KfW-Förderkredite auf zweithöchstem Stand seit Finanzkrise

Die staatliche KfW Bank hat das zweithöchste Fördervolumen seit der Finanzkrise ausgereicht. Insbesondere die Bereiche Baufinanzierung und Umwelt- und Klimaschutz verbuchten hohe Wachstumsraten.

KfW
Die staatliche KfW hat 2016 nochmals mehr Fördergelder bereitgestellt als im bereits starken Vorjahr.

Die staatliche KfW sieht sich nach einem starken Förderjahr auf dem Weg zu einem unerwartet kräftigen Gewinn. „Wir rechnen uns gerade die Finger wund, ob wir an die zwei Milliarden rankommen oder nicht“, sagte KfW-Vorstandsmitglied Günther Bräunig am Mittwoch mit Blick auf das abgelaufene Geschäftsjahr.

Ursprünglich hatte das Institut mit etwa einer Milliarde gerechnet. 2015 hatte die Bankengruppe mit 2,17 Milliarden Euro den Vorjahresüberschuss (1,51 Milliarden Euro) deutlich übertroffen. Im vergangenen Jahr sagte das Institut, das dem Bund (80 Prozent) und den Ländern (20 Prozent) gehört, Kredite in Höhe von 81 Milliarden Euro zu und damit zwei Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Das ist nach der Finanzkrise 2007/2008 der zweithöchste Wert seit dem Rekordjahr 2010 mit einem Fördervolumen von 81,4 Milliarden Euro. Besonders kräftig stieg die Nachfrage nach Wohnungsbaufinanzierungen sowie von Umwelt- und Klimaschutzvorhaben. Im Inland stiegen die Zusagen um neun Prozent auf 55,1 Milliarden Euro, getrieben vor allem vom Immobilienboom. Viele Verbraucher nutzen die Niedrigzinsen, um den Traum von den eigenen vier Wänden zu verwirklichen.

Rekordnachfrage bei Förderung von Umwelt- und Klimaschutzvorhaben

Für Wohnungen und Erstunterkünfte von Flüchtlingen stellte die KfW seit September 2015 insgesamt 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung. Es wurden etwa 150.000 Unterbringungsplätze in 700 Kommunen geschaffen. Seit vergangenem April unterstützt die KfW die Bundesländer bei Förderprogrammen für bezahlbare Wohnungen. Eine Rekordnachfrage verzeichnete das Institut bei der Förderung von Umwelt- und Klimaschutzvorhaben.

„Die KfW hat dieses Jahr den höchsten Anteil von Umwelt- und Klimafinanzierungen am Gesamtfördervolumen in ihrer Geschichte zugesagt“, erklärte KfW-Chef Ulrich Schröder laut Mitteilung. „Sie setzt damit ihren Kurs als einer der größten Finanziers von Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen in Deutschland und weltweit fort.“ An dem Pressegespräch nahm der erkrankte KfW-Chef nicht teil.

Für dieses Jahr plant die KfW ein Fördervolumen von insgesamt 70 bis 80 Milliarden Euro. Deutlich aufgestockt werden die Mittel für altersgerechtes Wohnen und Einbruchschutz. Das Programm wird den Angaben zufolge insgesamt verdoppelt. (dpa-AFX)

Foto: KfW

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