20. November 2017, 14:39
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

KfW: In Deutschland werden genug Wohnungen genehmigt – sie müssen nur gebaut werden

Trotz hoher Nachfrage nach Immobilien gerade in den Ballungsräumen wurden in Deutschland in den ersten drei Quartalen deutlich weniger Wohneinheiten genehmigt. Die Förderbank KfW sieht jedoch keinen Mangel an Genehmigungen, sondern Verzögerungen in der Umsetzung als Grundproblem.

Haus-bau-dach-shutterstock 326838344 in KfW: In Deutschland werden genug Wohnungen genehmigt – sie müssen nur gebaut werden

Nach Aussage der KfW ist in den vergangenen Jahren ein Überhang von 600.000 Baugenehmigungen entstanden.

Die Zahl der Baubewilligungen sank gemessen am Vorjahreszeitraum um fast 20.000 oder 7,0 Prozent auf knapp 257.000, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtet. In knapp 226.000 Fällen ging es dabei um Neubauten (minus 4,8 Prozent).

Gegen den allgemeinen Trend lagen die Genehmigungen von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern mit 0,9 Prozent beziehungsweise 1.160 Einheiten im Plus. Rückläufig waren unterdessen die Zahlen für Einfamilienhäuser (minus 5,7 Prozent auf 69.000 Einheiten) sowie für Wohnungen in Wohnheimen (minus 40,9 Prozent auf 10.872 Einheiten), wozu auch Flüchtlingsunterkünfte zählen.

KfW: Zahl der Genehmigungen ist ausreichend

Gemäß einer Studie der Förderbank KfW gibt es aber keinen Mangel an Genehmigungen. In den vergangenen Jahren sei ein Überhang von 600.000 Zusagen entstanden. Vielmehr mangele es an der Umsetzung. Dabei hake es, weil etwa Baufirmen und Handwerker wegen des Immobilienbooms überlastet seien. Zudem holten Investoren gerade in Großstädten Baugenehmigungen auf Vorrat ein, setzten Projekte aber nicht um, da sie auf steigende Mieten und Immobilienpreise wetteten.

Mehr bezahlbares Bauland und Entbürokratisierung gefordert

Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GDW indes verlangte nun unter anderem zügig wirksame Steueranreize. “Es müssen mehr bezahlbare Grundstücke her und die mehr als 20.000 Bauvorschriften und Anforderungen konsequent auf den Prüfstand gestellt werden”, erklärte GDW-Präsident Axel Gedaschko. Eine neue Bundesregierung müsse dafür sorgen, dass die serielle und standardisierte Bauweise gefördert und eine bundesweit gültige bauliche Zulassung für diese Gebäude geschaffen werde.

Auch die Immobilienwirtschaft verlangte Reformen etwa zur schnelleren Abschreibung von Investitionen. Die Firmen stünden bereit, nur bräuchten sie auch Platz zum Arbeiten, erklärte der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA). “1990 gab es in Deutschland rund 5.000 Bauvorschriften, heute sind es über 20.000. Um mehr Wohnraum zu schaffen, müsse man “diesen Bürokratiewahnsinn stoppen und das bestehende Umfeld vereinfachen”, erklärte ZIA-Präsident Andreas Mattner. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Pensionskassen: Mit Volldampf in den Untergang?

Der Niedrigzins beschäftigt Pensionskassen seit 10 Jahren. Diese Entwicklung nimmt durch die Corona-Krise weiter an Fahrt auf. Arbeitgeber sollten jetzt Risiken evaluieren und Handlungsoptionen prüfen, meint das Beratungshaus auxilion.

mehr ...

Immobilien

Miete oft höher als 30 Prozent des Einkommens

Zwei Drittel der Wohnungssuchenden bereit, mehr für Miete zu zahlen als empfohlen Eine Faustregel lautet: Die Kaltmiete einer Wohnung sollte nicht höher als 30 Prozent des Nettoeinkommens des Mieters sein.

mehr ...

Investmentfonds

Wasserstoff-Durchbruch in Sicht?

Wie aus einer neuen Infografik von Block-Builders.de hervorgeht, zeichneten sich im Bereich der Wasserstoff-Technologie zuletzt zahlreiche Fortschritte ab. Wird Wasserstoff jetzt auch für PKWs nutzbar?

mehr ...

Berater

Die unbequeme Wahrheit über Erfolg in der Selbstständigkeit

Wenn Sie als selbstständiger Finanzdienstleister sich wirklich von der Konkurrenz abheben und zu den besten gehören möchten, dann geht das nur außerhalb der Komfortzone. Gastbeitrag von Trainer und Berater Dieter Kiwus

mehr ...

Sachwertanlagen

Finexity bringt dritten digitalen “Club-Deal”

Das Fintech Finexity AG erweitert sein “Club-Deal”-Angebot um ein Neubauprojekt in Hamburg. Das Projekt ist mit einem Volumen von über acht Millionen Euro das bisher größte im Portfolio des Hamburger Unternehmens und steht Investoren mit Anlagesummen ab 100.000 Euro offen.

mehr ...

Recht

Hälfte der Steuerzahler will Soli-Ersparnis zurücklegen

Mehr als die Hälfte der Steuerzahler, die im kommenden Jahr durch den Wegfall des Solidaritätszuschlags mit einer Entlastung rechnen, will das zusätzliche Nettoeinkommen zurücklegen. Das ergab die jüngste Umfrage im Deutschland-Trend des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA), die von INSA Consulere im Auftrag des DIA durchgeführt worden ist.

mehr ...