5. Januar 2017, 08:53
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Sinkendes Volumen auf dem deutschen Wohninvestmentmarkt

Am deutschen Wohninvestmentmarkt ist das Transaktionsniveau gegenüber dem Vorjahr um über 50 Prozent gesunken. Das geht aus dem Marktüberblick “Wohninvestmentmarkt Deutschland” von Savills hervor.

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Während das Transaktionsvolumen auf dem deutschen Wohninvestmentmarkt im vierten Quartal deutlich gesunken ist, hat der Anteil der Projektentwicklungen zugenommen.

Am deutschen Wohninvestmentmarkt summierte sich das Transaktionsvolumen im vergangenen Jahr nach Angaben von Savills auf 10,7 Milliarden Euro. Dies bedeutet einen Rückgang um etwa 54 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Wenig Großdeals

“Nach dem Rekordjahr 2015 mit diversen Transaktionen im Milliarden-Euro-Bereich wie der Gagfah-Übernahme oder dem Kauf des Südewo-Portfolios fanden im letzten Jahr mit der Conwert-Übernahme durch Vonovia und dem Portfolioankauf durch Morgan Stanley von BGP Investments nur zwei derartige Mega-Deals statt”, so Karsten Nemecek, Managing Director Corporate Finance – Valuation bei Savills Germany.

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Wohninvestmentmarkt Transaktionsvolumen in Sinkendes Volumen auf dem deutschen Wohninvestmentmarkt

Nemecek ergänzt: “Während das Angebot im Bestand merklich zurückgegangen ist, stieg die Zahl der Projektentwicklungen deutlich. Deshalb hat sich das Geschehen am Investmentmarkt in den letzten Monaten zunehmend ins Projektentwicklungssegment verschoben und dürfte dies vor dem Hintergrund der steigenden Wohnungsbaudynamik weiterhin tun.”

Im letzten Jahr seien 21 Prozent des gesamten Transaktionsvolumens auf den Erwerb von Projekten entfallen. Im Durchschnitt der letzten fünf Jahre habe er Anteil bei lediglich elf Prozent gelegen.

Projektentwicklungen treiben Preisniveau

Die höhere Anzahl an Projektentwicklungskäufen habe auch zu einem Anstieg des Preisniveaus geführt. Lag der durchschnittliche Preis je Wohnung vor Jahresfrist laut Savills noch bei 70.600 Euro, waren es zum Jahresende 2016 bereits rund 92.400 Euro. Dies entspricht einem Anstieg um 31 Prozent.

Das veränderte Angebot habe auch eine Verschiebung auf Seiten der Investoren zur Folge. In den Jahren zuvor seien Immobilien-AGs die mit Abstand aktivsten Käufer gewesen, Spezialfonds hätten jedoch im vergangenen Jahr deutlich die Spitzenposition übernommen, da Neubauobjekte und Projektentwicklungen eher zu ihrem Suchprofil passen würden.

Ausblick 2017

Auch im laufenden Jahr dürften Projektenwicklungsankäufe eine wesentliche Rolle spielen. Denn erstens sei die Zahl der genehmigten Wohnungen bis zuletzt gestiegen, und zweitens bleibe das Angebot im Bestand knapp.

“Große Wohnungspakete wanderten in den letzten Jahren vor allem in die Portfolios der großen Wohnimmobilien-AGs, die selbst weiterhin auf Wachstumskurs sind und sich nur vereinzelt von Beständen trennen dürften”, so Matthias Pink, Director und Head of Research bei Savills Germany. Vor diesem Hintergrund rechnet Savills für das Jahr 2017 erneut mit einem Transaktionsvolumen von zehn Milliarden Euro. (kl)

Foto: Shutterstock

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