer größeren Hürde beim Eigentumserwerb. Der Traum von den eigenen vier Wänden droht dort für viele unerreichbar zu werden.

Sparziel „Wohneigentum“ verliert an Bedeutung

Diese Gefühlslage spiegele sich in einer deutlich sinkenden Bedeutung des Sparziels „Wohneigentum“ wider. Das ist ein Ergebnis der Herbstumfrage 2016 zum Sparverhalten der Deutschen. Kantar/TNS befragte dazu im Auftrag des Verbandes der Privaten Bausparkassen zum 58. Mal über 2.000 Bundesbürger im Alter von über 14 Jahren.

Zwar liege „Wohneigentum“ immer noch auf Platz drei der Sparziele. Mit aktuell 39 Prozent der Nennungen habe es gegenüber der Sommerumfrage allerdings fünf Prozentpunkte verloren. So wenige Nennungen habe es noch nie gegeben seit Beginn der Umfragereihe im Jahr 1997.

Motivationsbremse Immobilienpreise

„Die preislichen Übertreibungen in den Ballungsräumen werden hier zur Motivationsbremse für zweckgerichtetes Vorsparen“, erklärte dazu der Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Privaten Bausparkassen, Andreas J. Zehnder. Mitschuld daran hätten auch mangelndes Bauland, der Wettlauf der meisten Bundesländer um immer höhere Grunderwerbsteuern und steigende Grundsteuern in vielen Kommunen.

Mit dem Bau von Mietwohnungen allein könnten die Probleme auf den angespannten Wohnungsmärkten aber nicht gelöst werden. „Die Mobilisierung privaten Kapitals zum Eigentumserwerb ist unverzichtbar, zumal jedes neu gebaute Eigen-heim kaum geringere soziale Effekte ausweist als eine neu gebaute Mietwohnung“, so Zehnder. Die aktuelle Stimmungslage müsse die Politik alarmieren. „Es darf nicht bei bloßen Ankündigungen bleiben.“

Konsum bleibt Sparziel Nummer eins

Unspektakulär sind die Ergebnisse bei den anderen Sparzielen. Das Sparziel „Konsum/Langfristige Anschaffungen“ rangiert laut Umfrage mit 57 Prozent jetzt wieder auf Platz eins – nach zuvor 56 Prozent. Auf Platz zwei folgt mit 54 Prozent das Sparziel „Altersvorsorge„. Im Sommer wurde es ebenfalls noch von 56 Prozent genannt.

Das Sparziel „Kapitalanlage“ verharre auf einen Wert von 26 Prozent. Die Sparziele „Ausbildung der Kinder“ und „Notgroschen/Reserve“ erreichen laut Umfrageergebnissen vier und drei Prozent – nach sieben und vier Prozent in der Sommerumfrage. (kl)

Foto: Shutterstock

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