27. Juli 2011, 17:07
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“Indien wächst schneller als die meisten Emerging Markets”

Der India Fund von Franklin Templeton zählt zu den erfolgreichsten Produkten seiner Peer Group. Fondsmanager Sukumar Rajah nimmt zu den aktuellen Entwicklungen auf dem Subkontinent und zur Ausrichtung des Fonds Stellung.

Sukumar-rajah-franklin-templeton in Indien wächst schneller als die meisten Emerging Markets

Sukumar Rajah

Cash.Online: Aufgrund der Dominanz Chinas ist Indien für Anleger in den Hintergrund gerückt. Welche Gründe sprechen aus Ihrer Sicht dennoch für ein Engagement auf dem Subkontinent?

Rajah: Indien dürfte in den kommenden Jahren zu den am schnellsten wachsenden großen Volkswirtschaften gehören. Während die meisten Schwellenmärkte vom Export abhängen, ist in Indien die Binnennachfrage der Wachstumsmotor – dies zeigte sich auch an der Widerstandsfähigkeit des Landes gegenüber der jüngsten weltweiten Rezession. Dieser Faktor dürfte in Verbindung mit den vorteilhaften demografischen Gegebenheiten, dem wachsenden Konsum und steigenden Investitionen in den nächsten etwa zehn Jahren eine beschleunigte Vermögensbildung unterstützen. Weitere wichtige Pluspunkte sind die demokratische Struktur, das private Unternehmertum sowie die Breite und Tiefe der Aktienmärkte.

Cash.Online: Einige Experten befürchten eine konjunkturelle Abkühlung für die zweite Jahreshälfte. Teilen Sie diese Auffassung? Falls nein, welche Gründe stehen dem entgegen?

Rajah: In der Tat. Angesichts der bestehenden zyklischen und strukturellen Probleme dürfte das BIP-Wachstum in den kommenden Monaten an Schwung verlieren. Das Wirtschaftswachstum dürfte jedoch tendenziell den meisten anderen Schwellenländern weiter überlegen sein. Damit sollten indische Unternehmen gegenüber vergleichbaren Unternehmen in anderen Ländern ihren relativen Rentabilitätsvorsprung beibehalten. Indien ist eine der größten und wachstumsstärksten Volkswirtschaften der Welt. Hier leben knapp 1,2 Milliarden Menschen mit einem Durchschnittsalter von rund 29 Jahren. Angesichts einer großen, jungen und qualifizierten Erwerbsbevölkerung überrascht es nicht, dass das indische BIP zu rund 55 Prozent auf das Dienstleistungsgewerbe entfällt, darunter ein riesiger IT- und Call-Center-Outsourcing-Sektor.Ferner hat Indien einen niedrigen Exportanteil, eine hohe Sparquote in der Bevölkerung und ein starkes Bankensystem. Diese Faktoren können sich unserer Meinung nach positiv auf das Wirtschaftswachstum auswirken.

Cash.Online: Was sind die lukrativsten Sektoren – gehören dazu, wie von Ihnen angedeutet, die Banken?

Rajah: Für uns bieten Sektoren, die vom Binnenkonsum und von Investmentthemen profitieren können, mittel-bis langfristig gute Möglichkeiten. Ich gehe davon aus, dass die Nachfrage nach einer Reihe von Waren und Dienstleistungen im Zuge des durch positive demografische Gegebenheiten noch gestärkten Konsumwachstums steigt. In Indien herrscht bei Finanzdienstleistungen weiterhin Unterversorgung, während das Einkommensniveau und damit auch die Nachfrage nach derartigen Dienstleistungen steigen. Dieser Trend dürfte in den kommenden Jahren noch stärker zu Tage treten.

Seite 2: Korruptionsvorwürfe gegen staatliche Institute

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