24. Februar 2010, 16:41
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Sind Substanzaktien die stabileren Staatsanleihen?

Die Zeitbombe Inflationsrisiko tickt also munter weiter. Um es klar zu sagen: Der Boden der Stabilität ist verlassen! Damit passen Risikolosigkeit und Staatsanleihen ungefähr so zusammen wie Schokolade und Abspecken. Wenn es aber die unterstellte Stabilität bei Staatsanleihen nicht gibt, warum sollte man sich dann mit Minimalrenditen zufrieden geben, die nur bei Sicherheit akzeptabel sind? Das ist dann eine zu dünne Suppe. Tut mir leid, liebe Bundesschatzbriefe und Co.

Stromrechnung zurückholen

Gibt es Alternativen? Ich sage Ja! Substanzwerte der Versorger-,  Öl- und Gas- sowie Telekombranchen werden am Kapitalmarkt mit nicht wesentlich höheren Insolvenzrisiken als deutsche Staatsanleihen gehandelt. Im Vergleich selbst zu Anleihen des Vereinigten Königreiches müssen sie gar als heilige Kühe gelten. Dennoch schlagen ihre Dividendenrenditen zwischen gut fünf bis acht Prozent die Renditen von Staatspapieren deutlich. Attraktiv sind diese Titel nicht zuletzt aufgrund ihres stabilen Geschäftsmodells als Befriediger von Basisbedürfnissen, was für regelmäßig stabile Ausschüttungen und damit Einkünfte spricht.

Vor diesem Hintergrund sind Aktienkursschwankungen dann weniger relevant. Anleger sollten sich nicht über die Höhe ihre Stromrechnungen beschweren, sondern sich das Geld über die Dividendenausschüttung der Versorger zurückholen! Sprechen wir zum Schluss auch über die Kontrolle von Substanzwerten im Vergleich zu Staatsanleihen. Mindestens quartalsmäßig werden sie von Heerscharen von Analysten, Wirtschaftsprüfern und Aufsichtsbehörden wie im Nacktscanner auf Herz und Nieren überprüft und damit auch transparent und nachhaltig bewertet.

Wird bei Staatsanleihen mit der gleichen Konsequenz kontrolliert? Bei Staatsanleihen muss man teilweise den Eindruck haben, die Katze im Sack zu kaufen. So ist zum Beispiel in den USA die offizielle Preismessung als wichtige Bewertungsgröße so unverschämt geschönt, dass bezogen auf Pinocchio dessen Nase als Landverbindung zwischen Amerika und Europa dienen könnte. Also auf den Punkt gebracht: Substanzaktien sind in der aktuell instabilen Fastenzeit stabile sachkapitalistische Sorgenpausen zu Staatsanleihen!

Robert Halver leitet die Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank. Mit Wertpapieranalyse und Anlagestrategien beschäftigt er sich seit Abschluss seines betriebswirtschaftlichen Studiums 1990. Halver verfügt über langjährige Erfahrung als Kapitalmarkt- und Börsenkommentator und ist durch regelmäßige Medienauftritte bei Fernseh- und Radiostationen, auf Fachveranstaltungen und Anlegermessen sowie durch Fachpublikationen präsent.

Weitere Kolumnen von Robert Halver:

Probleme in Griechenland? Es geht um ganz Euroland!

Exit-Strategie oder das Warten auf „Cashing Bull“

Der richtige Umgang mit Blasenproblemen

Staatsverschuldung – Nie war sie so wertvoll wie heute!

Foto: Baader Bank

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