Zinsland zieht Bilanz und kündigt regulierte Produkte an

Der Online-Immobilienfinanzierer Zinsland hat im vergangenen Jahr insgesamt 20,1 Millionen Euro an Anlegergeldern eingesammelt und 24 Projekte finanziert. Die Bilanz wird jedoch durch eine Insolvenz getrübt. Das Unternehmen wird neben Crowdinvestingprojekten künftig auch regulierte Produkte anbieten.

Zinsland möchte seinen Anlegern künftig auch Anleihen anbieten.

In 2017 konnte Zinsland nach eigenen Angaben mit 20,1 Millionen an Anlegergeldern das Vorjahresergebnis mehr als verdoppeln.

Seit der Gründung in 2014 seien mehr als 31 Millionen Euro zur Finanzierung von 43 Immobilienprojekten mittels Crowdinvesting und Club Deals von Anlegern eingeworben worden. Insgesamt 4,8 Millionen Euro aus acht Projekten wurden laut Zinsland bisher an die Investoren zurückgezahlt.

Allerdings ist die Bilanz nicht makellos. Im Herbst 2017 hatten ein Projektentwickler und eine seiner Tochtergesellschaften, die über Zinsland Nachrangdarlehen eingeworben hatten, Insolvenz angemeldet. Der Ausgang für das Mikro-Appartment-Projekts „Luvebelle“ sei weiterhin offen, so Zinsland.

„Wir haben wirklich alles unternommen, damit das Projekt doch noch erfolgreich beendet werden kann. Dies bestätigen uns auch eine große Anzahl unserer Anleger, die trotz dieses drohenden Ausfalls weiterhin in unsere Projekte investieren“, berichtet Carl von Stechow, Geschäftsführer der Civum GmbH, dem Betreiber der Plattform Zinsland. „Seit Bekanntwerden des Insolvenzantrages im September haben wir elf neue Projekte vorgestellt, davon neun bereits erfolgreich gefundet.“

Erweiterung der Zielgruppen mit Anleihen

Nach mehrmonatiger Konzeptionsphase sollen laut Zinsland nun als Ergänzung zu den Nachrangdarlehen auch Produkte aus dem Wertpapierhandelsgesetz in das Produktportfolio aufgenommen werden. Um depotfähige digitale Anleihen nach den Auflagen des WpHG und des KWG vermitteln zu können, sei die Civum Securities GmbH gegründet worden.

Als gebundener Vermittler unter dem Haftungsdach der Netfonds AG (NFS) könnten sowohl öffentliche als auch Private Placement Anleihen konzipiert werden.

„Dies ist ein sehr wichtiger Meilenstein für uns. Die Produkterweiterung um Anleihen eröffnet uns neue Möglichkeiten in der Auswahl und Ausgestaltung von Projekten, was sowohl Anlegern als auch Projektentwicklern vielfach zugute kommen wird“, so Michael von Gruenewaldt, CFO. „So müssen Anleger in der Höhe ihrer Investments nicht mehr limitiert sein.“

Dies sei zusammen mit der Depotfähigkeit einer der meistformulierten Wünsche der Investoren. „Mit Anleihen erweitern wir zudem unsere Zielgruppe um professionelle Anleger, die Produkte des Weißen Kapitalmarkts gewohnt sind und die genauso von der Direktheit der Online-Investiton profitieren können. Ein weiterer Vorteil: so werden wir als Kapitalpartner auch für noch größere Projektentwickler interessant,“ ergänzt von Stechow.

Die aufsichtsrechtlichen Bestimmungen in dieser Anlageklasse ermöglichten weitere Anlegervorteile, darunter fielen auch Besicherungsmechanismen, die im Rahmen des Kleinanlegerschutzgesetzes untersagt sind. In den kommenden Wochen soll ein erstes Projekt in der Hamburger Innenstadt vorgestellt werden, welches als erstes Anleihen-Produkt über Zinsland vertrieben wird.

Neuer Beirat soll weitere Entwicklung begleiten

Für die weitere strategische Entwicklung des Online-Immobilienfinanzierers wird nach Unternehmensangaben zudem ein Beirat mit Vertretern der Immobilien- und Finanzbranche gegründet.

Das Gremium, das sich Ende Februar konstituieren werde, bestehe zunächst aus Werner Doetsch, Loan & Equity Arrangement, bis Mitte 2016 Managing Director bei der Westdeutschen Immobilien Bank AG, und Philipp Schmitz-Morkramer, Vorstand der Quantum Immobilien AG.

„Der Beirat wird uns mit seiner Expertise und seinem bestehenden Netzwerk beim Erreichen unserer mittel- und langfristigen Ziele unterstützen. Wir planen das Gremium noch um weitere Mitglieder, auch aus dem Bereich Fintech, zu ergänzen“, so von Stechow. (bk)

Foto: Shutterstock

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