14. Dezember 2011, 14:46
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Fidelity: Sparer verschenken Rendite

Unter Anlegern herrscht ein weit verbreitetes Sicherheitsbedürfnis, das ihre Renditechancen schmälert. Zu diesem Schluss kommt die Fondsgesellschaft Fidelity Worldwide Investment, Kronberg im Taunus, auf Basis einer Studie.

Angst-Bange-127x150 in Fidelity: Sparer verschenken RenditeDazu hat Fidelity mehr als 12.000 Privatanleger in 14 europäischen Ländern nach ihren Anlagestrategien befragen lassen. Demanch war das Sparkonto bei Europas Anlegern in den zwölf Monaten bis inklusive August 2011 mit 40 Prozent das beliebteste Anlageprodukt. Vor allem Briten (58 Prozent) setzten auf diese vermeintlich sichere Form des Sparens. Auch in den Niederlanden (58 Prozent), Polen (51 Prozent), Belgien (49 Prozent), Frankreich (43 Prozent) und Österreich (41 Prozent) sei das Sparkonto bei Neuanlagen am meisten nachgefragt worden, heißt es.

In Deutschland vertrauten 35 Prozent der Sparer auf die Spareinlage bei der Hausbank. Damit ist diese Anlageform zwar weniger verbreitet als im europäischen Durchschnitt, überzeugt aber dennoch mehr Sparer als etwa direkte Aktieninvestments mit rund 31 Prozent oder Fondsanlagen mit 29 Prozent.

Kerstin Behnke, Vertriebsleiterin und Mitglied der Geschäftsführung von Fidelity Worldwide Investment in Deutschland, erklärt zu den Ergebnissen: “Das starke Verlangen der europäischen Anleger nach Sicherheit ist absolut verständlich. Unter Renditegesichtspunkten ist der hohe Anteil festverzinslicher Spareinlagen allerdings wenig zielführend. Jeder Prozentpunkt Rendite, den Sparer heute verschenken, reduziert ihr Ausgabenbudget und im Alter ihre Rente.”

Dabei müsse sich das Bedürfnis nach Sicherheit und Renditeerwartungen trotz der schweren Turbulenzen an Europas Kapitalmärkten nicht ausschließen, meint Behnke: “Wir haben eine Staatsschulden-, keine Unternehmenskrise. Viele Unternehmen sind hervorragend aufgestellt und werden weiter wachsen. Um ihr Vermögen zu mehren, müssen Anleger sich also deutlich stärker am Wachstum der Unternehmen beteiligen als bislang – entweder über Unternehmensanleihen oder über Aktien und Aktienfonds, wobei Dividenden gerade in volatilen Märkten einen Puffer darstellen können. Anleger sollten beim Aktienkauf nicht nur auf Kursgewinne, sondern auf die Gesamtrendite abstellen.”

Skandinavier bleiben von Marktturbulenzen unbeeindruckt

Langfristig müssen Anleger nach Behnkes Einschätzung ihre bisherigen Vorstellungen von Sicherheit überdenken: “Wir erleben derzeit einen grundlegenden Wandel von Risiko: Während das Staatsschuldendesaster in Europa jahrzehntelang als sicher geltende Anlagen immer stärker in Frage stellt, kristallisieren sich ganz neue Stabilitätsanker heraus. Dazu zählen Unternehmens- und Hochzinsanleihen gesunder Unternehmen ebenso wie Anleihen von Schwellenländerstaaten.” Allerdings investieren bislang beispielsweise nur sechs Prozent der Deutschen und sieben Prozent der Europäer in Unternehmensanleihen.

Bei Kapitalanlagen in Investmentfonds sind der Studie nach die Nordeuropäer Spitzenreiter: 54 Prozent der Norweger haben inmitten der Kapitalmarktturbulenzen in Fonds investiert, gefolgt von ihren finnischen (53 Prozent) und schwedischen (47 Prozent) Nachbarn. In keiner anderen Region Europas finden weniger Anleger den Schutz vor Kapitalverlust für ein wesentliches Anlagekriterium halten als in Norwegen (21 Prozent), Schweden (17 Prozent) und Finnland (15 Prozent).

Weitere Ergebnisse der Fidelity-Analyse: Die Bekanntheit des Anbieters halten durchschnittlich 28 Prozent der Europäer für wichtig. Für 38 Prozent der Österreicher und jeweils 33 Prozent der Franzosen, Italiener und Polen spielt die Reputation eine entscheidende Rolle bei der Auswahl von Finanzprodukten. In Deutschland gilt dies laut Umfrage lediglich für 23 Prozent der Anleger.

Behnke schlussfolgert: “Insgesamt machen die Ergebnisse unserer Studie vor allem eines deutlich: Ein großer Teil der europäischen Sparer wünscht sich vor allem Sicherheit bei der Geldanlage. Auch wenn es vielfältige Anlagestrategien gibt, um dieses Ziel zu erreichen, vernachlässigen die meisten die Rendite und damit das entscheidende Kriterium, um Vermögen langfristig zu mehren. Umso wichtiger ist es, Anleger bei der Zusammenstellung des Portfolios fortlaufend zu unterstützen. Dabei kommt Produktanbietern und Beratern eine wichtige Rolle zu – vor allem mit Blick auf die steigende Rentenlücke und das mit Sicherheit noch für einige Zeit anhaltend niedrige Zinsniveau.”

Im Auftrag von Fidelity Worldwide Investment hat TNS Sofres für die repräsentative Studie 12.000 volljährige Sparer und Anleger befragt. Die Umfrage fand bereits im Juli 2011 in Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Schweden, Schweiz, Spanien statt. (mr)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

High on wheels – Cannabis am Steuer

Der 20. April oder “420 Day” ist  für Cannabis-Fans ein Pflichttermin: Denn 420, 4:20 oder 4/20 (engl.: four-twenty) ist in den USA ein Codewort für den Konsum von Haschisch und Marihuana. Hierzulande können Kranke auf Kassenkosten Cannabis als Medizin erhalten und müssen nicht mit Sanktionen rechnen – wenn sie sich an die Vorgaben des Arztes halten und fahrtüchtig sind. Anders sieht es aus, wer zum privaten Vergnügen kifft.

mehr ...

Immobilien

9 Urteile zum Thema Haus, Garten und Co.

Über die langen Monate des Winters konnten es Garten- und Balkonfreunde kaum erwarten, dass sie wieder ihren Lieblingsort betreten können. Sie vermissten das Leben im Freien beziehungsweise – im Falle des Balkons oder der Loggia – fast im Freien. Nun ist das witterungsbedingt wieder möglich, aber damit häufen sich auch entsprechende Streitfälle.

mehr ...

Investmentfonds

Aktienrückkäufe im Höhenflug

Immer mehr Unternehmen kaufen eigene Aktien zurück. 2018 war für die so genannten Share Buybacks ein Rekordjahr, doch vieles spricht für neue Höchstmarken in diesem Jahr. Ein Gastbeitrag von Benjardin Gärtner, Union Investment

mehr ...

Berater

Rente mit 67: Für viele Deutsche steigt das Armutsrisiko

Höhere Altersgrenzen bei der Rente bedeuten nicht unbedingt späteren Erwerbsaustritt. Sollte der Arbeitsmarktboom nicht anhalten, drohen insbesondere Menschen mit geringer Bildung, prekärer Beschäftigung und niedriger Gesundheit große sozialpolitische Risiken. Warum die Politik jetzt handeln muss.

mehr ...

Sachwertanlagen

“Eines der besten Quartale unserer Unternehmenshistorie”

Solvium Capital hat die Vermögensanlage Wechselkoffer Euro Select 5 vorzeitig geschlossen und auch das Angebot Wechselkoffer Euro Select 6 steht kurz vor Schließung. Das Nachfolgeangebot und ein weiteres Konzept sollen in den nächsten Wochen folgen.

mehr ...

Recht

Rente unter Palmen – das müssen Sie wissen

Immer mehr Ruheständler entscheiden sich dafür, ihren Lebensabend jenseits der deutschen Grenzen zu genießen. Was zu beachten ist, damit man im Ruhestandsparadies auch auf die Rente aus Deutschland zugreifen kann.

mehr ...