Anzeige
9. Juni 2017, 07:45
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Wohnimmobilien: Regionale Wertunterschiede wachsen

In einem Drittel aller deutschen Landkreise werden Eigentumswohnungen bis 2030 ein Viertel weniger wert sein. Eine Modellrechnung des DIW Berlin zeigt auf, wo die Preise für Wohnimmobilien weiter steigen und wo sie sinken.

Haus-preis-sinkt-fall-chart-pfeil-shutterstock 371313115 in Wohnimmobilien: Regionale Wertunterschiede wachsen

Die sinkende Nachfrage wirkt sich aufgrund des trägen Angebots relativ schnell auf den Wert von Immobilien aus.

Die schrumpfende Bevölkerung und eine veränderte Altersstruktur werden zu wachsenden regionalen Unterschiede der Immobilienpreise in Deutschland führen. In vielen Landkreisen, vor allem im Osten, werden die Preise weiter sinken. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Modellrechnung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).

Die Bevölkerung in Deutschland wird nach Angaben des DIW zwischen 2015 und 2030 voraussichtlich um 2,1 Millionen Personen schrumpfen. Aufgrund der sinkenden Nachfrage nach Immobilien würden die Marktwerte für selbstgenutzte Eigentumswohnungen bis 2030 in einem Drittel aller deutschen Kreise und kreisfreien Städten um mehr als 25 Prozent sinken. Der Markt für Ein- und Zweifamilienhäuser reagiere weniger stark, dort sei nur ein Viertel der Kreise betroffen.

Große regionale Unterschiede

“Die schrumpfende Bevölkerung wirkt sich auch auf die Immobilienpreise aus, allerdings mit großen regionalen Unterschieden. Eine Polarisierung der Immobilienpreise kann die Ungleichheit bei dieser Vermögenskomponente verstärken, und der selbstgenutzte Immobilienbesitz stellt zugleich den wichtigsten Vermögensbestandteil der privaten Haushalte dar”, sagt DIW-Verteilungsforscher Markus Grabka.

“Insbesondere die Angebotsseite des Immobilienmarkts ändert sich nur langsam. Es gibt relativ lange Vorausplanungszeiten, bevor man überhaupt eine Immobilie neu erstellen kann. Dementsprechend reagiert der Markt auf starke nachfrageseitige Determinanten wie eine schrumpfende Bevölkerung relativ schnell und deutlich”, sagt Grabka.

Schwache Entwicklung in Ostdeutschland

Bereits jetzt sei eine ausgeprägte Polarisierung der Immobilienpreise in Deutschland festzustellen. Auf die demografische Entwicklung weisen laut DIW insbesondere die niedrigen Angebotspreise in Ostdeutschland hin.

Doch Grabka sagt: “Die relevanten Unterschiede finden sich nicht mehr unbedingt zwischen Ost- und Westdeutschland, sondern zwischen den Regionen, die einen weiteren Bevölkerungsaufbau verzeichnen und den Regionen, in denen die Bevölkerungszahl abnimmt.”

Insgesamt würden sich aller Voraussicht nach die Immobilienpreise in Ostdeutschland schwächer entwickeln als in Westdeutschland. In einigen Landkreisen in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern dürften in 100 der 402 Landkreise und kreisfreien Städte die Preise für Ein-und Zweifamilienhäuser um mehr als ein Viertel sinken.

Dynamische Märkte in Ballungszentren

In und um Ballungszentren würden die Preise aufgrund der wachsenden Nachfrage und dem Trend zur Urbanisierung bis zum Jahr 2030 in 32 Kreisen und kreisfreien Städten um mehr als ein Viertel steigen.

“Noch stärker reagieren die Preise von Eigentumswohnungen auf die veränderte Nachfrage. In 133 Landkreisen dürften sie um über ein Viertel zurückgehen und in nur etwas mehr als 50 Landkreisen um mehr als ein Viertel steigen”, sagt Ko-Autor Christian Westermeier.

Zugleich konzentriere sich der Preisanstieg bei Eigentumswohnungen in stärkerem Maße direkt auf die Ballungsregionen und weniger auf deren Umland wie bei den Ein- und Zweifamilienhäusern.

Markus Grabka und Christian Westermeier prognostizierten mit ihrer Modellrechnung die Angebotspreise für Wohnimmobilien in Deutschland bis zum Jahr 2030, basierend auf den Marktdaten von Empirica-Systeme und einer Bevölkerungsvorausberechnung nach Landkreisen der Bertelsmann-Stiftung. Der Fokus der Analyse lag auf dem demografischen Effekt. Das Projekt wurde von der Hans-Böckler-Stiftung gefördert. (kl)

Foto: Shutterstock

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

1 Kommentar

  1. Immobilien kaufen lohnt sich in Regionen wo es Arbeitsplätze gibt(Außer im Tagebau).

    Kommentar von Jan Lanc — 10. Juni 2017 @ 11:38

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

BPK 2017: HanseMerkur legt deutlich zu

Die HanseMerkur Versicherungsgruppe hat auf ihrer diesjährigen Bilanzpressekonferenz die Unternehmenszahlen präsentiert. Vorstandsvorsitzender Eberhard Sautter zeigt sich angesichts eines schwierigen Jahres 2017 hochzufrieden mit den Ergebnissen.

mehr ...

Immobilien

Stärkster Preisanstieg bei Wohnimmobilien seit Mitte 2017

Die unstete Preisentwicklung der letzten Monate bei Wohnimmobilien setzte sich auch im März fort: Ausgerechnet die Preise für Neubauhäuser, die in den letzten zwölf Monaten immer angestiegen waren, gingen im März 2018 im Vergleich zum Vormonat um 0,22 Prozent zurück. Derweil stiegen die Preise für Bestandshäuser und Eigentumswohnungen mit jeweils über einem Prozent vergleichsweise deutlich.

mehr ...

Investmentfonds

Draghi lässt sich von gestiegenen Rohstoffpreisen nicht beeindrucken

Der zunehmende Inflationsdruck führt dazu, dass einige Marktteilnehmer befürchten, die Europäische Zentralbank könnte den Leitzins schneller als bisher erwartet anheben. Doch es gibt Gründe, die dafür sprechen, dass die Geldpolitik zunächst expansiv bleibt.  Gastbeitrag von Carsten Mumm, Donner & Reuschel 

mehr ...

Berater

Ex-Sparkassenchef muss doch nicht vor Gericht

Der ehemalige Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon muss doch nicht vor Gericht. Der frühere bayerische Finanzminister soll per Strafbefehl zu 140 Tagessätzen wegen Steuerhinterziehung verurteilt werden, wie Oberstaatsanwältin Anne Leiding ankündigte. Darauf hätten sich die beteiligten Parteien in einem Rechtsgespräch geeinigt.

mehr ...

Sachwertanlagen

HSH-Abwicklungsbank sieht Schifffahrtskrise durchschritten

Die Abwicklungsgesellschaft der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein für faule Schiffskredite der HSH Nordbank hat im Jahr 2017 einen Verlust von 44,4 Millionen Euro gemacht und damit das Minus deutlich reduziert.

mehr ...

Recht

Bürgschaften sind keine nachträglichen Anschaffungen

Wird ein Gesellschafter im Insolvenzverfahren als Bürge für Verbindlichkeiten der Gesellschaft in Anspruch genommen, so kann er dies nicht mehr als nachträgliche Anschaffungskosten werten und somit auch nicht mehr steuermindernd geltend machen. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem aktuellen Urteil (Aktenzeichen: IX R 36/15). Gastbeitrag von Holger Witteler, Kanzlei Husemann, Eickhoff, Salmen & Partner

mehr ...