15. August 2017, 10:17
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Offene Immobilienfonds: Ende der Produktflaute

Der Markt für offene Immobilienfonds ist in Bewegung. In jüngerer Zeit sind mehrere neue Publikumsfonds an den Start gegangen. Dies macht die Branche vielfältiger und eröffnet neue Chancen, so die Kapitalverwaltungsgesellschaft IntReal.

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Büroimmobilien sind klassische Zielobjekte für offene Immobilienfonds. Die neuen Fonds setzen jedoch auch oft verstärkt oder sogar ganz auf Wohnimmobilien.

Die Marktaktivität bei offenen Immobilien-Publikumsfonds hat zugenommen: Nachdem in der Folge der Fondskrise jahrelang keine neuen Produkte für private Anleger auf den Markt kamen, ist der Markt jetzt in Bewegung.

Etablierte Fondsanbieter wie Deka Immobilien oder Union Investment lancierten jüngst neue Fonds. Daneben legten aber auch neue Akteure wie Swiss Life Real Estate Produkte auf. Seit Februar 2016 kamen insgesamt sechs neue Fonds auf den Markt, weitere sind in Planung.

Hohe Zuflüsse im ersten Halbjahr 2017

Privatanleger investierten nach Angaben des Fondsverbands BVI in den ersten sechs Monaten 2,8 Milliarden Euro netto in offene Immobilien-Publikumsfonds. Damit wurde bereits zum Halbjahr rund zwei Drittel (65,3 Prozent) der Nettomittelzuflüsse des Vorjahrs erreicht.

Die hohe Zahl sei vor allem bemerkenswert, so IntReal, da zahlreiche offene Immobilien-Publikumsfonds derzeit keine neuen Mittel annehmen. Die Zuflüsse verteilten sich auf die Fonds, die noch Gelder annehmen, und auf die Fonds, die in den letzten zwölf Monaten neu aufgelegt wurden.

Risikodiversifizierte Anlage

„Die beschriebene Entwicklung am Markt für neue offene Immobilien-Publikumsfonds, für die wir ja zum Beispiel mit unserem Fondspartner Industria und dem Thema Wohnen auch ein Vorreiter waren, ist sehr zu begrüßen. Denn genau wie institutionelle Anleger wollen auch Privatinvestoren derzeit verstärkt in Immobilien investieren. Viele Retail-Investoren können nicht direkt in Immobilien investieren, da die Investitionssummen und die oft mit nur einer Immobilie verbundenen Risiken zu hoch sowie die Bindungsfristen sehr lang sind. Der offene Immobilienfonds ist – neben der Immobilienaktie – die einzige risikodiversifizierte Anlagealternative“, kommentiert Michael Schneider, Geschäftsführer der IntReal International Real Estate Kapitalverwaltungsgesellschaft.

Die neuen Produktinitiativen seien noch aus einem anderen Grund erfreulich. „Die neuen Player am Markt tragen dazu bei, die Marktdominanz der großen Anbieter aufzubrechen. Dies belebt den Wettbewerb und ist im Interesse der Anleger“, so Schneider.

Bei den Nutzungsarten sei ein grundlegender Wandel zu beobachten: „Während früher alle offenen Fonds fast ausschließlich in Büro- und Einzelhandelsimmobilien investierten, wird nun die Nutzungsart Wohnen erstmals in großem Umfang im Vehikel offener Publikumsfonds angeboten.“

Verwaltetes Vermögen der Branche erreicht Vorkrisenniveau

Auch hinsichtlich des verwalteten Vermögens habe sich das Segment der offenen Immobilien-Publikumsfonds von der Krise wieder erholt – und dies unter neuen Spielregeln wie beispielsweise Mindesthaltefristen und Kündigungsfristen. Betrug das Nettovermögen aller Fonds zum Halbjahr 2014 noch rund 80,8 Milliarden Euro, sind es drei Jahre später bereits 87,8 Milliarden Euro.

Analog zu den Spezialfonds etabliere sich auch im Publikumsfondsbereich zunehmend die Arbeitsteilung zwischen einer Service-KVG, die die regulatorischen und administrativen Aufgaben übernimmt, und einem Immobilienmanager, der den Fonds auflegt und für die Performance und das Immobilienmanagement verantwortlich ist.

„Zwar macht zum Beispiel eine tägliche Anteilspreisermittllung im Retail-Segment die Produkte aufwendiger. Aber als führende Service-KVG können wir auch im Publikumsfonds-Segment alle administrativen Aufgaben übernehmen und ermöglichen unseren Fondspartnern so eine Konzentration auf ihre Kernkompetenzen“, so Schneider. (bk)

Foto: Shutterstock

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