Wohnungsmärkte: Niedrigstes Wachstum bei Miet- und Kaufpreisen seit 2009/2010

In Frankfurt mit dem zweitteuersten Angebot an Mieten (14 Euro pro Quadratmeter) hat das Niveau laut JLL in der Vergangenheit kontinuierlich zugelegt, zuletzt mit einem Plus von 3,6 Prozent im zweiten Halbjahr 2017. Seit 2004 seien es 40,0 Prozent.

In Stuttgart war laut JLL im zweiten Halbjahr zwar ein weiterer Zuwachs der angebotenen Mieten von 4,7 Prozent auf 13,70 Euro pro Quadratmeter zu verzeichnen, der Anstieg lag aber unter dem der ersten sechs Monate (plus acht Prozent). Seit 2004 hätten die Mietpreise damit um 57 Prozent zugelegt.

Geringstes Mietwachstum in Hamburg

Das geringste Mietwachstum wurde in Hamburg verbucht. Das Niveau legte um ein Prozent auf 11,60 Euro pro Quadratmeter zu. „Hamburg weist schon seit 2013 im Vergleich zu den anderen untersuchten Städten geringere Wachstumsraten auf, Tendenz gleichbleibend. Es scheint, als wenn das umfangreiche und zielgerichtete Wohnungsbaubündnis der Stadt Früchte trägt“, sagt Roman Heidrich, Team Leader Residential Valuation Advisory JLL Berlin.

Nachdem im ersten Halbjahr insgesamt eine recht deutliche Erhöhung der Mieten zu beobachten war, stoppte diese Entwicklung laut JLL in den meisten Städten in der zweiten Jahreshälfte.

„Damit fällt das Mietpreiswachstum über alle Städte betrachtet zwar so schwach wie seit 2010 nicht mehr aus. Das inzwischen erreichte Mietniveau ist aber trotz steigender Neubautätigkeit teilweise so hoch, dass Wohnungssuchende mangels adäquaten Angebots verstärkt zu Ausweichbewegungen ins Umland veranlasst werden. Oder sie ziehen einen Einstieg ins Eigentum vor“, sagt Heidrich.

Und weiter: „Außer in Leipzig, das noch relativ am Anfang seines Mietpreiszyklus steht, ist in den Großstädten insgesamt in 2018 von einer eher moderateren Mietpreisentwicklung auszugehen, die mittelfristig aber deutlich oberhalb der Inflationsrate liegen dürfte.“

Wachstum der Immobilienpreise bremst sich ab

Auch bei der Entwicklung der Immobilienpreise bremste sich die Dynamik am Markt ab.

In Berlin, wo die Teuerung für Eigentumswohnungen laut JLL über einen langen Zeitraum am höchsten lag, wurde im zweiten Halbjahr ein Zuwachs von 9,2 Prozent notiert, nach einem Plus von 13 Prozent in den ersten sechs Monaten. Seit 2004 haben sich in der Hauptstadt die angebotenen Eigentumswohnungen um fast 136 Prozent auf 3.840 Euro pro Quadratmeter verteuert.

Hamburg verbuchte im zweiten Halbjahr gegenüber dem Vergleichszeitraum in 2016 einen Zuwachs um 5,2 Prozent auf 4.230 Euro pro Quadratmeter, ist damit nach der bayerischen Landeshauptstadt und Frankfurt drittteuerster Markt für Eigentumswohnungen.

Seite 3: Geht das Preiswachstum weiter?

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