15. Juni 2017, 12:43
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Maklergesellschaften fordern Sachkundenachweis

Es ist inakzeptabel, dass Personen ohne fachliche Eignung Immobilien vermitteln, bemängeln verschiedene große Maklerunternehmen. Bis Ende der Legislaturperiode solle die Koalition daher den lange angekündigten Sachkundenachweis für Immobilienmakler einführen.

Roland Hustert Lbsinw-lbs-roland-hustert-geschaeftsfuehrer in Maklergesellschaften fordern Sachkundenachweis

Roland Hustert: “Immer häufiger müssen Kaufinteressenten und Verkäufer erleben, dass es auch Makler gibt, die ihnen aufgrund mangelnder Kenntnisse wirtschaftlichen Schaden zufügen.”

Roland Hustert, Geschäftsführer von LBS Immobilien Nordwest appelliert – gemeinsam mit führenden Maklergesellschaften von Banken, Sparkassen und Bausparkassen – an den Gesetzgeber, noch in dieser Legislaturperiode den Sachkundenachweis für Immobilienmakler einzuführen.

Hustert vertrat die Forderung auch im Namen der LBS Immobilien GmbH (Frankfurt), PlanetHome Group (München), Postbank Immobilien GmbH (Hameln), Sparkassen-Immobilien-Vermittlungs-GmbH (München) sowie der Wüstenrot Immobilien GmbH (Ludwigsburg).

Koalitionsvertrag nicht erfüllt

“Vor vier Jahren hatten CDU/CSU und SPD in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, einen Sachkundenachweis als Erlaubnisvoraussetzung für Immobilienmakler einzuführen. Dies ist bis heute nicht geschehen. Wir fordern daher, dass das entsprechende Gesetz mit diesem Passus noch bis zum Ende der Legislaturperiode verabschiedet wird”, sagt Hustert.

Der Erwerb oder Verkauf einer Immobilie sei eine der größten Vermögenstransaktionen im Leben der meisten Menschen. Daher sei es nicht akzeptabel, dass Häuser, Wohnungen und Grundstücke immer noch auch von Personen vermittelt werden dürfen, die dafür weder über eine fachliche Eignung noch über eine entsprechende Ausbildung verfügen.

“Makler darf sich hierzulande jeder nennen, der in jüngster Zeit nicht straffällig oder insolvent geworden ist. Und das in einem Land, das viele Lebensbereiche über ein notwendiges Maß hinaus reguliert, um seine Menschen zu schützen”, sagt Hustert.

Marktlage verdeutlicht Probleme

Die hohe Nachfrage, verbunden mit einem sinkenden Angebot an marktfähigen Immobilien würden die Ansprüche an die Kompetenz, Service und Qualität der Immobilienvermittler erhöhen, wie problematisch fehlende Mindestanforderungen an den Maklerberuf sind, werde noch deutlicher.

“Immer häufiger müssen Kaufinteressenten und Verkäufer erleben, dass es auch Makler gibt, die ihnen aufgrund mangelnder Kenntnisse wirtschaftlichen Schaden zufügen oder sogar die Marktsituation für zweifelhafte Geschäftspraktiken nutzen”, so Hustert.

Er fordert: “Um die Voraussetzung für eine kompetente und seriöse Beratung sowie einen fairen Interessenausgleich zwischen Verkäufern und Käufern durch alle als Immobilienmakler Tätigen zu gewährleisten, ist es endlich an der Zeit, die Mindestanforderungen an den Maklerberuf gesetzlich festzulegen.” (kl)

Foto: LBS West

3 Kommentare

  1. Als Versicherungsmakler und Vermittler von Immobilienkrediten müssen wir extrem viele Auflagen erfüllen: aufklären, dokumentieren, registrieren lassen, Weiterbildungen nachweisen etc. Die Courtage wurde aufgrund einer gesetzlichen Vorgabe von 4 % auf 2,5 % gesenkt. Manche Immobilienmakler verlangen über 7 %. Dies ohne Nachweis einer Qualifikation, ohne Dokumentation,
    ohne Register……

    Kommentar von Ingeborg Behrendt — 16. Juni 2017 @ 13:16

  2. Geschickt verhüllt Roland Hustert, Geschäftsführer von LBS Immobilien Nordwest, seine wahren Interessen: Die Sicherung der Marktposition der Bank entlang der Wertschöpfungskette „Immobilie – Finanzierung“. Mit staatlicher Hilfe „Sachkundenachweis für Immobilienmakler“ soll der freie Makler aus dem Markt gedrängt werden. Der Käufer bzw. Verkäufer einer Immobilie müsse doch vor wirtschaftlichen Schaden geschützt werden. Ist der Kunde also nur im Schoß der Immobilienabteilung einer Bank gut aufgehoben?

    Roland Hustert fordert die weitere Entmündigung des Bürgers. Heute, im Zeitalter aufgeklärter Konsumenten, ist der Schutz vor unseriösen Kaufleuten nicht mehr nötig. Käufer und Verkäufer von Immobilien agieren längst schon auf Augenhöhe.

    Kommentar von Paul Beutner — 15. Juni 2017 @ 22:24

  3. … und dann bitte auch gleich die Provisionen verbieten und denjenigen zahlen lassen der den Makler beauftragt. Dann setzen sich auch wenigstens die Makler durch die einen wirklichen Mehrwert bieten und nicht nur diejenigen, die marktdominierend sind.

    Kommentar von Markus — 15. Juni 2017 @ 17:53

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