26. November 2012, 08:08
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Probleme in der Eurozone: Ein Tag der Tat, aber Jahre der Reaktion

Am 14. November demonstrierten Millionen Europäer gegen die Sparpolitik in ihren Ländern. Allerdings war dieser „Tag der Taten“ eher ein Tag der Tatenlosigkeit, weil die regen Proteste durch den Stillstand in Branchen wie dem Transportsektor, die durch die Streiks behindert werden, wieder aufgehoben werden. Doch warum protestieren Arbeiter und Arbeitslose?

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Werfen wir zunächst einen Blick auf die Fakten. Klar ist: Je höher die Arbeitslosenquote, desto größer ist auch die Angst der Bevölkerung dieses Landes um die aktuelle wirtschaftliche Lage. In Deutschland wird also nicht protestiert, in Südeuropa hingegen schon.

In den letzten 10 Jahren zählten jeweils unterschiedliche Regionen abwechselnd zu den schwächelnden beziehungsweise den soliden Volkswirtschaften Europas. So waren die starken Kern-Volkswirtschaften und die schwachen Peripheriestaaten Mitte des letzten Jahrzehnts noch die schwachen Kernländer und die boomenden Peripherienationen.

Doch so schnell greifen eigentlich keine industriellen, arbeitsmarktspezifischen oder strukturellen Veränderungen. Wodurch also werden dann diese Schwankungen der Wirtschaftsleistung einzelner Staaten ausgelöst?

Einfluss der Wirtschaftspolitik auf die Eurozone

Bei der Währungsunion handelt es sich um ein wirtschaftliches Konstrukt, das zum Wohle Europas entwickelt wurde – auf die Nachteile des Konzepts will ich an dieser Stelle gar nicht eingehen. Schauen wir uns vielmehr an, welchen Einfluss diese Wirtschaftspolitik auf die Eurozone hat und auf welche Art und Weise die Unterschiede zwischen der Wirtschaftsleistung einzelner Staaten mit Hilfe der ökonomischen Theorie beseitigt werden können.

Die Einführung einer Gemeinschaftswährung bedeutet, dass die „unsichtbare Hand“ des Marktes – als Konzept von Adam Smith begründet – in Form der Wechselkurse metaphorisch gesprochen auf den Rücken gebunden wird. Betrachtet man die Gemeinschaftswährung als Ursprung des Problems, bestünde die Lösung wohl darin, die „unsichtbare Hand“ wieder von dieser Fessel zu befreien.

Allerdings hätte eine solche Vorgehensweise noch andere, möglicherweise beträchtliche Auswirkungen, so dass die europäischen Staats- und Regierungschefs nicht bereit sind, diese Option zu ziehen. Das liegt allerdings nicht daran, dass es sich dabei um eine ineffektive Option handelt, sondern dass man sich dem politischen wie auch dem wirtschaftlichen Konzept einer Gemeinschaftswährung verschrieben hat.

Aussetzen der „unsichtbaren Hand“

Deshalb leiden die schwachen Volkswirtschaften unter einem zu hohen Wechselkurs, während der Wechselkurs für die starken Volkswirtschaften zu niedrig ist. Man hat also das Konzept der „unsichtbaren Hand“ an den internationalen Devisenmärkten ausgesetzt, so dass ein weiteres Auseinanderdriften der Wirtschaftsleistung wahrscheinlicher ist als eine Annäherung derselben.

John Maynard Keynes wiederum vertrat das grundlegende Prinzip, dass Staaten ihre Haushaltsdefizite antizyklisch steuern sollten. In Europa sind die schwächeren Volkwirtschaften nun allerdings zu einer strengeren Fiskaldisziplin gezwungen, um ihre Haushaltsdefizite zu reduzieren.

Im Gegensatz dazu verfügen die stärkeren Volkswirtschaften immer noch über Spielraum für fiskalische Ankurbelungsmaßnahmen, während man von den schwächeren Staaten verlangt, eine prozyklische Haushaltspolitik umzusetzen. Von diesem konjunkturellen Standpunkt aus betrachtet werden die Schwächeren also immer schwächer und die Stärkeren immer stärker werden…

Seite zwei: Destabilisierende wirtschaftliche Konstruktion

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