26. Februar 2018, 13:41
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Deutschland hinkt beim Wohneigentum hinterher

Trotz günstiger Rahmenbedingungen stagniert die Wohneigentumsquote in Deutschland bei rund 45 Prozent. Dies stellte das Institut der Deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) in einer Studie im Auftrag der Bausparkasse Schwäbisch Hall fest. Ein wesentliches Hindernis für den Immobilienkauf sei mangelndes Eigenkapital.

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Nur 13 Prozent der 25- bis 34-Jährigen wohnen in den eigenen vier Wänden.

Die Wirtschaft in Deutschland läuft auf Hochtouren, in vielen Regionen herrscht Vollbeschäftigung, die Zinsen sind historisch niedrig und der Bedarf an privater Altersvorsorge nimmt zu.

„In anderen Ländern, beispielsweise in den Niederlanden oder Dänemark, ist die Wohneigentumsquote in Phasen guter Konjunktur, niedriger Zinsen und steigender Immobilienpreise deutlich gestiegen“, sagt Professor Dr. Michael Voigtländer, Leiter Kompetenzfeld Finanz- und Immobilienmärkte beim IW Köln. „Daher überrascht es, dass Deutschland bei der Wohneigentumsbildung nach wie vor auf der Stelle tritt.“

Mit einer Eigentumsquote von 45 Prozent liegt Deutschland im europäischen Vergleich auf dem vorletzten Rang – nur in der Schweiz leben weniger Menschen im Wohneigentum.

Nur elf Prozent der Mieter haben ausreichend Eigenkapital

Neben fehlendem Bauland und einem mangelnden Angebot an Wohnimmobilien, vor allem in Ballungszentren, hat die Studie einen Hauptgrund für die Stagnation ausgemacht: zu wenig Eigenkapital. Für den Erwerb einer Immobilie sollte ein Haushalt 20 bis 30 Prozent des Kaufpreises gespart haben.

Bei einem Durchschnittspreis für Wohneigentum in Deutschland von derzeit rund 250.000 Euro müsse ein Haushalt nach Aussage von Schwäbisch Hall somit mindestens 50.000 Euro in die Finanzierung mit einbringen. Dies könnten derzeit aber nur elf Prozent der Mieter. Betroffen seien vor allem junge Menschen mit mittleren Einkommen.

Die Studie zeige, dass von den 25- bis 34-Jährigen 2016 nur 13 Prozent in den eigenen vier Wänden wohnten (2011 waren es noch 15 Prozent). Auch bei den 35- bis 44-Jährigen sei die Wohneigentumsentwicklung rückläufig, von 41 Prozent in 2011 auf 37 Prozent in 2016. Das Durchschnittsalter der Ersterwerber einer Immobilie betrage derzeit 48 Jahre.

„Die Wohneigentumsquote ist ein wesentlicher Indikator für die Vermögensbildung. Umso wichtiger ist es, dass vor allem junge Familien mit mittleren Einkommen Wohneigentum erwerben können“, sagt Reinhard Klein, Vorstandsvorsitzender der Bausparkasse Schwäbisch Hall. „Die Studie zeigt, dass der Immobilienerwerb oft am mangelnden Eigenkapital scheitert. Daher begrüßen wir die Pläne der Großen Koalition, bei der Wohnungsbauprämie den Prämiensatz zu erhöhen und die Einkommensgrenzen anzupassen.“ (bk)

Foto: Shutterstock

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