NordLB will Geschäft mit Wohnungswirtschaft bundesweit ausbauen

Die Landesbank NordLB will sich als Finanzierer für die Wohnungswirtschaft bundesweit etablieren. Dieser Geschäftsbereich solle sich künftig verstärkt auf Aktivitäten in Großstädten und Ballungsräumen konzentrieren, sagte Vize-Vorstandschef Hinrich Holm am Montag.

Die NordLB ist als öffentlich-rechtliches Institut mit Hauptsitz in Hannover auch für Sachsen-Anhalt zuständig.

Dort sorgt die Diskussion um Wohnungsknappheit gerade für besondere Dynamik. Die Nord LB habe sich in den vergangenen Jahrzehnten eine Expertise als Finanzierer für die Wohnungswirtschaft aufgebaut. Darin sei sie seit einigen Jahren in Ostdeutschland führend und wolle auch im Rest Deutschlands Geschäft dazugewinnen.

In Sachsen-Anhalt könne die Aktivität der NordLB derzeit etwa in der Magdeburger Innenstadt, ganz in der Nähe des Banken-Sitzes, beobachtet werden. Am Breiten Weg baut die Wohnungsbaugesellschaft Wobau großflächig neu.

„Dort steht kein Kran, der nicht NordLB-finanziert ist“, sagte Holm in Magdeburg. Den Erfolg in dieser Nische verdanke die Bank ihren Anfängen in Sachsen-Anhalt.

NordLB will Eigenkapital erhöhen

Als sie vor 25 Jahren ins Land gekommen sei, habe die Finanzierung der großen Wohnungsgenossenschaften das Kerngeschäft ausgemacht, so Holm.

Die NordLB ist als öffentlich-rechtliches Institut mit Hauptsitz in Hannover auch für Sachsen-Anhalt zuständig. Das Land ist ebenso wie Niedersachsen Eigentümer.

Die Bank hatte in jüngster Vergangenheit wegen risikoreichen Schiffskrediten einen Milliardenverlust eingefahren, kehrte 2017 jedoch in die Gewinnzone zurück. Die Bank will ihr Eigenkapital erhöhen, dafür sind mehrere Optionen im Gespräch.

Bank will Stellen abbauen

Sachsen-Anhalts Finanzminister André Schröder hatte zuletzt bereits angekündigt, sich als Miteigentümer nicht an einer weiteren Kapitalspritze zu beteiligen.

Die Bank will bis Ende 2020 auch 1.250 Stellen abbauen. Wie viele in Sachsen-Anhalt wegfallen, soll laut Holm im Herbst feststehen.

In Sachsen-Anhalt gehört die NordLB nach eigenen Angaben zu den wichtigsten Einzelkreditgebern im Bundesland. Gemeinsam mit den ebenfalls öffentlich-rechtlichen Sparkassen stelle sie knapp die Hälfte des Gesamtfinanzierungsvolumens von 31,7 Milliarden Euro, hieß es.

Großer Wettbewerb zwischen Banken 

Die Landesbank selbst finanzierte in Sachsen-Anhalt im vergangenen Jahr Vorhaben in Höhe von 4,062 Milliarden Euro. Das waren gut fünf Prozent weniger als im Vorjahr.

Das liege an den anhaltenden Rahmenbedingungen des Niedrigzinsumfeldes, sagte Vize-Vorstand Holm. So sind Unternehmen wie Kommunen dank guter Finanzmarktlage weniger auf Kredite angewiesen und auch der Wettbewerb zwischen den Banken ist größer. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

 

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