Wachstumsentdecker

Der Vergleichmaßstab MSCI All Countries World hat im selben Zeitraum mehr als 14 Prozent verloren, die Peer Group der Konkurrenz nahezu acht Prozent. Ähnlich überzeugend fällt die Performance des Patrimoine seit 2002 aus: Der Anteilspreis hat um 113 Prozent zugelegt, die Benchmark lediglich um 22 Prozent.

Produktschmieden unter Druck

Für die zuletzt schwächeren Resultate musste Carmignac reichlich Federn lassen. Um rund zehn Milliarden Euro sank das von ihm verwaltete Vermögen insgesamt. Er gibt sich dennoch nicht unzufrieden: „2011 war ein schwieriges Jahr für die ganze Branche. Unsere Abflüsse 2011 summierten sich nur auf 20 Prozent der Mittel, die wir 2009 und 2010 einsammeln konnten.“

Tatsächlich gehört sein 1989 gegründetes Unternehmen Carmignac Gestion schon seit Jahren zu den erfolgreichsten der Finanzbranche, er selbst zu ihren schillerndsten Protagonisten. So hat sich das verwaltete Vermögen von 797 Millionen Euro im Jahr 2002 bis auf ein Maximum von 55 Milliarden Euro im Jahr 2010 gesteigert. Selbst im Krisenjahr 2008 inklusive der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers konnten die Franzosen das Volumen des betreuten Kapitals konstant halten.

Die Fondsgesellschaft managt ihre Assets am Place Vendôme in Paris. Eine bessere Adresse ist in der französichen Hauptstadt nur schwer zu finden, der Grand Maître belegt dort zwischen sündhaft teuren Juwelieren und Edelschneidern gleich zwei Bürokomplexe.

Er hat ein Faible für berühmte Maler wie den deutschen Gerhard Richter und spielt gern Polo bei der englischen Queen. Im schwierigen Vorjahr liefen aber auch dem erfolgsverwöhnten Vermögensverwalter erstmals die Kunden weg: Gemessen an den verwalteten Assets sank das Volumen um rund 13 Prozent, wie das Fondsrating- und Analysehaus Morningstar berechnet hat.

Investmentfonds-Ankageklassen
(Zum Vergrößern auf die Grafik klicken, Quelle: MSCI, S&P GSCI, Bloomberg)

Die jüngste Absatzstatistik der Münchener zeigt, dass Carmignac dabei in prominenter Gesellschaft war. Andere EU-Fondshäuser wie KBC, Pioneer oder Amundi gaben anteilig genauso viel oder noch mehr ab. Im Jahr 2011 mussten von den 30 größten Anbietern in Europa 21 Nettomittelabflüsse hinnehmen.

Das Schlusslicht bildet die britische Großbank HSBC mit einem Minus von mehr als 18 Prozent beziehungsweise 15,5 Milliarden Euro. Die größten Summen einsammeln konnten indes Gesellschaften aus den Vereinigten Staaten von Amerika, wie die Analysten feststellen: „Im vergangenen Jahr haben US-Asset-Manager das Absatzrennen auf dem europäischen Fondsmarkt gemacht.“

Lediglich die britische Fondsgesellschaft M&G wuchs ähnlich dynamisch, knapp elf Prozent der 2010er Assets under Management konnten die Londoner 2011 netto einwerben. In dieser Disziplin dominiert mit Pimco eine Tochter des Allianz-Konzerns den Markt. Gut 18 Prozent des in 2010 verwalteten Vermögens haben Kunden dem US-Anleihespezialisten mit Deutschlandsitz in München im Laufe des Jahres 2011 zusätzlich anvertraut.

Seite 3: Fondsbestseller von Franklin Templeton

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