9. Mai 2018, 13:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Wohnpolitik: Ergebnisse der Groko-Klausurtagung

Bei der symbolträchtigen Tagung der Koalitionsparteien auf der Zugspitze stellten die Fraktionsspitzen unter anderem ambitionierte Pläne für den Immobilienmarkt vor. Michael Neumann, Vorstand der Dr. Klein Privatkunden AG, kommentiert die Ergebnisse der Tagung.

Wohnpolitik: Ergebnisse der Groko-Klausurtagung

Laut Neumann werden die Pläne der Koalition dem großen Bedarf an neuem Wohnraum nicht gerecht.

Bis zum 08. Mai trafen sich die Spitzen von CDU, CSU und SPD auf der Zugspitze um einen konkreten politischen Fahrplan für die weitere Legislaturperiode zu entwerfen.

Unter anderem soll nun so schnell wie möglich ein Paket für den Wohnungsbau und gegen den Mietpreisanstieg auf den Weg gebracht werden. Dabei seien Baukindergeld, Wohnraum-Offensive und eine verschärfte Mietpreisbremse besonders wichtige Maßnahmen.

1. Wie hilfreich ist das Baukindergeld wirklich?

Während der Tagung bezeichnete Andrea Nahles (SPD) das Thema Wohnen als die soziale Frage unserer Zeit. Mithilfe des Baukindergeldes solle nun mehr Familien die Finanzierung eines Eigenheims ermöglicht werden.

Anspruch auf diese Unterstützung  haben Familien mit einem Einkommen von weniger als 75.000 Euro pro Jahr. Mit jedem Kind komme ein Betrag von 15.000 Euro hinzu.

Rückwirkend ab dem 01. Januar 2018 zahle der Staat dann zehn Jahre lang jährlich 1.200 Euro je Kind für den Kauf oder Bau einer eigenen Immobilie.

Subvention kann Ausschlag geben

“Das Positive zuerst: Die Zielgruppe ist weit gefasst und trifft damit eine breite Bevölkerungsschicht. Sie hat durch das Baukindergeld monatlich 100 Euro mehr Kapital je Kind zur Verfügung”, erklärt Neumann.

“Es könnte – ähnlich wie damals bei der Eigenheimzulage – Banken geben, die Kreditnehmern die gesamte Summe vorfinanzieren, so dass schon direkt beim Kauf 12.000 Euro pro Kind mehr zur Verfügung stehen.”

Stehe man vor der Entscheidung für eine Immobilie, könne das in manchen Fällen schon das Zünglein an der Waage sein. Problematisch werde das Baukindergeld allerdings, wenn nicht zeitgleich genug neuer Wohnraum entstehe.

Nachfrage wird steigen

Neumann warnt: “Mit dem Baukindergeld sorgt die große Koalition für mehr Nachfrage. In Deutschland fehlen aber aktuell deutlich mehr als eine Million Wohneinheiten.”

Werde das Angebot an Wohnraum nicht massiv erhöht, so steigen die Immobilienpreise weiter an. Und eine derartige Entwicklung betreffe dann alle – auch all jene, die nicht von Subventionen profitieren.

Seite zwei: Wohnraum-Offensive und Mietpreisbremse

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Aon zu steigenden Sturmschäden: “Die wirklichen Extreme stehen uns noch bevor”

650 Millionen Euro betragen die Sturmschäden seit Monatsbeginn in Deutschland, so die Schätzung von Rückversicherer AON. 350 Millionen Euro sollen auf Verträge der Sachversicherung entfallen. 300 Millionen Euro sind voraussichtlich an Kaskoschäden in der Kfz-Versicherung auszubezahlen. Im Gespräch erläutert Jan-Oliver Thofern, CEO des Rückversicherungsmaklers bei Aon, dass sowohl das Volumen an Schäden als auch die Höhe der Zahlungen für versicherte Schäden die Branche vor eine neue Herausforderung stellen.

mehr ...

Immobilien

Digitalisierung der Baufinanzierung: Das Ende der Filialbanken?

Die Hausbank, wie wir sie kennen, ist am Straucheln. Ein regionaler Bankberater und der wöchentliche Gang zum Schalter sind Relikte der Vergangenheit. Gastbeitrag von Valentin Drießen, Hausfrage.

mehr ...

Investmentfonds

Draghi’s Kommentare beeinflussen europäischen High Yield-Markt

Draghi’s Aussagen auf dem EZB-Forum in Sintra, Portugal, stellen einen wichtigen Impuls für den europäischen High Yield-Markt dar. Wenn der EZB-Chef erklärt, dass „weitere Leitzinssenkungen und Maßnahmen zur Eindämmung von Nebenwirkungen Teil unserer Instrumente bleiben“, ist zu erwarten, dass diese der Kreditwirtschaft und insbesondere dem High Yield-Markt zugutekommen. Ein Kommentar von Mark Benbow, Manager des Kames Short-Dated High Yield Bond Fund.

mehr ...
20.06.2019

Powells Balanceakt

Berater

„Das beste Lob, das man als Versicherer bekommen kann“

Daniel Bahr war von 2011 bis Dezember 2013 Bundesgesundheitsminister, gilt als „Vater des Pflege-Bahr“, ist seit 2017 Vorstand der Allianz Krankenversicherung und ein Experte beim Thema Pflege. Cash. sprach mit ihm über das unterschätzte Risiko der Pflegebedürftigkeit, die Zurückhaltung des Vertriebs sowie die Kampagne der Allianz mit Markenbotschafter Dieter Hallervorden.

mehr ...

Sachwertanlagen

Die Top 5 der Woche: Sachwertanlagen

Was waren die interessantesten Sachwert-Themen und Meldungen der Woche? Welche Beiträge wurden von den Cash.Online-Lesern besonders häufig geklickt? Unser Wochen-Ranking zeigt das Wichtigste auf einen Blick.

mehr ...

Recht

Trennung nach Schenkung: Geld zurück, bitte!

Geldgeschenke der Eltern eines Partners müssen zurückgezahlt werden, wenn sich das Paar kurze Zeit nach der Schenkung trennt. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden (Urteil vom 18. Juni 2019 – X ZR 107/16).

mehr ...