Anzeige
1. Juni 2017, 15:25
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Bestandsmieten in Deutschland würden effektiv eingefroren”

IVD-Präsident Jürgen Michael Schick kritisiert die Pläne von Bundesjustizminister Heiko Maas den Zeitraum für die Ermittlung der Vergleichsmieten auszudehnen. Auch weitere Pläne der Wohnungspolitik schaden laut dem IVD Mietern statt ihnen zu nutzen.

Juergen Michael Schick Ivd in Bestandsmieten in Deutschland würden effektiv eingefroren

Jürgen Michael Schick, Präsident des IVD: “Wir brauchen ein deutliches Zeichen des Umdenkens in der Immobilienpolitik.”

Zum Umdenken in der Immobilienpolitik forderte Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes IVD, auf dem Deutschen Immobilientag 3.0 auf. Über 1.300 Besucher nahmen dieses Jahr an der Veranstaltung in Berlin teil.

Zur Eröffnung sagte Schick: “Das Thema Wohneigentumsförderung muss im Koalitionsvertrag der nächsten Bundesregierung stehen. Wir brauchen ein deutliches Zeichen des Umdenkens in der Immobilienpolitik. Das Problem städtischen Wohnungsmangels lässt sich nicht durch immer neue Preisregulierungen lösen.” Schick betonte, dass man vor allem an die drohende Rentenlücke und bezahlbaren Wohnraum für Schwellenhaushalte denken sollte.

Förderung statt Kontrollen

Der IVD-Präsident  sprach über die von ihn bevorzugten Alternativen zu mehr Preiskontrollen: “Wir wollen, dass kleinen und mittleren Einkommen ein Zuschuss beim Eigenkapital gewährt wird. Zudem sollte die Grunderwerbsteuer für Ersterwerber von Wohneigentum ausgesetzt werden.”

Neben bezahlbarem Wohneigentum solle auch der bezahlbare Mietwohnungsbau gefördert werden. Dabei sollten jedoch nicht die Fehler des sozialen Wohnungsbaus aus der Vergangenheit wiederholt werden.

Eingriffe in Wohnungsmarkt schaden Mietern

Der IVD sehe die geplanten politischen Eingriffe in den Wohnungsmarkt allerdings kritisch.  So sei die geplante Herabsetzung der Modernisierungsmieterhöhung von elf Prozent auf acht Prozent ein Schritt in die falsche Richtung. “Damit werden der altersgerechte Umbau und die energetische Sanierung der deutschen Wohnungsbestände quasi unmöglich”, so Schick.

“Auch die Härtefallklausel bei Modernisierungsmieterhöhungen für Mieter, bei denen die Miete 40 Prozent des Nettohaushaltseinkommens übersteigt, würde nur dazu führen, dass Mieter mit einfachen finanziellen Möglichkeiten die knappen Wohnungen gar nicht erst bekommen”, warnt Schick. Ebenso kritisiert der IVD die geplante Auskunftspflicht über die Vormiete. Wichtiger sei, Mietspiegel einheitlich und rechtssicher bestimmen zu können.

Kritik an “Mietspiegelmanipulationsgesetz”

Besonders gravierend aber seien die Pläne von Bundesjustizminister Heiko Maas, der den Zeitraum zur Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete von vier auf acht Jahre ausdehnen will. “Sollten diese Pläne umgesetzt werden, dann würden die Bestandsmieten in Deutschland effektiv eingefroren. Das wäre ein Mietspiegelmanipulationsgesetz”, sagt Schick.

Der IVD-Präsident warnt davor, dass dadurch Investitionen in Bestandswohnungen und den Neubau von Mietwohnungen gestoppt würde, besonders negativ sei das für Wohnungssuchende. Schon jetzt würden Investoren besonders durch die niedrigen Zinsen im Wohnungsmarkt gehalten.

An seiner Forderung nach einem Sachkundenachweis für Makler hält der IVD fest. “Das Gesetz wird von Verbrauchern und der Branche gleichermaßen gefordert. Es ist unverständlich, dass der deutsche Gesetzgeber, dem es sonst nicht so schwer fällt, eine Regulierung aufzustellen, nun so zögerlich handelt”, sagt Schick. (kl)

Foto: IVD

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Länger leben – länger investieren

Wir leben immer länger. An diese wiederkehrende gute Nachricht haben wir uns inzwischen gewöhnt. Zuletzt konnte das statistische Bundesamt vermelden, dass durchschnittlich weitere zwei Monate dazu gekommen sind. Und noch erfreulicher: Die Zeit, die wir im Alter dazugewinnen, verbringen wir bei immer besserer Gesundheit.

Die Wald-Kolumne

mehr ...

Immobilien

Stimmung der deutschen Immobilienfinanzierer fällt auf Fünfjahrestief

Die Stimmung unter den deutschen Immobilienfinanzierern sinkt nach den Ergebnissen des BF.Quartalsbarometers deutlich. Dies liege zu einem Großteil an rückläufigem Neugeschäft und steigenden Refinanzierungskosten. Einen Anstieg verzeichneten dagegen alternative Finanzierungsformen.

mehr ...

Investmentfonds

Die Kosten des Betrugs

US-Präsident Donald Trump will weniger Regulierung, aber dafür drastischere Strafen für Betrüger. Wie so oft waren seine Twitter-Follower die ersten, die davon erfahren haben. Die Folgen dieses Vorhabens bekommt unter anderem Warren Buffett zu spüren.

mehr ...

Berater

Die Zukunft der Provisionen unter MiFID II

Eigentlich ist die Richtlinie längst in deutsches Recht umgesetzt worden und von den Betroffenen zu beachten. Die Umsetzung erfolgte durch das 2. Finanzmarktnovellierungsgesetz, das seit dem 03.01.2018 gilt. Nun könnte die Schlussfolgerung naheliegen, dass deshalb seit Anfang des Jahres die wesentlichen offenen Fragen beantwortet und die teils über Jahre andauernden Diskussionen, gerade auch zur Provisionsthematik, ein Ende gefunden haben. Gerade hinsichtlich der 34f-Vermittler kann hiervon allerdings keine Rede sein. Ein Gastbeitrag von Florian Kelm, Rechtsanwaltskanzlei Zacher & Partner

mehr ...

Sachwertanlagen

P&R-Insolvenzen: Fragen an die Bundesregierung

Die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen hat eine kleine Anfrage zu Container- und Schiffsfinanzierungen an die Bundesregierung gestellt. Ein Teil der Fragen entfällt auf die Causa P&R.

mehr ...

Recht

Ex-Sparkassenchef muss doch nicht vor Gericht

Der ehemalige Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon muss doch nicht vor Gericht. Der frühere bayerische Finanzminister soll per Strafbefehl zu 140 Tagessätzen wegen Steuerhinterziehung verurteilt werden, wie Oberstaatsanwältin Anne Leiding ankündigte. Darauf hätten sich die beteiligten Parteien in einem Rechtsgespräch geeinigt.

mehr ...