13. Juli 2016, 09:18
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Wachsende Unterschiede auf Europas Immobilienmärkten

Die Heterogenität an Europas Immobilienmärkten steigt kontinuierlich. So werden Metropolen wie München, Madrid und Mailand immer teurer, während der Preis in Leerstandsregionen weiter fällt. Das geht aus dem Deliotte Property Index hervor.

Mieten-shutterstock in Wachsende Unterschiede auf Europas Immobilienmärkten

Auf dem europäischen Immobilienmarkt deutet sich eine leichte Beruhigung an, die Aussichten für Investoren sind positiv.

Allein der deutsche Immobilienmarkt, isoliert betrachtet, sei weiterhin ausgesprochen heterogen. Während die Preise in München steigen würden, würden sie in strukturschwachen Regionen kontinuierlich fallen. Dabei sei der deutsche Markt sowohl von höheren Investitionen als auch von sinkenden Renditen gekennzeichnet.

Wie viel Wohnraum bekommt man für 200.000 Euro?

Im europaweiten Vergleich sei der Kauf einer Neubau-Eigentumswohnung in Deutschland mit rund 2.000 Euro pro Quadratmeter vergleichsweise günstig, die Schaffung neuen Wohnraums liege im gesamteuropäischen Durchschnitt. In Deutschland reicht somit eine Investition von rund 200.000 Euro für den Kauf eines Drei- oder Vierzimmerappartements mit 100 Quadratmetern.

In Österreich und Italien müsste man sich auf 80 Quadratmeter beschränken, in Großbritannien würde man für diese Summe gerade einmal Wohnraum von 39 Quadratmetern erhalten.

Heterogener Markt

Die Lage in den verschiedenen Städten Europas sei sehr unterschiedlich. So sei die Kaufkraft der beispielhaft angesetzten 200.000 Euro in Osteuropa und Russland besonders hoch. Am anderen Ende der Skala finden sich neben London und Paris auch Madrid, Brüssel, Rom und Dublin. In Deutschland gebe es in München mit 33 Quadratmetern den geringsten Platz fürs Geld.

Die Kaufpreise für Wohnraum ziehen laut Deloitte in Deutschland nur moderat an – im Unterschied zu Irland und Spanien. Auch in Ungarn und den Niederlanden würden sie zulegen, während sie in Italien und Russland sogar fallen.

Das insgesamt höchste Niveau finde sich in Großbritannien, Frankreich und Irland, das niedrigste in Ungarn, Portugal und Polen. Nach Städten betrachtet seien die Kaufpreise in London (18.128 Euro pro Quadratmeter) und Paris (10.700 Euro pro Quadratmeter) am höchsten, in den ungarischen Städten Debrecen und Györ am niedrigsten (749 beziehungsweise 987 Euro pro Quadratmeter).

Metropolen kaum bezahlbar

“Wohnen in Metropolen wie London oder Paris bleibt weiterhin kaum bezahlbar. Obwohl auch die Immobilienpreise in Berlin stetig steigen, liegt die deutsche Hauptstadt immer noch deutlich hinter dem nationalen Spitzenreiter München”,erklärt Michael Müller, Partner und Leiter Real Estate bei Deloitte.

“Aufsteiger des Jahres ist Frankfurt: Die Main-Metropole ist inzwischen auf Platz zwei der teuersten Pflaster Deutschlands vorgerückt. Eine spürbare Auswirkung der Flüchtlingsthematik auf die Preise in deutschen Städten stellt der Report nicht fest, die Nachfrage nach Wohnraum bleibt aber allgemein hoch”, so Müller.

Zeichen auf Marktberuhigung

Die Zeichen sprechen für eine relative Beruhigung des europäischen Immobilienmarkts: Das gemäßigte wirtschaftliche Wachstum sorge dafür, dass die Preise insgesamt nicht überproportional zulegen. Auf der anderen Seite würden die niedrigen Zinsen entsprechende Investments unterstützen.

Rund 20 Milliarden Euro wurden 2015 laut Deloitte deutschlandweit in Wohnraum investiert, acht Milliarden mehr als im Vorjahr. Die Nachfrage steige kontinuierlich an, die gesamtwirtschaftlichen Aussichten seien günstig.

Dass die Bautätigkeit dabei im Vergleich zu den Vorjahren an Tempo abgenommen habe, liege unter anderem an der Verknappung von Bauland und teilweise auch an neuen gesetzlichen Bestimmungen. (kl)

Foto: Shutterstock

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