7. Dezember 2017, 15:00
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So können Immobilienkäufer ihr Eigenkapital erhöhen

Eine eigene Immobilie steht bei vielen Bundesbürgern auf der Wunschliste. Allerdings muss in der Regel Eigenkapital vorhanden sein, um die eigenen vier Wände zu finanzieren. Baufi24 gibt Tipps, wie sich dies erhöhen lässt.

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Mit einem höheren Anteil an Eigenkapital sinkt auch der Zins für das Immobiliendarlehen.

Den kompletten Betrag für die eigenen vier Wände selbst zu finanzieren schaffen nur die allerwenigsten, so das Baufinanzierungsportal Baufi24. Aber auch für einen Kredit müsse in der Regel ein gewisser Anteil an Eigenkapital vorhanden sein.

Als Faustregel gilt, dass der Käufer mindestens 20 Prozent des Kaufpreises an eigenen Mitteln mitbringen sollte. Um die Eigenkapitalquote zu erhöhen, haben zukünftige Häuslebauer laut Baufi24 verschiedene Möglichkeiten.

Je mehr Eigenkapital, umso niedriger der Zins

„Je höher das Eigenkapital, desto wahrscheinlicher wird das Immobiliendarlehen bewilligt, da das Risiko für den Kreditgeber so erheblich geringer ist. Außerdem fallen so die Zinsen niedriger aus und das Darlehen wird insgesamt günstiger“, erklärt Stephan Scharfenorth, Geschäftsführer von Baufi24.

Verfügen Bauherren über hohes Eigenkapital, gewähren Banken günstigere Konditionen. Die Unterschiede sind laut Baufi24 zum Teil enorm: Bei einer Kaufsumme von 200.000 Euro, einer Laufzeit von zehn Jahren, einer Tilgung von zwei Prozent und einem Eigenanteil von 40 Prozent betrage der Zinssatz 0,75 Prozent. Demnach müsse der Bauherr in der Zinsbindungsphase 8.085,15 Euro an Zinsen bezahlen.

Bei einer Finanzierung zu 100 Prozent, also ohne Eigenkapital, erhöht sich der Zinssatz auf 1,5 Prozent und der Häuslebauer müsse insgesamt ganze 26.873,22 Euro an Zinsen berappen.

Eigenkapitalerhöhung durch Verwandte und Co.

Verfügen Bauherren nicht über genügend eigenes Kapital, könne beispielsweise die Familie einspringen, wenn gerade keine eigenen Ersparnisse vorhanden sind.

„Beim sogenannten Verwandtendarlehen muss die Bank nicht einbezogen werden, sondern die Ausgestaltung des privaten Kredits bleibt innerhalb der Familie. Diese Form des Darlehens ist relativ unkompliziert, birgt aber auch Konfliktpotential und führt im schlimmsten Fall zum Zerwürfnis“, warnt Scharfenorth.

Könnten oder wollten die Verwandten das nötige Geld nicht beisteuern, so könne der Arbeitgeber an ihre Stelle treten. Obgleich ein Arbeitgeberdarlehen im eigentlichen Sinne keine Sicherheit darstelle, werde es doch zum Eigenkapitalanteil gezählt. Dabei müssten aber beide Seiten auf einen korrekten Darlehensvertrag achten, in welchem Höhe, Zins, Tilgung und Laufzeit festgelegt sind.

Bausparguthaben und Eigenleistung

Zum Eigenkapital gehört laut Baufi24 wesentlich mehr als bloß das klassische Barvermögen oder Wertpapiere. So zählten auch Bausparguthaben dazu. Häuslebauer müssten ihren laufenden Bausparvertrag nicht zwangsläufig auflösen, sondern könnten ihn an die Bank abtreten und so den Anteil des Eigenkapitals aufstocken. Ein eher radikaler Schritt zur Erhöhung des Eigenkapitalanteils sei dagegen der Verkauf der Lebensversicherung.

Wollen Bauherren diesen Schritt nicht gehen und sind handwerklich geschickt, sollten sie laut Baufi24 über eine sogenannte Muskelhypothek nachdenken. Dabei wird die eigene Leistung im Sinne von Renovierungs- und Sanierungsarbeiten als Kapitalersatz angesehen.

„Die Berechnungsgrundlage ist der Stundenlohn eines Handwerkers. Allerdings sollten sich Häuslebauer nicht überschätzen und wirklich nur die Arbeiten ausführen, bei denen sie sich auskennen. Andernfalls drohen Mehrkosten bei der Behebung unsachgemäßer Arbeiten“, so Scharfenorth. (bk)

Foto: Shutterstock

1 Kommentar

  1. Es gibt noch weitere Möglichkeiten, das Eigenkapital zu erhöhen. Eine direkte Möglichkeit ist das Verkäuferdarlehen. Gerade bei Immobilien, die etwas schwerer zu verkaufen sind, macht das Sinn. Dabei stottert der Käufer 10 oder 20% des Kaufpreises direkt beim Verkäufer ab und muss dafür kein Darlehen bei der Bank aufnehmen.

    Wenn eine Maklerprovision zu bezahlen ist, können die Käufer auch noch beim Immobilienmakler anfragen, ob der seine Provision in den Kaufpreis einrechnet und später mit den Eigentümern abrechnet. Gerade die “kleinen” Immobilienmakler machen das in der Regel. So brauchen die Käufer weniger Eigenkapital für die Nebenkosten und können den Beleihungsauslauf Ihrer Finanzierung verbessern, was zu günstigeren Konditionen führen kann.

    Kommentar von Stefan Schulze — 8. Dezember 2017 @ 15:06

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