Anzeige
26. Mai 2017, 08:26
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Einzelhandel im Wandel: Sinkende Mieten und steigende Kaufpreise

Vermieter von Einzelhandelsimmobilien spüren den Druck des Onlinehandels, ihre Mieter können sich steigende Mieten immer seltener leisten. Doch die Kaufpreise steigen weiter. BNP Paribas hat das Einzelhandelssegment und die Gründe für diese Entwicklung analysiert.

Myzeil-frankfurt-shopping-innenstadt-einkaufstra E-shoppingcenter-einkaufszentrum-zeil-shutterstock 40176286 in Einzelhandel im Wandel: Sinkende Mieten und steigende Kaufpreise

Im Innern des Shoppingcenters “Myzeil” auf der Frankfurter Einkaufsstraße Zeil. In der Stadt sind die Ladenmieten 2016 leicht gesunken.

Die Umsätze im deutschen Einzelhandel wachsen schon seit sieben Jahren kontinuierlich, das liegt an guten Rahmenbedingungen und einem stabilen Verbrauchervertrauen, wie aus einer Analyse von BNP Paribas hervorgeht.

Doch befinde sich der Handel in einem Transformationsprozess und es sei gerechtfertigt, vom größten Wandel seit der Einführung der Selbstbedienung zu sprechen. Während die Konkurrenz des Onlinehandels am Vermietungsmarkt bereits spürbar sei, lasse der anhaltende Investorenwettbewerb die Preise für Hightstreet-Objekte in besten Lagen steigen.

Druck auf Mieten

Durch diese Entwicklung können viele Konzepte nur noch geringere Mieten finanzieren. Von den 64 regelmäßig von BNP Paribas Real Estate analysierten Städten weisen 24 im Vergleich zum Vorjahr gesunkene Spitzenmieten auf und nur drei können einen leicht höheren Wert erreichen. An 37 von 64 beobachteten Standorten sind die Höchstmieten damit noch konstant geblieben.

Bemerkbar mache sich die zunehmende Preissensibilität potenzieller Mieter auch in den größten Shoppingmetropolen, an vier der sieben größten deutschen Retailmärkte sind die Top-Mieten im Vorjahresvergleich um jeweils zwei Prozent gesunken: In Frankfurt (300 Euro pro Quadratmeter), Düsseldorf (280 Euro pro Quadratmeter), Hamburg (275 Euro pro Quadratmeter) und Köln (275 Euro pro Quadratmeter).

Der einzige Standort mit einer etwas steigenden Tendenz sei Berlin mit plus drei Prozent auf 320 Euro pro Quadratmeter, während die Mietpreisniveaus in München und Stuttgart wie auch in den vergangenen Jahren stabil waren, bei 370 Euro pro Quadratmeter und 275 Euro pro Quadratmeter.

Angebotsmangel lässt Kaufpreise steigen

Allerdings gelte die Spitzenmiete per Definition für einen 100-Quadratmeter-Standardshop mit idealen Voraussetzungen und bilde damit nur ein sehr kleines Marktsegment ab. Hierfür gebe es immer noch eine ausreichende Nachfrage aus den verschiedensten Branchen.

Bei den Kaufpreisen für Geschäftshäuser an Einkaufsstraßen bestimme hingegen das Angebot den Preis. Insgesamt habe das Investmentvolumen in Deutschlands Einkaufslagen 2016 3,1 Milliarden Euro betragen und damit 21 Prozent weniger als im sehr starken Vorjahr. Mit rund 57 Prozent entfalle dabei erneut das Gros des Umsatzes auf Städte außerhalb der Big Six.

Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken.

Bnppre Retail Karte in Einzelhandel im Wandel: Sinkende Mieten und steigende Kaufpreise

Die Gründe hierfür sind laut BNP Paribas zum einen die nach wie vor geringe Verfügbarkeit von Premium-Einzelhandelsimmobilien in den A-Lagen der sechs Top-Standorte, zum anderen aber auch die Struktur Deutschlands mit einer Vielzahl an Städten mit gut funktionierenden Einkaufslagen und entsprechendem Angebot an Core-Investments auch außerhalb der großen Metropolen. Daher hätten die Kaufpreise für Geschäftshäuser auch in einem Großteil der weiteren analysierten Großstädte noch einmal zugelegt.

Entwicklung der Top-Standorte

Bei den Top-Standorten setzt sich laut BNP Paribas München als teuerster deutscher Standort (Kaufpreisvervielfältiger : 24 bis 31) nur knapp vor die Hauptstadt Berlin (23 bis 30).

In Hamburg (23 bis 29,5) werde im Spitzensegment tendenziell nur geringfügig mehr bezahlt als in Frankfurt (23 bis 29) und Düsseldorf, Köln und Stuttgart folgen dahinter gleichauf (je 23 bis 28). Gerade in dieser Assetklasse finde man aber immer wieder Ausreißer, bei denen die Preise noch deutlich höher liegen. (kl)

Foto: Shutterstock

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Versicherungstipps: Die erste eigene Wohnung

Wann ist ein Mensch wirklich erwachsen? Mit der Volljährigkeit, einem Job, eigenen Kindern? Die Mehrheit der Bundesbürger sieht das Mieten der ersten eigenen Wohnung als einen der wichtigsten Meilensteine für das Erwachsenwerden.

mehr ...

Immobilien

Streit um Namen an Klingelschildern – Verstoß gegen die DSGVO?

Verstößt das Klingelschild eines Mieters an der Haustür gegen die Datenschutzgrundverordnung? Über diese Frage ist ein heftiger Streit entbrannt. Der Immobilien-Eigentümerverband Haus & Grund empfiehlt aktuell seinen Mitgliedern, vorsorglich die Namensschilder zu entfernen.

mehr ...

Investmentfonds

Aufstieg der ETFs

Exchange Traded Funds (ETF) werden bei den Deutschen immer beliebter. Das in ETFs verwaltete Kapital ist in zehn Jahren um über 560 Prozent gestiegen. Doch noch immer ist die Investitionsquote in Deutschland insgesamt sehr gering.

mehr ...

Berater

Kfz-Versicherung: Welche Merkmale den Tarif in die Höhe treiben

Was treibt den Preis einer Kfz-Versicherung in die Höhe? Und wie lässt sich der Preis am stärksten reduzieren? Die Antworten liefert ein aktueller Vergleich des Online-Portals Check24.

mehr ...

Sachwertanlagen

Beförderungs-Quartett bei ThomasLloyd

Das Geschäft der ThomasLloyd Gruppe wächst immer weiter. Das macht auch neue Führungskräfte notwendig. Gleich vier Mitarbeiter auf einmal konnten sich in dieser Woche über Beförderungen zum Managing Director freuen.

mehr ...

Recht

Wohin mit Nachbars Laub? Ab über die Hecke!

Der Indian Summer begeistert mit rot-, gold- und braungefärbten Blättern. Doch wenn die Laubmassen zusammengekehrt und entsorgt werden müssen, kommt schnell mal schlechte Laune auf – besonders, wenn es sich Nachbars Laubgut handelt. Muss man sich darum kümmern?

mehr ...