Zinsanstieg beschert LBS Südwest guten Start ins Jahr

Höhere Zinsen für Baugeld haben der LBS Südwest einen guten Start in das Jahr 2018 beschert. In den ersten sechs Wochen hat die Landesbausparkasse beim Neugeschäft ein Plus von knapp zehn Prozent erreicht. Gerade für junge Menschen sei das Bausparen ein guter Weg, um Eigenkapital aufzubauen.

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Die durchschnittliche Bausparsumme der LBS Südwest ist im vergangenen Jahr um neun Prozent gestiegen.

„Gerade wenn die Zinsen niedrig sind, ist es für Baufinanzierer sinnvoll, sich diese langfristig zu sichern“, sagte Vorstandschef Wolfgang Kaltenbach am Dienstag in Stuttgart. Wie schnell sich die Situation der Niedrigzinsen wieder ändern könne, habe der Zinsanstieg der vergangenen Wochen gezeigt. „Der Bausparvertrag ist und bleibt deshalb in puncto Zinssicherung das Mittel der Wahl.“

Derzeit stagniere die Wohneigentumsquote in Deutschland, vor allem jüngere Leute könnten das nötige Kapital für ein Eigenheim nicht aufbringen, sagte Kaltenbach. Gerade die jüngere Generation dürfe das Sparen jedoch nicht verlernen.

„Ohne Eigenkapital bleibt der Weg ins Eigenheim später versperrt. Daran ändern auch die niedrigen Zinsen nichts“, Kaltenbach. Der Koalitionsvertrag gebe hier Hoffnung; mit Baukindergeld, Wohnungsbauprämie und möglichen Freibeträgen bei der Grunderwerbssteuer scheine Bewegung in das Thema zu kommen.

Zahl der Neuverträge in 2017 zurückgegangen, durchschnittliche Bausparsumme gestiegen

Im vergangenen Jahr jedoch kämpfte die größte Landesbausparkasse Deutschlands mit der Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank, und auch die Engpässe auf dem Immobilienmarkt förderten das Geschäft nicht.

In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz wurden Bausparverträge über 9,3 Milliarden Euro vermittelt, das waren 1,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge ging um 10,2 Prozent auf 175.500 zurück.

Dagegen stieg die durchschnittliche Bausparsumme um 9,3 Prozent auf 53.000 Euro. An die Bausparer wurde 2017 genau so viel Geld ausgezahlt wie im Vorjahr – 3,22 Milliarden Euro.

Die Nullzinspolitik belastet auch das Ergebnis der LBS Südwest. „Sie frisst sich Jahr für Jahr mehr in die Bilanzen der Finanzinstitute“, sagte Kaltenbach, „den Druck auf die Erträge spüren auch wir.“

Man habe in den vergangenen Jahren mit Prozess- und Kostenoptimierung darauf reagiert. Das sei nicht zuletzt durch Synergien nach der Fusion der zwei Landesbausparkassen Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz im Jahr 2016 möglich gewesen. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

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