IVD: Baukindergeld als erster richtiger Schritt

Anlässlich der Vorstellung einer neuen Studie des Pestel-Instituts zum Thema Wohneigentum begrüßt IVD-Präsident Jürgen Michael Schick das Baukindergeld als Trendumkehr in der Politik nach mehr als einem Jahrzehnt der Mietenregulierung.

Um die Eigentumsquote in Deutschland zu steigern sind neben einem Baukindergeld noch weitere Maßnahmen notwendig.

Laut Pestel-Studie trage das Baukindergeld insbesondere zur Entzerrung der Wohnungsmärkte bei und stärke die Nachfrage in den preiswerten und damit tendenziell ländlichen Städten und Gemeinden.

Bei einem für kleine Einfamilienhäuser in ländlichen Regionen üblichen Objektpreis von 100.000 Euro senke das Baukindergeld die monatliche Rate bei Familien mit zwei Kindern um etwa 26 Prozent gegenüber der Situation ohne Förderung ab.

Bei einem Objektpreis von 300.000 Euro erreiche die Absenkung der Rate immerhin gut zehn Prozent. Die Bundesregierung rechnet laut IVD mit etwa 200.000 anspruchsberechtigten Familien mit circa 300.000 Kindern und einem Fördervolumen von vier Milliarden Euro je Förderjahrgang.

Vielen Deutschen fehlt Eigenkapital

„Die Politik der vergangenen Legislaturperioden ist ein Eigentumsskandal. 75 Prozent der Deutschen wollen Eigentum und nur 45 Prozent haben Eigentum“, so Schick.

In den relevanten Altersgruppen der 25- bis 45-Jährigen sinke der Anteil der Eigentümer sogar. Schick sagt: „Es kann nicht sein, dass ein Lehrer oder ein Polizist kein Eigenheim mehr für sich und seine Familie kaufen kann.“

In vielen Fällen sei der Kauf der Wohnung, die ein Mieter bewohnt, sogar günstiger als diese zu mieten. Bundesbürgern mit niedrigen und mittleren Einkommen fehle es meist an Eigenkapital für den Erwerb der Wohnung.

Weitere wichtige Maßnahmen

Das vorhandene Eigenkapital werde außerdem von der Grunderwerbsteuer aufgezehrt. „Die Bundesländer haben in den vergangenen zehn Jahren die Grunderwerbsteuer 27-mal erhöht“, erklärt Schick.

Dem IVD zufolge gibt es zwei wichtige Maßnahmen, die auf die Einführung des Baukindergeldes folgen müssen um zur Steigerung der Eigentumsquote in Deutschland beizutragen:

  • Einführung von Eigenkapitalbürgschaften: So könne mit geringen Kosten und Risiken vielen Menschen über die Hemmschwelle geholfen werden, da Immobilienkredite eine geringe Ausfallquote haben.
  • Absenkung der Grunderwerbsteuer: Nachdem schon im Wahlkampf und in den Koalitionsverhandlungen über eine Befreiung von der Grunderwerbsteuer für Erstkäufer gesprochen worden sei, müsse das Thema nun wieder auf den Tisch.

Eine Fortführung der aktiven Wohnungspolitik sei zwingend notwendig. „Zum ersten Mal in zwölf Jahren finden sich neben Mietrechtsthemen auch wichtige Aspekte für eine aktive Eigentumspolitik im Koalitionsvertrag wieder“, schließt Schick ab. (bm)

Foto: Shutterstock

 

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