23. August 2017, 09:12
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Proptech: Wie verändern die neuen Technologien die Jobanforderungen?

Die Metajobsuchmaschine Joblift hat untersucht, inwieweit die wachsende Property-Technology-Branche die Stellenanforderungen in der Immobilienbrache beeinflusst. Noch entfällt ein Großteil der Jobangebote auf klassische Berufsbilder.

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Mit steigender Digitalisierung der Immobilienbranche wandeln sich die Personalanforderungen.

Der Bundesverband Deutsche Startups reagierte letzte Woche auf den Digitalisierungstrend des Immobiliensektors und gründete eine eigene Fachgruppe Proptech (Property Technology).

Die Metajobsuchmaschine Joblift ging der Frage nach, ob es sich um eine wirkliche Revolution des Immobilienmarkts handelt oder vielmehr um eine logische Weiterentwicklung bestehender Geschäftsmodelle.

Innovative Technologien in Stellenanzeigen noch wenig präsent

Dazu analysierte Joblift nach eigenen Angaben alle Stellenanzeigen der Proptech- und traditionellen Immobilienbranche der letzten beiden Jahre und brachte unter anderem in Erfahrung, dass radikale technologische Neuerungen nur begrenzt Einzug in die Proptech-Landschaft halten: Nur 16 Prozent der gesuchten Berufsprofile würden sich mit Megatrends wie Blockchain oder virtueller Realität beschäftigen.

Mit steigender Digitalisierung des Immobilienwesens wandelten sich jedoch die Personalanforderungen – so falle die Nachfrage nach einer Berufsausbildung in Proptech-Firmen um knapp 150 Prozent geringer aus.

Klassische Immobilienwirtschaft schreibt rund 13-mal mehr Stellen aus als Proptech-Branche

Demnach schrieb die deutsche Proptech-Landschaft schrieb in den vergangenen zwei Jahren 4.678 Jobs bei einem durchschnittlichen monatlichen Stellenwachstum von zwei Prozent aus.

Die meisten Anzeigen wurden in Berlin (41 Prozent) und Bayern (29 Prozent) geschaltet, an dritter Stelle liegt Nordrhein-Westfalen mit neun Prozent. Ein Blick auf die traditionelle Immobilienbranche wie Hausverwaltungen und Makleragenturen zeige auf, dass diese im selben Zeitraum 62.432 Jobs veröffentlichte, deren Zahl im Schnitt ebenfalls um zwei Prozent monatlich anstieg.

Auch dort wurden die meisten Stellen in Berlin, Bayern und Nordrhein-Westfalen geschaffen (jeweils 18 Prozent), allerdings sei die Dominanz der erstgenannten beiden Bundesländer weniger stark ausgeprägt: Bestimmen die Bundeshauptstadt und der Freistaat zusammen 70 Prozent des Proptech-Stellenmarkts, seien es im etablierten Immobilienwesen nur 36 Prozent.

Zugangsvoraussetzungen steigen

Die Berufe, die auf besonders große Nachfrage bei Proptech-Firmen stießen, betrafen demnach Programmierer (16 Prozent der Stellen), Vertriebsmitarbeiter (14 Prozent) sowie Kommunikations- und Marketingfachkräfte (elf Prozent).

In der traditionellen Immobilienbranche richteten sich die meisten Gesuche hingegen an Immobilienkaufleute (elf Prozent), Immobilienmakler (acht Prozent) sowie Bürokaufleute (sechs Prozent).

Einhergehend mit veränderten Berufsprofilen würden auch die formalen Zugangsvoraussetzungen steigen. Während klassische Immobilienunternehmen in 67 Prozent der Anzeigen eine Ausbildung und in 33 Prozent alternativ oder ausschließlich ein Studium verlangten, waren es im Proptech-Bereich jeweils 27 und 35 Prozent.

Während die Nachfrage nach einem Studienabschluss weitgehend übereinstimme, sinke also jene nach einer Berufsausbildung.

Ein Viertel der Stellen von Immobilienportalen ausgeschrieben

Doch in welchen Feldern entwickelt sich die Proptech-Szene besonders stark? Immobilienportale wie Immobilienscout24 bilden laut Joblift das stärkste Segment – 24 Prozent der PropTech-Stellen wurden in diesem Bereich ausgeschrieben.

Es folgen temporäre Vermietungsplattformen wie Airbnb mit 21 Prozent der Jobanzeigen. Den dritten Platz nehmen Angebote zur Vermietung und dem Verkauf von Immobilien wie McMakler mit elf Prozent der Vakanzen ein.

Der Fokus der Proptech-Landschaft scheine somit vorrangig auf der Optimierung traditioneller Prozesse zu liegen statt auf radikalen Neuerungen, so Joblift. So hätten etwa Unternehmen mit richtungsweisenden Geschäftsmodellen im Bereich virtuelle Begehungen nur sieben Prozent der Ausschreibungen veröffentlicht.

Innovationsdruck noch nicht so hoch

Eine Analyse der Stellenbeschreibungen zeichne ein ähnliches Bild: Obwohl technologischen Megatrends großes Potenzial für die Immobilienbranche vorhergesagt werde, fand etwa der Einsatz von Big Data lediglich 302-mal, von cloudbasierten Anwendungen 263-mal und von virtueller Realität 122-mal Erwähnung in den Anzeigen.

Der Umgang mit dem Datenbankmodell Blockchain sowie mit künstlicher Intelligenz wurde gar nur 45- beziehungsweise achtmal genannt.

Die stabile Konjunktur auf dem Immobilienmarkt scheint nach Einschätzung von Joblift dazu zu führen, dass sich der Innovationsdruck in der Branche nicht ganz so stark bemerkbar mache wie in anderen Wirtschaftszweigen. (bk)

Foto: Shutterstock

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