Preiseinbruch am Wohnimmobilienmarkt? Researchinstitute uneins

Im aktuellen Frühjahrsgutachten Immobilienwirtschaft 2017 warnte Empirica vor drohenden starken Preisrückgängen am Wohnimmobilienmarkt. Das Researchinstitut Bulwien Gesa schätzt die Lage anders ein: Hohe Preiskorrekturen in den Metropolen seien unrealistisch.

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Der deutsche Wohnimmobilienmarkt befindet sich in einer Phase der Abkühlung. Uneinig sind sich die Researchinstitute Empirica und Bulwien Gesa, ob diese zu einem starken Absinken der Preise führen könnte.

Die Furcht vor massiven Korrekturen bei den Kaufpreisen für Eigentumswohnungen hängt wie ein Damoklesschwert über Anlegern, Investoren und Wohnungsbesitzern, so die Kernaussage von Empirica im aktuellen Frühjahrsgutachten Immobilienwirtschaft 2017 des Rates der Immobilienweisen.

Das Researchinstitut Bulwien Gesa teilt diese Einschätzung nicht und legt seine Sichtweise dar. Ein regelrechter Einbruch am Immobilienmarkt sei nicht zu befürchten.

1. Hohe Preiskorrekturen in den Metropolen sind unrealistisch.

Empirica stellt die Wanderungssalden sehr weit in den Vordergrund, ohne jedoch die Qualität der Wanderung näher zu spezifizieren, etwa in Bildungs-, Arbeits- und/oder Flüchtlingsmigration.

Doch basierend auf den jüngsten regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnungen von Bulwien Gesa wird von einer weiterhin hohen Dynamik der Kernstädte in Agglomerationsräumen und verstädterten Räumen ausgegangen: Durch ökonomisch stabile Strukturen, Erwerbsmöglichkeiten, hohe Urbanität beziehungsweise vielfältige Freizeit- und Kulturmöglichkeiten sowie einer gut ausgebauten Infrastruktur ziehen sie nationale wie internationale Bewohner an.

Die Wanderung hin zu starken Wirtschaftsräumen bleibt auch in Zukunft der zentrale Grund für die Dynamik dieser Regionen. Jüngste Beschäftigtenzahlen seitens der Bundesagentur für Arbeit stützen diesen langfristigen Trend. Wertkorrekturen in der postulierten Höhe hat es in deutschen Großstädten auch in wirtschaftlich schwachen Jahren wie etwa 1994 bis 1999 noch nicht gegeben.

2. Wohnungsbedarf und -nachfrage haben auch ökonomische Faktoren.

Robuste makroökonomische Rahmenbedingungen wie Beschäftigtenentwicklung, Kaufkraft, Haushaltsentwicklung oder Altersstruktur weisen darauf hin, dass dieser Trend auch im laufenden Jahr anhält. Bei gleichzeitig sinkender Flächenverfügbarkeit wächst der Wohnungsbedarf in den Metropolen noch immer. Darüber hinaus muss die Zinsentwicklung als Einflussfaktor für die Preisentwicklung einbezogen werden.

Regional betrachtet ist der höchste absolute Wohnungsbedarf weiterhin in den deutschen Metropolen und ihrem Umland zu erwarten. Die konkrete Nachfrage ist umso höher, je mehr kaufkraftstarke Haushalte adäquaten Wohnraum suchen.

Seite zwei: Nicht aus jeder Baugenehmigung folgt eine Fertigstellung

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